Wo derzeit das größte Potenzial für neue Bildungsangebote liegt
Der Bildungsmarkt verändert sich deutlich. Digitalisierung, künstliche Intelligenz, Fachkräftemangel und neue Anforderungen an Schule und berufliche Ausbildung beeinflussen zunehmend, wie Lernangebote entwickelt und genutzt werden.
Aus Sicht des TPM-Media Verlags zeichnen sich derzeit mehrere Themenfelder ab, die für die Entwicklung neuer Lernmaterialien, Lehrpläne, Fragenkataloge und Online-Trainer besonders interessant sind.
Dabei geht es nicht nur um kurzfristige Trends. Entscheidend ist vielmehr, welche Kompetenzen Lernende, Auszubildende, Lehrkräfte und Unternehmen künftig tatsächlich benötigen.
Themen mit besonders hohem Nachfrage- und Entwicklungspotenzial
Allgemeine KI-Kurse allein reichen künftig nicht mehr aus
Einführungen in künstliche Intelligenz gibt es mittlerweile in großer Zahl. Sie erklären beispielsweise, was generative KI ist, wie Sprachmodelle funktionieren oder wie Eingaben – sogenannte Prompts – formuliert werden können.
Für den beruflichen Alltag ist dies jedoch nur die Grundlage.
Entscheidender wird die Frage, welche KI-Kompetenzen in einem bestimmten Beruf tatsächlich benötigt werden.
Die Anforderungen unterscheiden sich erheblich. Ein Industriekaufmann arbeitet mit anderen Informationen und Arbeitsabläufen als eine Pflegefachkraft. Im Handwerk ergeben sich andere Anwendungsmöglichkeiten als im Büromanagement. Ausbilder und Lehrkräfte wiederum müssen sich zusätzlich mit der Bewertung KI-gestützter Arbeitsergebnisse und neuen Formen der Leistungskontrolle auseinandersetzen.
Genau an diesem Punkt entsteht ein neues Feld für berufliche Bildung.
KI-Kompetenz sollte berufsspezifisch vermittelt werden
Der TPM-Media Verlag sieht deshalb besonderes Entwicklungspotenzial bei Bildungsangeboten, die künstliche Intelligenz unmittelbar mit einem konkreten Berufsbild verbinden.
Dabei sollte nicht die Technologie selbst im Mittelpunkt stehen. Entscheidend ist vielmehr ihre Anwendung in realistischen beruflichen Handlungssituationen.
Für Industriekaufleute können beispielsweise Recherche, Datenaufbereitung, kaufmännische Korrespondenz oder die Vorbereitung von Auswertungen behandelt werden.
Im Büromanagement bieten sich unter anderem Dokumentenbearbeitung, Terminorganisation, Informationsaufbereitung und geschäftliche Kommunikation an.
In Pflegeberufen spielen zusätzlich Datenschutz, Verantwortung, Dokumentation und der Umgang mit besonders sensiblen Informationen eine entscheidende Rolle.
Bei Ausbildern und Lehrkräften kommen weitere Fragen hinzu: Wie lassen sich KI-generierte Ergebnisse beurteilen? Welche Leistungen müssen Lernende weiterhin selbstständig erbringen? Und welche Kompetenzen müssen vermittelt werden, damit KI nicht lediglich eingesetzt, sondern auch fachlich kontrolliert werden kann?
Lernen muss stärker mit realen Situationen verbunden werden
Für zukünftige Bildungsangebote dürfte es nicht ausreichen, künstliche Intelligenz ausschließlich theoretisch zu erklären.
Sinnvoller erscheint eine Verbindung mit praktischen Aufgabenstellungen.
Ist der Einsatz einer KI an dieser Stelle sinnvoll?
Welche Informationen dürfen verwendet werden?
Welche Daten sollten keinesfalls in ein externes System eingegeben werden?
Wie muss das erzeugte Ergebnis kontrolliert werden?
Wo liegen mögliche Fehlerquellen?
Wer trägt letztlich die Verantwortung für das Arbeitsergebnis?
Solche Aufgaben verbinden Fachwissen, Medienkompetenz und berufliche Entscheidungsfähigkeit.
Gerade für Fragenkataloge und Online-Trainer eröffnet dies neue Möglichkeiten, weil nicht ausschließlich Faktenwissen abgefragt werden muss. Auch Analyse, Fehlererkennung, Entscheidung und Bewertung können Bestandteil des Lernprozesses werden.
Grundkompetenzen verlieren durch KI nicht an Bedeutung
Bei der aktuellen Diskussion über künstliche Intelligenz darf ein wesentlicher Punkt nicht übersehen werden: Neue Technologien ersetzen grundlegende Bildung nicht.
Lesen, Schreiben, Rechnen, Textverständnis und die Fähigkeit zur kritischen Beurteilung von Informationen bleiben zentrale Voraussetzungen.
Ihre Bedeutung könnte durch KI sogar noch zunehmen.
Wer beispielsweise einen fachlich überzeugend formulierten KI-Text nicht beurteilen kann, wird mögliche Fehler möglicherweise überhaupt nicht erkennen.
Deshalb gehören Grundkompetenzen weiterhin zu den wichtigsten Feldern zukünftiger Bildungsarbeit.
Berufliche Bildung bleibt ein zentraler Wachstumsbereich
Ein weiteres großes Themenfeld ist die berufliche Bildung.
Der Fachkräftebedarf vieler Branchen macht deutlich, wie wichtig eine leistungsfähige Ausbildung bleibt. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen der Lernenden.
Klassische Lehrbücher behalten ihren Stellenwert. Sie werden jedoch zunehmend durch digitale und interaktive Lernformen ergänzt.
Ein ausführlicher Lehrplan schafft die fachliche Struktur. Lernmaterialien vertiefen einzelne Inhalte. Fragenkataloge ermöglichen eine gezielte Wissenskontrolle. Online-Trainer können unmittelbar zeigen, in welchen Lernfeldern bereits ausreichende Kenntnisse vorhanden sind und wo weiterer Lernbedarf besteht.
Diese Bestandteile müssen sich nicht gegenseitig ersetzen. Richtig aufeinander abgestimmt können sie vielmehr ein zusammenhängendes Lernsystem bilden.
Medienkompetenz wird zur beruflichen Kernkompetenz
Auch Medienkompetenz gewinnt weiter an Bedeutung.
Die Fähigkeit, Informationen im Internet zu finden, reicht längst nicht mehr aus.
Lernende müssen beurteilen können, wie zuverlässig eine Quelle ist, ob eine Aussage überprüfbar ist und ob möglicherweise wirtschaftliche oder andere Interessen hinter einer Veröffentlichung stehen.
Mit der zunehmenden Verbreitung künstlich erzeugter Inhalte kommen weitere Anforderungen hinzu.
Ist ein Bild echt oder künstlich erzeugt? Ist eine Quelle tatsächlich vorhanden? Kann eine scheinbar überzeugende Antwort sachlich falsch sein? Wurde eine Information lediglich übernommen oder tatsächlich überprüft?
Solche Fragestellungen betreffen inzwischen nahezu alle Bildungs- und Berufsbereiche.
Neue Anforderungen an Lehrer und Ausbilder
Mit den Lernmethoden verändern sich zwangsläufig auch die Anforderungen an diejenigen, die Wissen vermitteln.
Lehrkräfte und Ausbilder müssen keine KI-Entwickler werden.
Sie benötigen jedoch zunehmend Kenntnisse darüber, welche Systeme Lernende verwenden, welche Möglichkeiten und Grenzen diese besitzen und wie Aufgaben und Prüfungen darauf abgestimmt werden können.
Daraus entsteht zusätzlicher Bedarf an praxisorientierten Fortbildungsangeboten.
Prüfungsvorbereitung bleibt dauerhaft gefragt
Unabhängig von technologischen Entwicklungen wird auch die gezielte Prüfungsvorbereitung ein wichtiges Bildungssegment bleiben.
Wer sich auf eine Zwischen-, Abschluss- oder Fortbildungsprüfung vorbereitet, benötigt eine möglichst realistische Einschätzung des eigenen Kenntnisstandes.
Digitale Fragenkataloge und Online-Trainer besitzen hierbei einen wesentlichen Vorteil: Ergebnisse können unmittelbar ausgewertet werden.
Besonders leistungsfähig werden solche Systeme, wenn Fragen nicht nur nach Themen, sondern beispielsweise auch nach Lernfeldern, Schwierigkeitsgrad und Kompetenzbereichen gegliedert werden.
Ganztagsbildung und Demokratiebildung ergänzen zukünftige Bildungsangebote
Neben den unmittelbar berufsbezogenen Themen gewinnen auch Ganztagsbildung und Demokratiebildung an Bedeutung.
Ganztagsangebote benötigen neue Lern- und Betreuungskonzepte. Gleichzeitig werden Medienverständnis, gesellschaftliche Orientierung und der verantwortungsvolle Umgang mit Informationen wichtiger.
Auch hier ergeben sich Möglichkeiten für neue Lernmaterialien und digitale Bildungsangebote.
Entwicklungsschwerpunkt: Berufsspezifische KI-Kompetenz
Für den TPM-Media Verlag gehört KI-Kompetenz für einzelne Berufe derzeit zu den besonders interessanten Entwicklungsfeldern.
Der Schwerpunkt sollte dabei nicht auf einem weiteren allgemeinen Kurs mit dem Titel „Einführung in künstliche Intelligenz“ liegen.
Was muss ein Mensch in einem bestimmten Beruf über künstliche Intelligenz wissen, anwenden können und kritisch beurteilen können?
Daraus können sehr unterschiedliche Bildungsangebote entstehen – von berufsspezifischen Lehrplänen über Lernmodule und Fragenkataloge bis hin zu Online-Trainern.
Ausblick
Die Verbindung von Fachwissen, beruflichen Handlungssituationen und moderner Technologie dürfte künftig eine zunehmend wichtige Rolle in der beruflichen Bildung spielen.
Für den TPM-Media Verlag bietet sich damit die Möglichkeit, bestehende Strukturen der beruflichen Bildung um neue Kompetenzbereiche zu erweitern und diese gezielt auf einzelne Berufe und Tätigkeitsfelder auszurichten.
KI-Kompetenz entwickelt sich damit zunehmend von einem eigenständigen Technologiethema zu einem festen Bestandteil moderner beruflicher Bildung.