Forstwirt

Zur Berufsübersicht Berufe stellen sich vor

Forstwirt/-in (m/w/d)

Forstwirtinnen und Forstwirte begründen, schützen und pflegen Waldbestände, ernten Holz und erhalten wertvolle Lebensräume. Sie verbinden körperliche Arbeit im Freien mit biologischem Wissen, moderner Forsttechnik, Arbeitssicherheit und nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Diese Seite erklärt Berufsalltag, Ausbildung, Prüfungen und berufliche Perspektiven.

Anerkannter Ausbildungsberuf Duale Ausbildung · 3 Jahre Informationsstand: Juli 2026
Ausbildungsart Duale Ausbildung in der Forstwirtschaft
Regeldauer 3 Jahre
Lernorte Forstbetrieb, Berufsschule und häufig überbetriebliche Ausbildungsstätte
Zugang Rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben
Berufsschule 13 Lernfelder · insgesamt 880 Stunden
Abschluss Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle · praktisch und schriftlich
Berufsbild

Was machen Forstwirtinnen und Forstwirte?

Forstwirtinnen und Forstwirte führen praktische Arbeiten aus, die zur Begründung, Erhaltung und Pflege von Wäldern sowie zur Erzeugung und Ernte von Holz und anderen Forsterzeugnissen notwendig sind. Dabei berücksichtigen sie ökologische, wirtschaftliche und sicherheitstechnische Anforderungen.

Wald begründen und schützen

  • Waldbestände durch Naturverjüngung, Saat oder Pflanzung begründen
  • Kulturen, Jungbestände und Waldränder pflegen
  • Schäden durch Wild, Witterung, Feuer oder Schadorganismen erkennen und begrenzen

Holz ernten und aufbereiten

  • Holzerntemaßnahmen vorbereiten und Arbeitsbereiche sichern
  • Bäume fachgerecht fällen, entasten und aufarbeiten
  • Rohholz vermessen, sortieren, kennzeichnen, bringen und lagern

Natur, Wege und Technik erhalten

  • Biotope, Moore, Gewässer und Erholungseinrichtungen pflegen
  • Waldwege und Einrichtungen instand halten
  • Maschinen, Geräte, Werkzeuge und digitale Arbeitsmittel einsetzen und warten
Mehr als Holzernte: Der Beruf umfasst Waldbau, Waldschutz, Naturschutz, Landschaftspflege, Forsttechnik und die sichere Organisation von Arbeitsabläufen. Holzernte ist ein wichtiger, aber nur ein Teil des Berufsbildes.
Einstieg

Welche Voraussetzungen sind wichtig?

Schulischer Zugang

Rechtlich ist für diesen anerkannten Ausbildungsberuf kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe legen ihre Auswahlkriterien selbst fest. Neben Schulnoten zählen Motivation, körperliche Eignung und die Bereitschaft, bei wechselnder Witterung sicher im Freien zu arbeiten.

  • Biologie für Baumarten, Waldökosysteme und Waldschutz
  • Mathematik für Flächen-, Holz- und Kostenberechnungen
  • Werken und Technik für Maschinen, Geräte und Arbeitsverfahren

Persönliche Stärken

  • Körperliche Belastbarkeit, Trittsicherheit und gutes Reaktionsvermögen
  • Verantwortungsbewusstsein und umsichtiges Handeln
  • Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
  • Sorgfalt beim Umgang mit Maschinen, Werkzeugen und Naturressourcen
  • Teamfähigkeit und klare Kommunikation bei gefährlichen Arbeiten
  • Bereitschaft zu Arbeit im Freien, bei Nässe, Kälte, Hitze und unebenem Gelände
Vor der Bewerbung: Ein Praktikum in einem Forstbetrieb vermittelt einen realistischen Eindruck von körperlicher Belastung, Arbeiten im unwegsamen Gelände, persönlicher Schutzausrüstung und hohen Sicherheitsanforderungen.
Betrieb und Berufsschule

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre und findet im dualen System statt. Die betriebliche Ausbildung richtet sich nach der bundesweiten Ausbildungsverordnung und dem Ausbildungsrahmenplan. Der Unterricht an der Berufsschule folgt dem KMK-Rahmenlehrplan mit 13 Lernfeldern und insgesamt 880 Zeitrichtwertstunden. Überbetriebliche Lehrgänge können die betriebliche Ausbildung ergänzen.

Ausbildung im Betrieb

  • Arbeitsorganisation, betriebliche Abläufe und wirtschaftliche Zusammenhänge
  • Begründen, Verjüngen, Schützen und Pflegen von Waldbeständen
  • Naturschutz, Landschaftspflege und Erholungseinrichtungen
  • Ernten, Vermessen, Sortieren, Bringen und Lagern von Holz
  • Forsttechnik, Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz und Umweltschutz

Unterricht in der Berufsschule

  • Waldstandorte, Waldbau und Waldschutz
  • Ökosysteme, Naturschutz und Landschaftspflege
  • Holzernte, Rohholzsortierung und Holzlagerung
  • Werkstattbetrieb, Geräte, Maschinen und Forsttechnik
  • Arbeitsorganisation sowie Wirtschafts- und Sozialkunde
Verzahnung der Lernorte: Betriebliche Waldarbeit und schulische Lernfelder ergänzen sich. Die konkrete Reihenfolge kann je nach Bundesland, Ausbildungsbetrieb, Jahreszeit und Berufsschule unterschiedlich organisiert sein.
KMK-Rahmenlehrplan

Die 13 Lernfelder im Überblick

Der berufsbezogene Unterricht umfasst 13 Lernfelder mit insgesamt 880 Zeitrichtwertstunden. Der KMK-Rahmenlehrplan sieht 320 Stunden im ersten sowie jeweils 280 Stunden im zweiten und dritten Ausbildungsjahr vor. Mehrere Lernfelder erstrecken sich über mehr als ein Ausbildungsjahr.

Arbeit, Standorte und Waldbau Lernfelder 1 bis 4 · zusammen 260 Std.
  1. LF 1 Mensch und Arbeit 60 Std.
  2. LF 2 Vorbereiten und Pflegen von Waldstandorten 60 Std.
  3. LF 3 Begründen und Verjüngen von Waldbeständen 80 Std.
  4. LF 4 Pflegen von Kulturen und Jungbeständen 60 Std.
Bestandspflege, Waldschutz und Landschaft Lernfelder 5 bis 8 · zusammen 280 Std.
  1. LF 5 Durchforstung von Waldbeständen 50 Std.
  2. LF 6 Ästen von Waldbäumen 20 Std.
  3. LF 7 Schützen von Waldbeständen 120 Std.
  4. LF 8 Erhalten von Umwelt, Natur und Landschaft 90 Std.
Holzernte, Forsterzeugnisse und Technik Lernfelder 9 bis 13 · zusammen 340 Std.
  1. LF 9 Ernten von Waldbäumen 80 Std.
  2. LF 10 Vermessen und Sortieren von Rohholz 80 Std.
  3. LF 11 Bringen und Lagern des Holzes 40 Std.
  4. LF 12 Verwenden von Forsterzeugnissen 40 Std.
  5. LF 13 Werkstattbetrieb und Forsttechnik 100 Std.
Strukturhinweis: Die drei Gruppen dienen der übersichtlichen Darstellung. Maßgeblich ist die jährliche Verteilung des KMK-Rahmenlehrplans mit 320, 280 und 280 Stunden. Lernfeld 1, 7, 8, 9, 10 und 13 werden über mehrere Ausbildungsjahre verteilt.
Prüfungen nach der Ausbildungsverordnung

So sind Zwischen- und Abschlussprüfung aufgebaut

Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres wird eine Zwischenprüfung durchgeführt. Am Ende der Ausbildung folgt die Abschlussprüfung vor der nach dem Berufsbildungsgesetz zuständigen Stelle. Die organisatorische Durchführung kann je nach Bundesland beispielsweise bei einer Landwirtschaftskammer oder Forstbehörde liegen.

Zwischenprüfung Praktisch max. 3 Std. · schriftlich max. 90 Min.

Ausbildungsstand vor Ende des zweiten Jahres

Im praktischen Teil sind drei Aufgaben zu bearbeiten und jeweils in einem Prüfungsgespräch zu erläutern. Mögliche Bereiche sind Kultur- und Jungbestandspflege, Wertästung, Wildschutz, Holzernte, Maschinenwartung und Landschaftspflege. Der schriftliche Teil umfasst praxisbezogene Aufgaben unter anderem zu Waldbewirtschaftung, Arbeitsschutz, Umweltschutz, Berechnungen und Forsttechnik.

Abschlussprüfung Praktischer Teil · max. 6 Std.

Drei praktische Prüfungsaufgaben mit Prüfungsgespräch

Zu bearbeiten sind zwei Aufgaben aus Waldwirtschaft und Landschaftspflege sowie eine Aufgabe aus Holzernte und Forsttechnik. Einbezogen werden Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Umweltschutz, betriebliche Abläufe und wirtschaftliche Zusammenhänge.

Abschlussprüfung Schriftlicher Teil · 300 Min.

Waldwirtschaft, Holzernte und WiSo

Der schriftliche Teil gliedert sich in Waldwirtschaft und Landschaftspflege mit 120 Minuten, Holzernte und Forsttechnik mit 120 Minuten sowie Wirtschafts- und Sozialkunde mit 60 Minuten. Unter den Voraussetzungen der Verordnung ist eine mündliche Ergänzungsprüfung möglich.

Bewertung und Bestehen: Waldwirtschaft und Landschaftspflege zählen 45 Prozent, Holzernte und Forsttechnik ebenfalls 45 Prozent sowie Wirtschafts- und Sozialkunde 10 Prozent. Die praktischen Leistungen werden in den beiden fachlichen Bereichen jeweils doppelt gegenüber der schriftlichen Leistung gewichtet. Mindestens ausreichend müssen das Gesamtergebnis und beide fachlichen Bereiche sein. Eine mit ungenügend bewertete praktische Aufgabe oder schriftliche Prüfung führt zum Nichtbestehen.
Ausbildungsvergütung

Was verdient man während der Ausbildung?

Auszubildende erhalten eine monatliche Vergütung vom Ausbildungsbetrieb. Die Bundesagentur für Arbeit nennt im Berufssteckbrief vom Juni 2026 die folgenden beispielhaften Spannen. Die tatsächliche Höhe hängt insbesondere von Branche, Bundesland, Tarifbindung und Ausbildungsbetrieb ab.

Ausbildungsjahr Land- und Forstwirtschaft Öffentlicher Dienst
1. Ausbildungsjahr 724 € bis 930 € 1.297 €
2. Ausbildungsjahr 854 € bis 1.033 € 1.351 €
3. Ausbildungsjahr 977 € bis 1.136 € 1.401 €
Vor Vertragsabschluss: Neben der Vergütung sollten Arbeitszeit, Urlaub, Sonderzahlungen, Fahrtwege, Berufsschulort, überbetriebliche Lehrgänge und die Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung geklärt werden.
Arbeitswelt

Wo arbeiten Forstwirtinnen und Forstwirte?

Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen in privaten, kommunalen und staatlichen Forstbetrieben, bei forstwirtschaftlichen Dienstleistern sowie in Forstämtern und -verwaltungen. Gearbeitet wird überwiegend im Freien, außerdem in Werkstätten, Geräteräumen und Forstfahrzeugen.

Öffentliche Forstbetriebe

Forstbetriebe und Forstverwaltungen von Bund, Ländern, Städten, Gemeinden und anderen öffentlichen Waldbesitzern.

Private Betriebe und Dienstleister

Private Forstbetriebe, forstwirtschaftliche Lohnunternehmen und Dienstleister für Waldbau, Waldpflege, Holzernte oder Landschaftspflege.

Einsatzorte

Waldbestände, Kulturflächen, Holzlagerplätze, Waldwege, Schutzgebiete, Erholungseinrichtungen sowie Werkstatt- und Maschinenbereiche.

Nach dem Abschluss

Berufseinstieg, Spezialisierung und Weiterbildung

Nach der Abschlussprüfung ist ein Einstieg in Waldbau, Waldpflege, Holzernte, Naturschutz oder forstwirtschaftliche Dienstleistungen möglich. Mit Berufserfahrung und Weiterbildung können spezialisierte Aufgaben sowie Koordinations- und Führungsverantwortung übernommen werden.

Fachliche Spezialisierung

  • Holzernte und Forstmaschinentechnik
  • Waldbau, Waldschutz und klimastabile Bestände
  • Naturschutz und Landschaftspflege
  • Baumpflege und Verkehrssicherung

Aufstiegsweiterbildung

  • Forstwirtschaftsmeister/-in
  • Geprüfte/r Forstmaschinenführer/-in
  • Fachagrarwirt/-in Baumpflege und Baumsanierung
  • Weitere Lehrgänge in Arbeitssicherheit, Technik oder Naturschutz

Studium

  • Forstwirtschaft
  • Forstwissenschaft
  • Landschaftsökologie oder Naturschutz
  • Arboristik
Zukunft des Berufs: Klimawandel, Waldumbau, Schädlingsdruck, Naturschutzanforderungen und die Digitalisierung forstlicher Arbeitsabläufe erhöhen den Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften, die Ökologie, Technik und sichere praktische Arbeit miteinander verbinden.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen zur Ausbildung

Ist Forstwirt/-in eine duale Ausbildung?

Ja. Die dreijährige Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Sie ist durch eine bundesweite Ausbildungsverordnung geregelt und wird häufig durch überbetriebliche Lehrgänge ergänzt.

Welcher Schulabschluss wird benötigt?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe entscheiden selbst über ihre Anforderungen. Gute Grundlagen in Biologie, Mathematik sowie Werken und Technik sind hilfreich.

Erhält man während der Ausbildung eine Vergütung?

Ja. Als dual Auszubildende erhalten sie eine monatliche Vergütung. Deren Höhe richtet sich nach Ausbildungsbetrieb, Bundesland und gegebenenfalls einem Tarifvertrag.

Wie ist der Berufsschulunterricht gegliedert?

Der KMK-Rahmenlehrplan umfasst 13 Lernfelder mit insgesamt 880 Zeitrichtwertstunden. Vorgesehen sind 320 Stunden im ersten sowie jeweils 280 Stunden im zweiten und dritten Ausbildungsjahr.

Wie endet die Ausbildung?

Sie endet mit einer praktischen und schriftlichen Abschlussprüfung vor der zuständigen Stelle. Die fachlichen Bereiche heißen Waldwirtschaft und Landschaftspflege sowie Holzernte und Forsttechnik; hinzu kommt Wirtschafts- und Sozialkunde.

Besteht der Beruf hauptsächlich aus Holzernte?

Nein. Holzernte ist ein wichtiger Teil, aber zum Berufsbild gehören ebenso Waldbau, Kultur- und Jungbestandspflege, Waldschutz, Naturschutz, Landschaftspflege, Wegeunterhaltung und Forsttechnik.

Geprüfte Grundlagen

Offizielle Quellen zum Nachlesen

Redaktionell geprüft im Juli 2026. Auswahlverfahren, Vergütung, Unterrichtsorganisation, Berufsschulstandort und betriebliche Einsatzplanung können je nach Bundesland, Schule, Tarifgebiet und Ausbildungsbetrieb abweichen.

Ausbildungsbetriebe und Werbepartner

Forstbetriebe und forstwirtschaftliche Ausbildungsstellen

Öffentliche und private Forstbetriebe sowie forstwirtschaftliche Dienstleister können sich hier künftig mit Standort, Kurzprofil, Logo und einem Link zu ihren Ausbildungsangeboten vorstellen. Jede Veröffentlichung wird klar als Anzeige gekennzeichnet und gegen einen einmaligen Buchungsbetrag vergeben.

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Die Buchungsfunktion ist derzeit noch nicht freigeschaltet. Vor dem Start werden Buchungspreis, Veröffentlichungsdauer, Leistungsumfang, Freigabeverfahren und Bedingungen transparent ergänzt. Die Schaltflächen sind deshalb absichtlich ohne Verlinkung.

TPM-Media Lernangebote

Passende Produkte für Forstwirtinnen und Forstwirte

Bei der redaktionellen Prüfung im Juli 2026 war im aktuellen TPM-Mediashop unter tpm-mediashop.com keine eindeutig aktive Produktseite für den Ausbildungsberuf Forstwirt/-in auffindbar. Deshalb wird an dieser Stelle bewusst keine ungeprüfte, veraltete oder nur vermutete Produkt-URL verlinkt.

Produktprüfung Stand Juli 2026

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Keine erfundene Produktverknüpfung Keine Weiterleitung auf eine alte Shopdomain Ergänzung erst nach Prüfung der aktiven Angebotsseite

Hinweis: Frühere Treffer auf anderen Domains wurden nicht übernommen, weil sie keine verlässlich aktuelle Produktseite auf tpm-mediashop.com belegen.