Chemielaborjungwerker

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Chemielaborjungwerker/-in (m/w/d)

Chemielaborjungwerkerinnen und Chemielaborjungwerker unterstützen chemische und physikalisch-chemische Untersuchungen. Sie bereiten Versuche vor, stellen Lösungen her, führen Routineprüfungen durch und dokumentieren Messwerte und Ergebnisse.

Anerkannter dualer AusbildungsberufRegeldauer: 24 MonateZuständigkeitsbereich: Industrie und HandelAusbildungsbetrieb und BerufsschuleMonoberuf ohne FachrichtungenInformationsstand: 1. August 2026
AusbildungsartDuale Berufsausbildung in der Industrie
Regeldauer24 Monate
LernorteAusbildungsbetrieb und Berufsschule
ZugangRechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben
StrukturMonoberuf ohne Fachrichtungen oder Schwerpunkte
AbschlussIHK-Abschlussprüfung
Berufsbild

Was machen Chemielaborjungwerkerinnen und Chemielaborjungwerker?

Sie übernehmen klar abgegrenzte Laborarbeiten und wirken bei der Prüfung chemischer Produkte sowie bei Versuchsreihen mit.

Versuche vorbereiten

  • Arbeitsplätze, Geräte und Apparaturen vorbereiten
  • Proben entnehmen und aufbereiten
  • Chemische Lösungen nach Vorgabe herstellen

Untersuchungen durchführen

  • Wiegen, messen, filtrieren und destillieren
  • Routineuntersuchungen selbstständig ausführen
  • Versuchsabläufe beobachten und überwachen

Auswerten und pflegen

  • Messwerte erfassen und Ergebnisse auswerten
  • Versuchsprotokolle führen
  • Laborgeräte reinigen, pflegen und instand halten
Abgrenzung: Der zweijährige Beruf ist nicht mit der dreieinhalbjährigen Ausbildung Chemielaborant/-in gleichzusetzen. Aufgaben werden innerhalb vorgegebener Untersuchungs- und Versuchsabläufe ausgeführt.
Einstieg

Welche Voraussetzungen sind wichtig?

Formaler Zugang

  • Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben
  • Ausbildungsvertrag mit einem geeigneten Industriebetrieb
  • Auswahlkriterien legt der Ausbildungsbetrieb fest
  • Eignung für sorgfältige Laborarbeit und den Umgang mit Gefahrstoffen

Persönliche Stärken

  • Geschicklichkeit und Auge-Hand-Koordination
  • Beobachtungsgenauigkeit
  • Aufmerksamkeit und Durchhaltevermögen
  • Technisches Verständnis
  • Verantwortungsbewusstsein
  • Interesse an Chemie, Physik und Mathematik
Vor Vertragsabschluss: Ausbildungsbetrieb, Berufsschulzuordnung und konkrete Durchführung sollten mit der zuständigen IHK geklärt werden.
Betrieb und Berufsschule

Wie ist die duale Ausbildung aufgebaut?

Die Regeldauer beträgt 24 Monate. Die betriebliche Praxis wird durch Unterricht an der Berufsschule ergänzt. Für diesen Beruf hat die Kultusministerkonferenz keinen eigenen Rahmenlehrplan beschlossen.

Im Ausbildungsbetrieb

  • Laborgeräte, Werkstoffe und Apparaturen handhaben
  • Proben vorbereiten und einfache Untersuchungen durchführen
  • Stoffe trennen, reinigen, trocknen und Lösungen herstellen
  • Messungen ausführen und protokollieren
  • Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz anwenden

In der Berufsschule

  • Berufsbezogene chemische und physikalische Grundlagen
  • Technische Mathematik und Labortechnik
  • Wirtschafts- und Sozialkunde
  • Unterricht nach den Vorgaben des jeweiligen Landes und Schulstandorts
  • Kein bundeseinheitlicher KMK-Rahmenlehrplan für diesen Beruf
Besonderheit: Die Anerkennungsgrundlage stammt vom 8. November 1938. Aktuelle Ausbildungsplanung und Prüfungspraxis sind deshalb mit Ausbildungsbetrieb und zuständiger IHK abzustimmen.
Betriebliche Qualifikationen

Welche Inhalte gehören zur Ausbildung?

Die folgenden Themen beruhen auf den von der IHK veröffentlichten Ausbildungsinhalten. Sie sind bewusst nicht als KMK-Lernfelder bezeichnet.

LaborgrundlagenArbeitsmittel sicher beherrschen
  1. 01Werkstoffe
    Glas, Porzellan, Gummi, Kork und Kunststoffe bearbeiten und behandeln
  2. 02Laborgeräte
    Geräte und Apparate reinigen, pflegen und behandeln
  3. 03Wiegen und Messen
    Waagen verwenden und Messinstrumente ablesen
  4. 04Mechanische Arbeiten
    Messen, Anreißen, Feilen, Sägen und weitere Grundarbeiten ausführen
Stoffe und VerfahrenLaboroperationen nach Vorgabe durchführen
  1. 05Stoffvorbereitung
    Feste Stoffe trocknen, zerkleinern und mischen
  2. 06Lösungen
    Chemische Lösungen nach Arbeitsvorgabe herstellen
  3. 07Trennverfahren
    Sieben, filtrieren, destillieren, sublimieren und extrahieren
  4. 08Reinigung
    Eindampfen, kristallisieren und weitere einfache Verfahren anwenden
Messung und DokumentationErgebnisse nachvollziehbar festhalten
  1. 09Stoffkennwerte
    Dichte sowie weitere physikalische Kennwerte bestimmen
  2. 10Optische Geräte
    Mit Lupen und einfachen Mikroskopen arbeiten
  3. 11Apparaturen
    Einfache Versuchsanordnungen sachgerecht aufbauen
  4. 12Protokolle
    Versuchsabläufe, Messwerte und Ergebnisse dokumentieren
Für den Unterricht verbindlich: Da kein KMK-Rahmenlehrplan besteht, gelten die Vorgaben des zuständigen Landes, der Berufsschule und der zuständigen IHK.
Zwischen- und Abschlussprüfung

Wie ist die IHK-Prüfung aufgebaut?

Nach den veröffentlichten Angaben der IHK Pfalz findet am Ende des ersten Ausbildungsjahres eine praktische und schriftliche Zwischenprüfung statt. Die Abschlussprüfung umfasst schriftliche Fächer und praktische Arbeitsproben.

Ende 1. Ausbildungsjahrpraktisch und schriftlich

Zwischenprüfung

Sie dient der Ermittlung des Ausbildungsstands und bezieht sich auf die bis dahin vermittelten Fertigkeiten und Kenntnisse.

Schriftlich240 Minuten gesamt

Schriftliche Abschlussbereiche

Technologie: 75 Minuten, Technische Mathematik: 90 Minuten, Labortechnik: 45 Minuten sowie Wirtschafts- und Sozialkunde: 30 Minuten.

Praktischmaximal 8 Stunden

Praktische Arbeitsproben

Möglich sind Probenahme und Aufbereitung, Messungen von Stoffkennwerten, chemische Laborarbeiten, einfache Maß- und Gewichtsanalyse, Arbeiten mit optischen Geräten, Protokollführung sowie Pflege der Arbeitsgeräte.

Prüfung verbindlich klären: Die konkrete Durchführung, aktuelle Termine und eine mögliche mündliche Ergänzungsprüfung richten sich nach den Vorgaben der zuständigen IHK.
Finanzielle Rahmenbedingungen

Ausbildungsvergütung und mögliche Kosten

Als dual Auszubildende erhalten Chemielaborjungwerker/-innen eine vertraglich vereinbarte Ausbildungsvergütung. Ihre Höhe hängt insbesondere von Branche, Tarifbindung, Region und Ausbildungsjahr ab.

Mögliche Eigenkosten

  • Fahrten zu Betrieb und Berufsschule
  • Private Lernmittel und Fachliteratur
  • Unterkunft bei auswärtiger Beschulung
  • Persönliche Arbeitskleidung, soweit nicht gestellt

Mögliche Unterstützung

  • Ausbildungsvergütung des Betriebs
  • Berufsausbildungsbeihilfe bei erfüllten Voraussetzungen
  • Betriebliche oder tarifliche Zusatzleistungen
  • Beratung durch Berufsberatung und IHK
Vertrag prüfen: Vergütung, Arbeitszeit, Urlaub, Schutzkleidung, Lernmittel sowie Fahrt- und Unterbringungskosten sollten vor Ausbildungsbeginn geklärt werden.
Beschäftigung

Wo kann man arbeiten?

Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen vor allem in der chemischen, pharmazeutischen sowie Farben- und Lackindustrie.

Typische Arbeitgeber

  • Unternehmen der chemischen Industrie
  • Hersteller von Farben und Lacken
  • Betriebe der pharmazeutischen Industrie

Typische Tätigkeitsfelder

  • Routineanalytik und Qualitätsprüfung
  • Versuchsvorbereitung und Probenbearbeitung
  • Gerätepflege und Labordokumentation

Arbeitsumgebung

  • Laboratorien
  • Produktionshallen und Technika
  • Teilweise Büroräume für Dokumentation
Nach dem Abschluss

Berufseinstieg und Weiterbildung

Nach dem Abschluss sind fachliche Spezialisierungen und, bei erfüllten Zulassungsvoraussetzungen, Aufstiegsfortbildungen möglich.

Fachliche Vertiefung

  • Labor- und Analysentechnik
  • Qualitätssicherung
  • Gefahrstoff- und Umweltschutz

Aufstiegsfortbildung

  • Geprüfte/r Industriemeister/-in Chemie
  • Techniker/-in Chemietechnik bei erfülltem Zugang
  • Weitere IHK- oder Fachqualifikationen

Studium bei Hochschulzugang

  • Chemie
  • Chemieingenieurwesen
  • Verfahrenstechnik
Entwicklung: Automatisierte Messsysteme, digitale Labordokumentation und strengere Qualitäts- und Sicherheitsanforderungen verändern auch unterstützende Laboraufgaben.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen zur Ausbildung

Ist Chemielaborjungwerker/-in ein anerkannter Ausbildungsberuf?

Ja. Das BIBB führt ihn als anerkannten zweijährigen Ausbildungsberuf im Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel.

Wie lange dauert die Ausbildung?

Die Regeldauer beträgt 24 Monate.

Welcher Schulabschluss wird benötigt?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe legen ihre Auswahlkriterien selbst fest.

Gibt es einen KMK-Rahmenlehrplan?

Nein. Nach Auskunft der IHK Pfalz hat die Kultusministerkonferenz für diesen Beruf keinen eigenen Rahmenlehrplan beschlossen.

Was ist der Unterschied zu Chemielaborant/-in?

Chemielaborjungwerker/-in ist ein zweijähriger Beruf mit Schwerpunkt auf vorbereitenden und routinemäßigen Laborarbeiten. Chemielaborant/-in ist ein eigenständiger, dreieinhalbjähriger Ausbildungsberuf mit weitergehenden analytischen und präparativen Qualifikationen.

Welche Prüfungen gibt es?

Eine Zwischenprüfung am Ende des ersten Ausbildungsjahres sowie eine schriftliche und praktische IHK-Abschlussprüfung.

Wo arbeiten Chemielaborjungwerker/-innen?

Vor allem in Unternehmen der chemischen Industrie, bei Farben- und Lackherstellern und in der pharmazeutischen Industrie.

Welche Weiterbildung ist möglich?

Das BIBB nennt unter anderem die Fortbildung zum/zur Geprüften Industriemeister/-in Fachrichtung Chemie. Weitere Wege hängen von Berufspraxis und Zugangsvoraussetzungen ab.

Geprüfte Grundlagen

Quellen zum Nachlesen

Redaktionell geprüft am 1. August 2026. Berufsstatus, Dauer und Struktur wurden mit BIBB und BERUFENET abgeglichen; Ausbildungs- und Prüfungsangaben wurden anhand der IHK Pfalz geprüft. Es besteht kein eigener KMK-Rahmenlehrplan.

Praxispartner und Werbepartner

Chemielabore und Ausbildungsunternehmen

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Fragenkatalog Chemielaborjungwerker/-in

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