Assistent/-in für Informatik, Schwerpunkt technische Informatik (m/w/d)
Der Schwerpunkt technische Informatik verbindet Hard- und Software. Die Fachkräfte richten Rechner- und Kommunikationsssysteme ein, programmieren eingebettete oder automatisierte Systeme, prüfen Schnittstellen und unterstützen den sicheren Betrieb technischer IT-Lösungen.
Was macht man im Schwerpunkt technische Informatik?
Der Schwerpunkt technische Informatik verbindet die gemeinsamen Grundlagen der informationstechnischen Assistenz mit einem klaren fachlichen Profil. Das Profil reicht von Rechner- und Netzwerktechnik bis zu Automatisierung, Steuerungen und computerintegrierter Produktion.
Hardware und Schnittstellen
- Komponenten, Sensoren, Aktoren und Schnittstellen auswählen
- Elektrische und digitale Signale messen und beurteilen
- Technische Systeme aufbauen, prüfen und dokumentieren
Eingebettete Systeme
- Mikrocontroller und hardwarenahe Programme einsetzen
- Steuerungs- und Automatisierungsaufgaben umsetzen
- Fehler zwischen Hardware, Firmware und Anwendung eingrenzen
Kommunikation und Betrieb
- Netzwerk- und Kommunikationssysteme konfigurieren
- Technische IT-Systeme warten und Störungen analysieren
- Sicherheits-, Qualitäts- und Dokumentationsanforderungen beachten
Welche Voraussetzungen sind wichtig?
Formaler Zugang
- Je nach Bildungsgang mittlerer Bildungsabschluss, Fachhochschulreife oder allgemeine Hochschulreife
- Auswahl und Aufnahme erfolgen nach Landesrecht sowie den Kriterien der Schule
- Notenvorgaben, Eignungstests, Auswahlgespräche oder Praktikumsnachweise können hinzukommen
- Der gleichzeitige Erwerb der Fachhochschulreife ist nur in entsprechend eingerichteten Bildungsgängen möglich
Persönliche Stärken
- Technisches Verständnis für Elektronik, Hardware und Software
- Logisches Denken bei Signalwegen und Systemfehlern
- Sorgfalt beim Messen, Verdrahten und Konfigurieren
- Ausdauer bei hardwarenaher Programmierung und Diagnose
- Sicherheitsbewusstsein im Umgang mit technischen Anlagen
- Gute Grundlagen in Informatik, Mathematik, Physik und Englisch
Wie ist der Bildungsgang aufgebaut?
Die Ausbildung ist vollzeitschulisch organisiert und enthält fachpraktische Anteile sowie ein Betriebspraktikum. Im KMK-Rahmen dauert der reine Berufsabschluss grundsätzlich zwei Jahre; bei integriertem Erwerb der Fachhochschulreife kann der Bildungsgang länger dauern.
Schule und IT-Labor
- Programmierung, IT-Systeme, Netzwerke, Datenbanken und Projektarbeit
- Vertiefung der gemeinsamen Grundlagen durch technische Informatik
- Übungen an realitätsnahen Systemen, Entwicklungsumgebungen und Fallaufträgen
- Berufsübergreifender Unterricht sowie fachbezogenes Englisch
- Zusätzliche Unterrichtsanteile bei integriertem Erwerb der Fachhochschulreife
Praxis und Projekte
- Betriebspraktikum zur Anwendung schulisch erworbener Kompetenzen
- Teamarbeit von der Anforderungsanalyse bis zur Präsentation
- Dokumentation, Qualitätssicherung und Datenschutz
- Schulinterne Projekte mit einem fachlichen Schwerpunktauftrag
- Umfang und zeitliche Lage der Praxisphasen nach Landes- und Schulrecht
Welche Inhalte gehören zur Ausbildung?
Die folgenden neun Lernfelder stammen aus dem offiziellen Lehrplan der Berufsfachschule III Informationstechnik in Schleswig-Holstein. Die ersten sechs Lernfelder gelten dort gemeinsam; die letzten drei bilden den Schwerpunkt technische Informatik. In anderen Ländern können Bezeichnungen, Reihenfolge und Gewichtung abweichen.
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01 Informationstechnische Systeme nutzen, analysieren und gestalten
Hardware, Betriebssysteme und Systemzusammenhänge untersuchen, auswählen und zielgerichtet einsetzen -
02 Einfache Anwendungsprogramme planen und erstellen
Algorithmen entwickeln, Programme strukturiert umsetzen, testen und dokumentieren -
03 Internetanwendungen analysieren und gestalten
Webtechnologien, Benutzerführung, Datenanbindung und mediengerechte Darstellung verbinden
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04 Vernetzte IT-Systeme einrichten, analysieren und administrieren
Netzwerke konfigurieren, Dienste bereitstellen, Zugriffe absichern und Störungen systematisch bearbeiten -
05 Anwendungssoftware planen, realisieren und testen
Anforderungen klären, Lösungen entwickeln und deren Qualität mit geeigneten Testverfahren prüfen -
06 Informationstechnische Projekte planen und durchführen
Aufträge strukturieren, Ressourcen abstimmen, Ergebnisse präsentieren und Projektverläufe auswerten
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07 Elektrotechnische Systeme analysieren, realisieren und prüfen
Schaltungen, Messgrößen, Bauelemente und Schutzmaßnahmen verstehen und praktisch anwenden -
08 Eingebettete Systeme auswählen und einsetzen
Mikrocontrollerbasierte Lösungen konfigurieren, programmieren, testen und in technische Systeme integrieren -
09 Kommunikationssysteme auswählen und einsetzen
Übertragungswege, Protokolle und Geräte passend zur technischen Aufgabe planen und in Betrieb nehmen
Wie kann die Abschlussprüfung aufgebaut sein?
Die konkrete Abschlussprüfung richtet sich nach Landesrecht. Der KMK-Rahmen sieht für technische Assistentenberufe eine schriftliche und eine praktische Prüfung vor; eine mündliche Ergänzung ist möglich.
Schriftlicher Teil
Mehrere berufsbezogene Aufsichtsarbeiten prüfen fachliches Analysieren, Planen und Begründen. Welche Fächer und Bearbeitungszeiten gelten, bestimmt das jeweilige Landesrecht.
Praktische Aufgabe in technische Informatik
Eine komplexe berufstypische Aufgabe kann Planung, technische Umsetzung, Test, Dokumentation und Präsentation verbinden. Das genaue Format legt die Prüfungsordnung fest.
Mündliche Ergänzung
Je nach Landesregelung können einzelne Lernbereiche mündlich geprüft oder schriftliche Leistungen ergänzt werden. Auch Gewichtung und Bestehensregeln sind landesspezifisch.
Vergütung, Schulgeld und Förderung
Während der schulischen Ausbildung wird keine Ausbildungsvergütung gezahlt. An einzelnen Schulen können Schulgeld, Aufnahme- oder Prüfungsgebühren sowie Kosten für Lernmittel und technische Ausstattung entstehen.
Mögliche Kosten
- Notebook, Speichermedien oder weitere technische Ausstattung
- Fachliteratur, digitale Lernmittel und gegebenenfalls Softwarezugänge
- Fahrt-, Unterkunfts- und Verpflegungskosten in Praxisphasen
- Schul-, Aufnahme- oder Prüfungsgebühren je nach Träger
Mögliche Förderung
- Schüler-BAföG bei erfüllten persönlichen und schulischen Voraussetzungen
- Förderangebote des Bundeslandes oder des Schulträgers
- Unterstützung für Lernmittel oder Fahrtkosten nach regionalen Regeln
- Beratung durch Schule und zuständiges Amt für Ausbildungsförderung
Wo kann man arbeiten?
Der Schwerpunkt technische Informatik qualifiziert für Aufgaben an der Schnittstelle von IT-Entwicklung, Systembetrieb und fachlicher Anwendung. Die tatsächliche Position hängt vom Landeslehrplan, den Praxisphasen und dem Arbeitgeber ab.
Automatisierung und Produktion
- Maschinen- und Anlagenbau
- Automatisierungs- und Steuerungstechnik
- Computerintegrierte Fertigung
IT und Kommunikation
- Systemhäuser und technische IT-Dienstleister
- Netzbetreiber und Telekommunikation
- Geräte-, Embedded- und IoT-Umgebungen
Typische Arbeitsumgebungen
- IT- und Elektroniklabor
- Werkstatt, Produktion oder Prüfstand
- Büro, Kunden- und Servicestellen
Berufseinstieg und Weiterbildung
Nach dem Abschluss sind Einstiege in fachnahen IT-Aufgaben möglich. Berufspraxis, aktuelle Technologiekenntnisse und ein sichtbares Portfolio aus Projekten stärken besonders im Schwerpunkt technische Informatik den Übergang.
Fachliche Vertiefung
- Embedded Systems
- Automatisierungs- und Steuerungstechnik
- Netzwerk- und Kommunikationstechnik
Weiterbildung
- Mikrocontroller und hardwarenahe Entwicklung
- SPS, Robotik und industrielle Kommunikation
- IT- und OT-Sicherheit
Studium bei Hochschulzugang
- Technische Informatik
- Elektrotechnik oder Informationstechnik
- Automatisierungstechnik
Häufige Fragen zum Bildungsgang
Ist dies eine duale Ausbildung?
Nein. Es handelt sich um einen landesrechtlich geregelten schulischen Bildungsgang mit fachpraktischen Anteilen und einem Praktikum.
Wie lange dauert der Bildungsgang?
Je nach Land, Zugang und möglichem Zusatzabschluss in der Regel zwei bis drei Jahre. Verbindlich ist die Ausschreibung der jeweiligen Schule.
Was unterscheidet technische Informatik von allgemeiner Informatik?
Technische Informatik legt mehr Gewicht auf Hardware, Elektrotechnik, eingebettete Systeme und Kommunikationssysteme. Software wird besonders dort betrachtet, wo sie Geräte, Maschinen oder technische Prozesse steuert.
Welcher Schulabschluss wird benötigt?
Je nach Schule mittlerer Bildungsabschluss, Fachhochschulreife oder Abitur. Weitere Auswahlkriterien sind möglich.
Wird eine Ausbildungsvergütung gezahlt?
Nein. Bei schulischen Ausbildungen wird keine Ausbildungsvergütung gezahlt; je nach Schulträger können Kosten entstehen.
Ist der Abschluss mit Fachinformatiker/-in identisch?
Nein. Fachinformatiker/-in ist ein dualer Ausbildungsberuf nach Bundesrecht. Die Assistenzqualifikation wird schulisch nach Landesrecht erworben.
Welche Lernfelder sind verbindlich?
Die auf dieser Seite gezeigten Lernfelder sind das amtliche Beispiel Schleswig-Holsteins. Verbindlich ist immer der aktuelle Lehrplan des besuchten Bundeslandes.
Wie sieht die Abschlussprüfung aus?
Der KMK-Rahmen sieht schriftliche und praktische Bestandteile vor; eine mündliche Ergänzung ist möglich. Details regelt die jeweilige Prüfungsordnung.
Quellen zum Nachlesen
- Bundesagentur für Arbeit: BERUFENET-Steckbrief „Technische/r Assistent/in für Informatik“, Stand 1. Dezember 2025
- Schleswig-Holsteinisches Institut für Berufliche Bildung: Lehrplan Berufsfachschule III Informationstechnik, August 2018
- Kultusministerkonferenz: Dokumentation der landesrechtlich geregelten Berufsabschlüsse an Berufsfachschulen, 20. März 2026
Redaktionell geprüft am 31. Juli 2026. Tätigkeiten und allgemeine Rahmendaten wurden mit den berufskundlichen Angaben der Bundesagentur für Arbeit abgeglichen. Die Schwerpunkt-Lernfelder folgen dem amtlichen Lehrplan Schleswig-Holsteins; andere Länder können abweichende Regelungen verwenden.
Berufsspezifischer Fragenkatalog
Für diesen Bildungsgang ist ein berufsspezifischer Fragenkatalog vorgesehen. Da mit der Berufsliste weder Fragenzahl noch Seitenumfang oder Produktlink übermittelt wurden, enthält das Script keine geschätzten Produktangaben.
Fragenkatalog Assistent/-in für Informatik, Schwerpunkt technische Informatik
Der geplante Fragenkatalog soll die gemeinsamen IT-Grundlagen und die profilgebenden Inhalte des Schwerpunkts technische Informatik verbinden. Die endgültige Gliederung muss an Landeslehrplan, Stundentafel und konkrete Prüfungsordnung angepasst werden.
Produkt- und Buchungsstatus geprüft am 31. Juli 2026.