PISA 2025: Deutschland so schlecht wie noch nie – Investitionen gehören in Bildung

PISA 2025 · DEUTSCHLAND

Deutschland so schlecht wie noch nie: Investitionen gehören in Bildung.

Die aktuellen PISA-Ergebnisse markieren für Deutschland einen historischen Tiefstand. Gleichzeitig wird der Bildungsmarkt nach unserer Einschätzung wirtschaftlich noch immer erheblich unterschätzt. Für TPM-Media ist beides eng miteinander verbunden.

Redaktion TPM-Media Stand: 08. September 2026 Bildung · Wirtschaft · Zukunft
PISA 2025

Der Tiefpunkt ist messbar

Deutschland diskutiert über Wachstum, Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Fachkräftemangel und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Gleichzeitig verschlechtert sich ausgerechnet die Grundlage, auf der all das aufbauen muss: Bildung.

Die am 8. September 2026 veröffentlichten PISA-Ergebnisse zeigen für Deutschland in allen drei klassischen Kompetenzbereichen den niedrigsten Stand seit Beginn der PISA-Erhebungen im Jahr 2000. Die Werte liegen sogar unter dem Niveau der ersten PISA-Studie vor 25 Jahren.

486 Naturwissenschaften

Deutschland erreicht nur noch ungefähr das Niveau des OECD-Durchschnitts.

465 Lesekompetenz

Die Fähigkeit, Informationen sicher zu erfassen und anzuwenden, bleibt ein Kernproblem.

464 Mathematik

Auch mathematische Grundkompetenzen liegen nur noch ungefähr im OECD-Mittelfeld.

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Historischer Tiefstand

Das Problem ist nicht allein Deutschlands Platz in einer Rangliste. Entscheidend ist, wie viele junge Menschen grundlegende Kompetenzen nicht sicher beherrschen und damit deutlich schlechtere Voraussetzungen für Ausbildung, Beruf und gesellschaftliche Teilhabe besitzen.

Mehr als eine Statistik

Wenn grundlegende Kompetenzen fehlen

Das Bildungsproblem erreicht Ausbildung und Arbeitsmarkt

Rund ein Drittel der getesteten Jugendlichen erreicht in Lesen und Mathematik keine ausreichenden Basiskompetenzen. In den Naturwissenschaften betrifft dies ungefähr ein Viertel.

Wer Texte nicht zuverlässig erfassen kann, wird später Schwierigkeiten mit Arbeitsanweisungen, technischen Dokumentationen, Verträgen oder Sicherheitsbestimmungen haben. Fehlende mathematische Grundlagen wirken sich ebenso unmittelbar auf zahlreiche Ausbildungsberufe aus.

PISA untersucht gerade nicht nur auswendig gelerntes Wissen. Entscheidend ist, ob Jugendliche Kenntnisse auf reale Fragestellungen übertragen können.

Die soziale Herkunft wiegt schwer

Besonders kritisch ist, dass die Kompetenzunterschiede zwischen sozial benachteiligten und privilegierten Jugendlichen in Deutschland weiter zugenommen haben.

Nach Angaben der Bildungsministerkonferenz sind diese Unterschiede inzwischen so groß wie zu keinem früheren Zeitpunkt seit Beginn der deutschen PISA-Erhebungen.

Zweifel an der Leistungsfähigkeit des bestehenden Systems sind deshalb keine pauschale Kritik an Lehrkräften oder Schulen. Es geht um Strukturen, Ausstattung, Förderung und politische Prioritäten.

Deutschland muss entscheiden

Investitionen gehören in Bildung

Deutschland gibt bereits erhebliche Summen für Bildung aus. Das allein beantwortet jedoch nicht die entscheidende Frage: Werden genügend Mittel eingesetzt, kommen sie an der richtigen Stelle an und erzielen sie eine messbare Wirkung?

Mehr Geld allein löst kein Bildungsproblem. Investitionen ermöglichen aber bessere Lernbedingungen, zeitgemäße digitale Infrastruktur, hochwertige Lehrmittel, zusätzliche Förderung, berufliche Weiterbildung und moderne Lernsysteme.

305 Mrd. € Bildungsbudget in Deutschland im Jahr 2024 aus öffentlichen und privaten Mitteln.
7,0 % Anteil des gesamten deutschen Bildungsbudgets am Bruttoinlandsprodukt nach nationaler Abgrenzung.
4,4 % Bildungsinvestitionen vom Primar- bis Tertiärbereich nach OECD-Abgrenzung. Der OECD-Durchschnitt liegt bei 4,7 Prozent.
Die entscheidende Frage lautet nicht nur, wie viel Deutschland für Bildung ausgibt, sondern welche Bildung wir für dieses Geld tatsächlich erhalten.

Warum erkennen Investoren den Bildungsmarkt so selten als Zukunftsmarkt?

TPM-Media beobachtet den Bildungsmarkt seit Jahren. Umso erstaunlicher ist aus unserer Sicht, welche Geschäftsmodelle teilweise erhebliche Aufmerksamkeit und Finanzierung erhalten, während professionelle Bildungsangebote bei Investoren vergleichsweise wenig Beachtung finden.

Gerade im deutschen Investitionsumfeld scheint Kapital häufig dort besonders attraktiv zu sein, wo schnelle Skalierung, hohe Reichweite oder ein aktueller Technologietrend versprochen werden. Bildung benötigt dagegen Fachkompetenz, Redaktion, Didaktik, technische Entwicklung und kontinuierliche Aktualisierung.

Das macht Bildungsprodukte anspruchsvoller. Es macht den Bedarf aber keineswegs kleiner. Im Gegenteil: Der Bedarf wiederholt sich jedes Jahr und wächst mit jeder technologischen Veränderung.

Selbst bei TPM-Media sorgt es deshalb immer wieder für Erstaunen, welche Projekte besonders deutsche Investoren attraktiv finden und wie wenig Aufmerksamkeit gleichzeitig auf einen Markt fällt, dessen gesellschaftlicher Bedarf unmittelbar messbar ist.

Ein struktureller Zukunftsmarkt

Bildung ist viel mehr als Schule und Schulbuch

Der Bildungsmarkt endet nicht mit dem Schulabschluss. Er reicht von Ausbildung und Prüfungsvorbereitung über Weiterbildung und Umschulung bis zu digitalen Lernplattformen, Fachmedien und unternehmensinternen Qualifizierungssystemen.

Hinzu kommt die Geschwindigkeit, mit der sich Berufsbilder verändern. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Automatisierung, neue gesetzliche Anforderungen und technische Innovationen führen dazu, dass einmal erworbenes Wissen immer häufiger aktualisiert werden muss.

Berufsausbildung Lernmaterialien, Prüfungsvorbereitung und berufsspezifisches Fachwissen.
Weiterbildung Neue Kompetenzen für Beschäftigte und Unternehmen in einem sich wandelnden Arbeitsmarkt.
Digitale Lernsysteme LMS, Lerntrainer, interaktive Prüfungen und adaptive digitale Lernangebote.
Fachmedien Bücher, eBooks, Fragenkataloge, Lehrpläne und spezialisierte Bildungsinhalte.
Prüfungsvorbereitung Strukturiertes Lernen und Selbstkontrolle für Ausbildung und berufliche Qualifikation.
Unternehmensschulung Qualifikation zu Prozessen, Technik, Digitalisierung, Sicherheit und neuen Aufgabenfeldern.
Internationalisierung Digitale Bildungsangebote lassen sich zunehmend sprachlich und geografisch skalieren.
Lebenslanges Lernen Qualifikation wird immer weniger zu einer einzelnen Lebensphase und immer stärker zu einem dauerhaften Prozess.
80%

Der Weiterbildungsbedarf ist längst vorhanden

80 Prozent der von Bitkom befragten deutschen Unternehmen vermitteln zumindest Teilen ihrer Belegschaft digitale Kompetenzen. Gleichzeitig verfügte nur etwa jedes zweite Unternehmen über eine entsprechende Weiterbildungsstrategie. Das zeigt, wie groß der Bedarf bereits heute ist.

Bildung neu gedacht

Aus einem Lernprodukt kann ein vollständiges Lernsystem entstehen

Die Digitalisierung verändert auch das Verlagsgeschäft. Ein Fachbuch muss heute nicht mehr das Ende einer Produktentwicklung sein. Es kann der Ausgangspunkt eines ganzen Bildungsökosystems werden.

1
Fachbuch Strukturiertes Grundlagenwissen.
2
Fragenkatalog Aktiver Wissensabruf und Selbstkontrolle.
3
Lerntrainer Digitale Prüfungsvorbereitung und Wiederholung.
4
LMS Kurse, Module, Lernfortschritt und Dokumentation.
5
Updates Kontinuierliche Aktualisierung statt statischer Inhalte.
Die Grundlage jeder Infrastruktur

Ohne Bildung helfen auch Straßen, Rechenzentren und KI nicht weiter

Deutschland diskutiert zu Recht über Investitionen in Verkehrswege, Energieversorgung, Digitalisierung, Rechenzentren und künstliche Intelligenz. Doch jede technische Infrastruktur benötigt Menschen, die sie entwickeln, bedienen, warten und weiterentwickeln können.

Deshalb dürfen Investitionen in Bildung nicht gegen Investitionen in Wirtschaft und Technologie ausgespielt werden. Gute Bildung ist eine wirtschaftliche Voraussetzung. Sie schafft Fachkräfte, erhöht Anpassungsfähigkeit und verbessert die Voraussetzungen für Innovation.

Künstliche Intelligenz macht Bildung nicht überflüssig. Automatisierung macht Bildung nicht überflüssig. Digitalisierung macht Bildung nicht überflüssig. Sie verändern vielmehr, was Menschen lernen müssen und in welcher Geschwindigkeit neues Wissen benötigt wird.

TPM-MEDIA POSITION

Der Bildungsmarkt ist kein Nebenmarkt. Er ist ein Zukunftsmarkt.

Deutschland kennt seine Bildungsprobleme inzwischen sehr genau. Nach mehr als zwei Jahrzehnten PISA-Debatte kann fehlende Erkenntnis kaum noch als Erklärung dienen. Entscheidend ist, welche Konsequenzen daraus gezogen werden.

TPM-Media betrachtet Bildung deshalb weder als kurzfristiges Produktgeschäft noch als Markt, der irgendwann durch Technologie ersetzt wird. Je schneller sich Technologie verändert, desto wichtiger werden verständliche, strukturierte, aktuelle und dauerhaft verfügbare Bildungsangebote.

Wer heute in gute Bildung investiert, finanziert nicht lediglich Unterricht, Bücher oder Lernsoftware. Er investiert in diejenigen Menschen, die morgen Unternehmen führen, Maschinen entwickeln, Patienten versorgen, Gebäude errichten, Software programmieren, Lebensmittel produzieren und die nächste Generation ausbilden.

Vielleicht liegt genau darin einer der am stärksten unterschätzten Märkte unserer Zeit.

TPM-Media Verlags- & Bildungsgesellschaft Int. Ltd. Bildung endet nicht mit einer Prüfung. Wissen muss dauerhaft nutzbar werden.

Redaktionelle Quellenbasis

OECD: PISA 2025 Results · Bildungsministerkonferenz/KMK: Ergebnisse für Deutschland, 08.09.2026 · Statistisches Bundesamt: Bildungsbudget 2024 · OECD: Bildung auf einen Blick 2025 · Bitkom: Weiterbildung zu Digitalthemen, März 2026.