Agrarwirtschaftlich-technische Assistent

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Agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/-in (m/w/d)

Agrarwirtschaftlich-technische Assistentinnen und Assistenten verbinden naturwissenschaftliche Laborarbeit mit agrarischer Versuchspraxis. Sie unterstützen wissenschaftliche und technische Fachkräfte in Agrar- und Umweltanalytik, Pflanzenzüchtung, Saatgutprüfung, Qualitätskontrolle sowie in Forschungs- und Prüfeinrichtungen. Dabei untersuchen sie unter anderem Böden, Saatgut, Pflanzen, Futtermittel und landwirtschaftliche Erzeugnisse, betreuen Labor-, Gewächshaus- und Freilandversuche und bereiten belastbare Mess- und Versuchsdaten für fachliche Entscheidungen auf.

Aktualisiert: 18. August 2026 Landesrechtlich geregelter Ausbildungsberuf Schulische Ausbildung · in der Regel 2 Jahre Berufsfachschule oder Berufskolleg plus Praktikumsbetrieb Staatlicher Abschluss · DQR-/EQR-Niveau 4
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Ausbildungsart Schulische Ausbildung nach Landesrecht
Regeldauer In der Regel 2 Jahre
Lernorte Berufsfachschule oder Berufskolleg und Praktikumsbetrieb
Zugang Nach Landesrecht; schulische Voraussetzungen können regional abweichen
Ausbildungsstruktur Schule und Fachpraxis nach den Vorgaben des Bundeslandes
Abschluss Staatliche Abschlussprüfung nach Landesrecht
DQR-/EQR-Einordnung Landesrechtlicher Berufsabschluss · Niveau 4
Typische Praxis Labor, Gewächshaus, Versuchsfeld und Datenauswertung
Aktuelles Lernprodukt 1.500 MC-Fragen zu Lernfeld 1 im Excel-/CSV-Format
Berufsbild

Was machen agrarwirtschaftlich-technische Assistentinnen und Assistenten?

Der Beruf verbindet Biologie, Chemie, Agrarwissenschaften, Versuchswesen und moderne Laborpraxis. Agrarwirtschaftlich-technische Assistentinnen und Assistenten bereiten Proben und Versuche vor, führen Untersuchungen nach festgelegten Verfahren durch, bedienen Mess- und Laborgeräte und werten Ergebnisse aus. Je nach Einsatzgebiet arbeiten sie mit Pflanzen, Saatgut, Böden, Futtermitteln, tierischen Proben oder Lebensmitteln.

Proben untersuchen und Analysen durchführen

  • Boden-, Pflanzen-, Saatgut-, Futter- und Lebensmittelproben aufbereiten
  • Chemische, physikalische, mikrobiologische und biologische Prüfungen durchführen
  • Nährlösungen, Reagenzien und Versuchsansätze exakt herstellen
  • Messgeräte bedienen, kontrollieren und Ergebnisse nachvollziehbar protokollieren

Versuche in Labor, Gewächshaus und Freiland betreuen

  • Saatgut auswählen, behandeln, aussäen und Bestände pflegen
  • Feld-, Gewächshaus- und gegebenenfalls Stallversuche vorbereiten und begleiten
  • Wuchs, Ertrag, Qualität sowie Schädlings- und Klimaresistenz beurteilen
  • Versuchsparzellen kennzeichnen, bonitieren und fachgerecht beernten

Daten auswerten und Qualität sichern

  • Versuchsverläufe und Untersuchungsergebnisse digital dokumentieren
  • Messreihen statistisch auswerten und Qualitätsabweichungen erkennen
  • Bei Saatgutprüfung, Züchtung und molekularbiologischen Untersuchungen mitwirken
  • Hygiene-, Umwelt-, Arbeits- und Qualitätssicherungsregeln einhalten

Typischer Arbeitsauftrag von der Probe bis zum Ergebnis

  1. Untersuchungsziel, Probenplan, Methode und Qualitätskriterien aus dem Arbeitsauftrag ableiten
  2. Proben eindeutig kennzeichnen, repräsentativ entnehmen, sachgerecht transportieren und vorbereiten
  3. Geräte, Reagenzien, Referenzmaterialien und Kontrollen für den Versuchs- oder Analyseablauf bereitstellen
  4. Messung oder Versuch standardisiert durchführen und Abweichungen unmittelbar dokumentieren
  5. Rohdaten auf Plausibilität prüfen, berechnen, vergleichen und fachlich einordnen
  6. Ergebnisse nachvollziehbar protokollieren und für Fachkräfte, Auftraggeber oder Qualitätssicherung aufbereiten

Fachliche Verantwortung im Arbeitsprozess

  • Probenverwechslungen, Kontaminationen und ungeeignete Lagerbedingungen vermeiden
  • Kalibrierstatus, Blindwerte, Referenzproben und Wiederholungsmessungen berücksichtigen
  • Witterung, Standort, Boden, Entwicklungsstadium und Versuchsbedingungen bei der Bewertung einbeziehen
  • Messunsicherheiten, Ausreißer und methodische Grenzen erkennen und kenntlich machen
  • Digitale Daten vollständig, rückverfolgbar und vor nachträglicher Verfälschung geschützt erfassen
  • Aus Ergebnissen keine weitergehenden Aussagen ableiten, als Versuchsaufbau und Datenlage tatsächlich tragen
Sorgfalt und Sicherheit haben Vorrang: Der Umgang mit Chemikalien, Mikroorganismen, biologischem Probenmaterial, Laborgeräten und landwirtschaftlichen Versuchsflächen verlangt exaktes Arbeiten, geeignete Schutzausrüstung, saubere Dokumentation und die konsequente Einhaltung der jeweils geltenden Labor-, Hygiene-, Umwelt- und Arbeitsschutzvorgaben.
Einstieg

Welche Voraussetzungen sind wichtig?

Schulischer Zugang und Fachinteressen

Die schulischen Aufnahmevoraussetzungen richten sich nach dem jeweiligen Landesrecht und dem konkreten Bildungsgang. Deshalb sollte nicht bundesweit pauschal nur von einem mittleren Bildungsabschluss ausgegangen werden. Die DQR-Systembeschreibung nennt je nach Landesregelung unterschiedliche schulische Zugänge. In Niedersachsen ist für die berufsqualifizierende Berufsfachschule grundsätzlich der Sekundarabschluss I – Realschulabschluss oder ein gleichwertiger Bildungsstand vorgesehen. Hilfreich sind insbesondere:

  • Biologie für Pflanzen, Mikroorganismen, Genetik und ökologische Zusammenhänge
  • Chemie und Physik für Analysen, Stoffeigenschaften und Messverfahren
  • Mathematik für Konzentrationen, Messreihen und statistische Auswertungen
  • Informatik und Deutsch für digitale Dokumentation und Versuchsberichte

Persönliche Stärken

  • Sehr sorgfältige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise
  • Beobachtungsgenauigkeit und anhaltende Aufmerksamkeit
  • Analytisches Denken und Verständnis für naturwissenschaftliche Abläufe
  • Durchhaltevermögen bei länger laufenden Versuchsreihen
  • Organisationstalent, Zuverlässigkeit und saubere Dokumentation
  • Teamfähigkeit und Bereitschaft zur Arbeit im Labor und im Freien
Praktischer Tipp: Ein Praktikum in einem Pflanzenzucht- oder Saatgutunternehmen, einem agrarwissenschaftlichen Forschungsinstitut, einem Prüflabor oder einer Landwirtschaftskammer zeigt besonders gut, wie sich Laborarbeit, Datenpflege, Gewächshaus- und Freilandversuche im Alltag miteinander verbinden.
Landesbeispiel Niedersachsen: Die Aufnahme in den Bildungsgang hängt dort zusätzlich davon ab, dass spätestens bis zum Beginn der praktischen Ausbildung die Zusage einer von der Schule als geeignet anerkannten Einrichtung für die praktische Ausbildung nachgewiesen wird. Bewerberinnen und Bewerber sollten deshalb nicht nur die schulischen Voraussetzungen, sondern auch die Anforderungen an den Praxisplatz frühzeitig prüfen.
Berufsfachschule und Praktikumsbetrieb

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/in ist eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung. Sie dauert in der Regel zwei Jahre und verbindet Unterricht an einer Berufsfachschule oder einem Berufskolleg mit fachpraktischen Anteilen beziehungsweise einem Betriebspraktikum. Die genaue zeitliche Gliederung, mögliche Schwerpunkte und Aufnahmebedingungen richten sich nach dem Bundesland und der jeweiligen Schule.

Schulische Grundlagenphase Naturwissenschaften und Laborbasis
  1. Schule Biologie, Chemie, Physik, Mathematik und fachbezogene Datenverarbeitung
  2. Labor Gerätekunde, Probenahme, Arbeitsschutz und grundlegende Analyseverfahren
  3. Agrar Bodenkunde, Pflanzenernährung, Pflanzenbau und Grundlagen der Tierproduktion
Fachpraktische Phase Praktikumsbetrieb und Versuchspraxis
  1. Praxis Labor-, Gewächshaus-, Freiland- oder Versuchsstallarbeiten im Praktikumsbetrieb
  2. Versuch Versuchsplanung, Probenbearbeitung, Bonituren und Qualitätskontrollen
  3. Daten Dokumentation, elektronische Datenerfassung und statistische Auswertung
Vertiefungs- und Abschlussphase Berufsbezogene Spezialisierung
  1. Fachlich Pflanzenzüchtung, Saatgutprüfung, Mikrobiologie und Versuchswesen
  2. Qualität Bewerten von Untersuchungsergebnissen und Sichern verlässlicher Arbeitsabläufe
  3. Prüfung Vorbereitung auf die staatliche Abschlussprüfung nach Landesrecht

Landesbeispiel: Pflanzenproduktion und Tierproduktion

Die aktuelle niedersächsische Ausbildungsstruktur unterscheidet ausdrücklich zwischen den Schwerpunkten Pflanzenproduktion und Tierproduktion. Pflanzenproduktion umfasst unter anderem Versuchswesen, Bodenkunde und Pflanzenernährung, Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Pflanzenzüchtung, Biologie und Mikrobiologie. Im Schwerpunkt Tierproduktion treten insbesondere Tierernährung, Tierzucht und Tierhygiene hinzu.

Landesbeispiel: 1.800 Stunden betriebliche Praxis

In Niedersachsen findet während des zweijährigen Bildungsganges zusätzlich eine praktische Ausbildung von insgesamt 1.800 Zeitstunden in geeigneten anerkannten betrieblichen Ausbildungsstätten statt. Die Schule regelt Ort und Zeitpunkt. Nach Abschluss sind ein Tätigkeitsbericht und eine Bescheinigung der Ausbildungsstätte einzureichen.

Regionale Unterschiede beachten: Manche Schulen bündeln die Praxis in einem längeren Betriebspraktikum, andere verteilen fachpraktische Anteile über den Bildungsgang. Verbindlich sind immer die aktuellen landesrechtlichen Vorgaben und die Informationen der ausgewählten Schule. Die genannten 1.800 Zeitstunden sind ein konkret belegtes Beispiel aus Niedersachsen und keine bundesweit einheitliche Stundenangabe.
Berufsbezogener Unterricht

Typische Fachinhalte im Überblick

Für diese landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung besteht kein bundesweit einheitlicher KMK-Rahmenlehrplan mit identischen Lernfeldern. Fächerbezeichnungen, Stundenumfang und Schwerpunktsetzung können daher zwischen Bundesländern und Schulen abweichen. Die folgenden Bereiche bilden die typischen, fachlich belegten Ausbildungsschwerpunkte ab.

Naturwissenschaften und Laborpraxis

  • Biologie, Chemie, Physik und Mikrobiologie
  • Laborgeräte, Messverfahren, Probenahme und Probenaufbereitung
  • Nährmedien, Reagenzien, Verdünnungen und analytische Grundlagen
  • Laborhygiene, Arbeitsschutz, Umweltschutz und Qualitätssicherung

Pflanzenproduktion und Agraranalytik

  • Bodenkunde, Pflanzenernährung und Pflanzenbau
  • Pflanzenschutz, Schadbilder und Schädlingsdiagnostik
  • Pflanzenzüchtung, Genetik und Saatgutprüfung
  • Lebensmittel-, Futtermittel- und Umweltuntersuchungen

Versuchswesen, Biometrie und Daten

  • Planung, Anlage und Betreuung von Versuchsreihen
  • Bonitur, Ertrags- und Qualitätsprüfung sowie Datenerfassung
  • Mathematik, Biometrie und statistische Grundauswertung
  • Elektronische Daten- und Textverarbeitung sowie fachbezogenes Englisch

Aktuelle Fächerstruktur im Schwerpunkt Pflanzenproduktion – Beispiel Niedersachsen

  • Versuchswesen
  • Bodenkunde und Pflanzenernährung
  • Pflanzenbau und Pflanzenschutz
  • Pflanzenzüchtung
  • Biologie und Mikrobiologie
  • Naturwissenschaftliche Laborarbeit

Aktuelle Fächerstruktur im Schwerpunkt Tierproduktion – Beispiel Niedersachsen

  • Versuchswesen
  • Tierernährung
  • Tierzucht und Tierhygiene
  • Biologie und Mikrobiologie
  • Chemie und Physik
  • Naturwissenschaftliche Laborarbeit
Lernfeld 1: Biologische, ökologische und standortbezogene Grundlagen bewerten Fachlicher Schwerpunkt des aktuell verlinkten Excel-/CSV-Fragenkatalogs
  1. 01 Fachbegriffe, Grundlagen und Zusammenhänge zu Bodenarten, Bodenfruchtbarkeit und Bodenleben erläutern
  2. 02 Anforderungen, Varianten und Einsatzgrenzen von Klima, Witterung und Mikroklima vergleichen
  3. 03 Informationen, Daten und Vorgaben zur Pflanzen- und Tierbiologie systematisch auswerten
  4. 04 Aufgaben und Vorgehensweisen für Ökosysteme und Stoffkreisläufe fachgerecht planen
  5. 05 Geeignete Verfahren, Mittel und Kriterien für den Nährstoff- und Wasserhaushalt begründet auswählen
  6. 06 Arbeiten und Entscheidungen zu Artenvielfalt und Lebensräumen sicher und fachgerecht durchführen
  7. 07 Qualität, Wirksamkeit und Vorgabeneinhaltung bei Schaderregern, Krankheiten und Stressfaktoren kontrollieren
  8. 08 Störungen, Risiken und Abweichungen bei Standort- und Nutzungseignung erkennen und bewerten
  9. 09 Ergebnisse, Nachweise und Entscheidungen zu Umweltwirkungen betrieblicher Maßnahmen nachvollziehbar dokumentieren
  10. 10 Erfahrungen und Kennzahlen zur Anpassung an Klima- und Umweltveränderungen auswerten und Verbesserungen ableiten
Wichtig zur Einordnung von Lernfeld 1: Die oben dargestellte Lernfeldstruktur ist die fachliche Gliederung des verlinkten TPM-Media-Fragenkatalogs. Da die Ausbildung landesrechtlich geregelt ist, können Schulen dieselben Inhalte unter anderen Fach-, Modul- oder Lernfeldbezeichnungen führen. Verbindlich bleibt der jeweils gültige landesrechtliche Lehr- beziehungsweise Bildungsplan der besuchten Schule.
Leistungsnachweise und staatlicher Abschluss

Wie wird die Ausbildung abgeschlossen?

Während der Ausbildung werden Leistungen in den unterrichteten Fächern und fachpraktischen Bereichen festgestellt. Am Ende steht eine staatliche Abschlussprüfung. Aufbau, Prüfungsfächer, Bearbeitungszeiten, Gewichtung und mögliche mündliche Ergänzungen richten sich nach dem Landesrecht und der zuständigen Schule; eine bundesweit einheitliche IHK-Prüfung gibt es nicht.

Laufende Leistungsnachweise Nach Vorgabe der Schule

Fachtheorie und Dokumentation

Klassenarbeiten, Versuchsprotokolle, Auswertungen, Referate und weitere Leistungsnachweise sichern den Lernfortschritt in naturwissenschaftlichen, agrarwirtschaftlichen und allgemeinbildenden Fächern.

Fachpraktische Leistungen Labor, Gewächshaus und Versuchsfeld

Praktisches Arbeiten und Qualitätssicherung

Beurteilt werden können unter anderem Probenahme und Probenaufbereitung, sicheres Bedienen von Geräten, exaktes Durchführen eines Analyse- oder Versuchsablaufs sowie vollständiges Dokumentieren der Ergebnisse.

Staatliche Abschlussprüfung Schriftliche und fachpraktische Anteile möglich

Berufsbezogene Abschlussleistungen

Typische Prüfungsbereiche können Biologie, Chemie, Pflanzenbau, Pflanzenzüchtung, Versuchswesen und Laborpraxis umfassen. Welche Fächer tatsächlich geprüft werden, entscheidet die geltende Ausbildungs- und Prüfungsregelung des Bundeslandes.

Staatliche Berufsqualifikation DQR-/EQR-Niveau 4

Abschluss nach Landesrecht

Nach erfolgreich absolvierter Ausbildung und bestandener staatlicher Abschlussprüfung wird die landesrechtlich vorgesehene Berufsbezeichnung verliehen, regelmäßig als staatlich geprüfte agrarwirtschaftlich-technische Assistentin beziehungsweise staatlich geprüfter agrarwirtschaftlich-technischer Assistent.

Landesbeispiel Niedersachsen konkret geregelte Prüfungsstruktur

Schriftliche und praktische Abschlussprüfung

Für den Schwerpunkt Pflanzenproduktion sieht Niedersachsen drei schriftliche Klausurarbeiten von jeweils drei Zeitstunden vor: aus Bodenkunde und Pflanzenernährung oder Chemie und Physik, aus Pflanzenbau, Pflanzenschutz oder Biologie sowie aus Pflanzenzüchtung, Versuchswesen oder Mikrobiologie. Für Tierproduktion bestehen entsprechende Prüfungsgruppen aus Tierernährung beziehungsweise Chemie und Physik, Tierzucht beziehungsweise Biologie sowie Tierhygiene, Versuchswesen oder Mikrobiologie. Die praktische Prüfung besteht dort aus einer kompetenzbereichsübergreifenden Aufgabe im Fach Naturwissenschaftliche Laborarbeit mit einer Bearbeitungszeit von drei Zeitstunden.

Vor der Bewerbung prüfen: Schulen veröffentlichen die für ihren Bildungsgang geltenden Aufnahme-, Praktikums- und Prüfungsbedingungen. Diese Angaben sind verbindlicher als allgemeine Berufsbeschreibungen. Das niedersächsische Prüfungsbeispiel darf nicht auf andere Bundesländer übertragen werden.
Vergütung, Kosten und Förderung

Welche finanziellen Rahmenbedingungen gelten?

Da es sich um eine schulische Ausbildung handelt, wird grundsätzlich keine Ausbildungsvergütung gezahlt. An einzelnen Schulen können Kosten entstehen. Während betrieblicher Praktikumsphasen ist je nach Praktikumsvertrag eine freiwillige Vergütung möglich, sie ist jedoch nicht bundesweit garantiert.

Bereich Typische finanzielle Situation
Schulische Ausbildungszeit In der Regel keine Ausbildungsvergütung
Betriebspraktikum Vergütung nur bei entsprechender Vereinbarung
Schule und Förderung Kosten und Fördermöglichkeiten vor Ort prüfen
Wichtig: Möglich sind je nach Schule beispielsweise Schulgeld, Aufnahme- oder Prüfungsgebühren sowie Aufwendungen für Lernmittel, Schutzkleidung oder Fahrten. Ob Schüler-BAföG oder eine andere Förderung infrage kommt, muss individuell mit der zuständigen Stelle geklärt werden.
Beschäftigung

Wo arbeiten agrarwirtschaftlich-technische Assistentinnen und Assistenten?

Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen bei Forschungsinstituten, Landwirtschaftskammern, Veterinärämtern, Ämtern für Lebensmittelsicherheit, Erzeugervereinigungen, Pflanzen- und Saatzuchtunternehmen sowie in Teilen der chemischen, Lebensmittel-, Futtermittel- und agrarnahen Industrie.

Labore und Analytik

Untersuchung von Böden, Saatgut, Pflanzen, Futter- und Lebensmitteln sowie mikrobiologischen oder molekularbiologischen Proben.

Gewächshaus, Versuchsfeld und Stall

Anlage, Pflege, Bonitur und Ernte von Versuchen sowie Beobachtung von Pflanzenbeständen und gegebenenfalls tierbezogenen Versuchsanordnungen.

Büro und Datenauswertung

Digitale Dokumentation, statistische Auswertung, Qualitätsberichte, Versuchsplanung und Kommunikation mit wissenschaftlichen Fachkräften.

Nach dem Abschluss

Berufseinstieg, Spezialisierung und Weiterbildung

Nach dem staatlichen Abschluss sind qualifizierte Tätigkeiten in Pflanzenzüchtung, Saatgutwesen, Agrar- und Umweltanalytik, Forschungs- und Prüfeinrichtungen sowie in der Qualitätssicherung agrarischer Erzeugnisse möglich. Mit Berufserfahrung können spezialisierte Labor-, Versuchs-, Dokumentations- und Koordinationsaufgaben übernommen werden.

Fachliche Spezialisierung

  • Pflanzenzüchtung, Saatgutprüfung und Versuchswesen
  • Boden-, Pflanzen-, Futter- und Lebensmittelanalytik
  • Mikrobiologie und molekularbiologische Verfahren
  • Biometrie, Datenmanagement und Qualitätssicherung

Weiterbildung

  • Labor- und Qualitätsmanagement
  • Pflanzenschutz, Saatgutwesen oder Biotechnologie
  • Fachbezogene Techniker- oder Meisterqualifikationen, sofern zugänglich
  • Ausbildereignungsprüfung für spätere Ausbildungsaufgaben

Studium

  • Agrarwissenschaften
  • Pflanzenwissenschaften oder Pflanzenbiotechnologie
  • Biologie, Biochemie oder Lebensmitteltechnologie
  • Umweltwissenschaften oder verwandte Studiengänge
Hinweis: Der DQR nennt als Anschlussmöglichkeiten ausdrücklich den Zugang zu landesrechtlich geregelten Weiterbildungen und bundesrechtlich geregelten Fortbildungen sowie einen fachgebundenen Hochschulzugang nach Maßgabe des jeweiligen Landeshochschulrechts. Für konkrete Weiterbildungen und Studiengänge gelten dennoch eigene Zulassungsvoraussetzungen. Eine zusätzlich erworbene Fachhochschulreife oder Hochschulzugangsberechtigung kann deshalb weiterhin entscheidend sein.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen zur Ausbildung

Ist Agrarwirtschaftlich-technische/r Assistent/-in eine duale Ausbildung?

Nein. Es handelt sich um eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung an Berufsfachschulen oder Berufskollegs mit integrierten fachpraktischen Anteilen beziehungsweise einem Betriebspraktikum.

Welcher Schulabschluss wird benötigt?

In der Regel wird ein mittlerer Bildungsabschluss erwartet. Die konkrete Schule kann zusätzliche Aufnahmebedingungen festlegen, beispielsweise einen Praktikumsvertrag oder bestimmte schulische Leistungen.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Regeldauer beträgt zwei Jahre. Die genaue Verteilung von Schul- und Praxisphasen sowie mögliche Zusatzqualifikationen unterscheiden sich nach Bundesland und Schule.

Wo findet die praktische Ausbildung statt?

Geeignete Praktikumsstellen finden sich beispielsweise in Pflanzenzucht- und Saatgutunternehmen, Forschungsinstituten, Landwirtschaftskammern, Prüflaboren oder agrarnahen Industrieunternehmen.

Wird während der Ausbildung eine Vergütung gezahlt?

Während der schulischen Ausbildung besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Ausbildungsvergütung. Eine Zahlung im Betriebspraktikum ist nur möglich, wenn dies individuell vereinbart wurde.

Gibt es bundesweit einheitliche Lernfelder und Prüfungen?

Nein. Die Ausbildung ist landesrechtlich geregelt. Lehrpläne, Fächerbezeichnungen, Schwerpunkte und Prüfungsdetails können sich deshalb zwischen den Bundesländern und Schulen unterscheiden.

Gibt es regionale Schwerpunkte wie Pflanzenproduktion oder Tierproduktion?

Ja. Die konkrete Schwerpunktbildung richtet sich nach Landesrecht und Schulangebot. In Niedersachsen sind in den aktuellen Regelungen beispielsweise die Schwerpunkte Pflanzenproduktion und Tierproduktion vorgesehen. Welche Variante tatsächlich angeboten wird, muss bei der jeweiligen Schule geprüft werden.

Ist bereits ein berufsspezifisches Produkt im TPM-Mediashop verlinkt?

Ja. Verlinkt ist die Excel-/CSV-Fragenkatalog-Datenbank mit 1.500 Multiple-Choice-Fragen zu Lernfeld 1: Biologische, ökologische und standortbezogene Grundlagen bewerten. Das Produkt richtet sich insbesondere an gewerbliche Bildungsanbieter und Betreiber eigener Lern-, Quiz- oder Prüfungssysteme.

Geprüfte Grundlagen

Offizielle Quellen zum Nachlesen

Redaktionell und fachlich geprüft am 18. August 2026. Aufnahmebedingungen, Fachbezeichnungen, Praxisorganisation, Prüfungsvorgaben, Kosten und Schwerpunkte können je nach Bundesland, Schule und Praktikumsbetrieb abweichen.

Ausbildungsbetriebe und Werbepartner

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