Gebäudereiniger/-in (m/w/d)
Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger reinigen, pflegen, konservieren und desinfizieren unterschiedlichste Oberflächen. Sie arbeiten in Gebäuden, Verkehrsmitteln, Industrieanlagen und im Freien. Dabei verbinden sie Kenntnisse über Werkstoffe und Chemie mit moderner Reinigungstechnik, Hygiene, Arbeitssicherheit und kundenorientierter Auftragsabwicklung.
Was machen Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger?
Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger planen und organisieren Reinigungsaufträge, beurteilen Oberflächen und Verschmutzungen, wählen geeignete Verfahren und Mittel aus und kontrollieren das Arbeitsergebnis. Ihre Arbeit dient der Sauberkeit, Hygiene, Sicherheit sowie dem Wert- und Funktionserhalt von Gebäuden und Einrichtungen.
Innenräume und Oberflächen behandeln
- Glas, textile und elastische Beläge sowie Holz- und Steinflächen reinigen
- Oberflächen pflegen, konservieren und fachgerecht wiederaufbereiten
- Reinigungsmittel auswählen, berechnen, dosieren und sicher anwenden
Hygiene und Dekontamination sichern
- Sanitär-, Gesundheits-, Pflege- und Lebensmittelbereiche hygienisch reinigen
- Desinfektions- und Dekontaminationsmaßnahmen durchführen
- Schädlingsbefall erfassen und bei Monitoring- und Nachsorgemaßnahmen mitwirken
Außen-, Industrie- und Sonderreinigung
- Fassaden, Glasdächer, Außenanlagen und Verkehrsflächen behandeln
- Produktionshallen, Anlagen, Baustellen und Verkehrsmittel reinigen
- Reinigungsmaschinen und Höhenzugangstechnik einsetzen und warten
Welche Voraussetzungen sind wichtig?
Schulischer Zugang
Rechtlich ist für diesen anerkannten Ausbildungsberuf kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe legen ihre Auswahlkriterien selbst fest. Neben Motivation und Zuverlässigkeit zählen die Eignung für körperliche Arbeit, ein sorgfältiger Umgang mit Kundeneigentum und die Bereitschaft zu wechselnden Einsatzorten.
- Mathematik für Flächen, Materialbedarf, Dosierungen und Kosten
- Chemie und Physik für Reinigungswirkung, Werkstoffe und Desinfektion
- Technik für Geräte, Maschinen und Höhenzugangssysteme
Persönliche Stärken
- Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein, besonders in Hygienebereichen
- Umsicht beim Umgang mit Gefahrstoffen, Maschinen und Höhenzugangstechnik
- Körperbeherrschung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
- Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
- Teamfähigkeit, Kundenorientierung und zuverlässige Dokumentation
- Bereitschaft zu wechselnden Arbeitszeiten und Einsatzorten
Wie ist die Ausbildung aufgebaut?
Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre und findet im dualen System statt. Die betriebliche Ausbildung richtet sich nach der bundesweiten Ausbildungsverordnung und dem Ausbildungsrahmenplan. Der Unterricht an der Berufsschule folgt dem KMK-Rahmenlehrplan mit 12 Lernfeldern und insgesamt 840 Zeitrichtwertstunden. Zusätzlich ist die Ausbildung grundsätzlich für insgesamt sechs Wochen in geeigneten überbetrieblichen Ausbildungsstätten zu ergänzen und zu vertiefen.
Ausbildung im Betrieb
- Kundenorientierte Arbeitsprozesse und Auftragsorganisation
- Arbeitsplätze einrichten, sichern und räumen
- Reinigungsgeräte, Maschinen und Oberflächenbehandlungsmittel einsetzen
- Reinigen, pflegen, konservieren, aufbereiten und dekontaminieren
- Qualitätssicherung, Arbeitsschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit
Unterricht in der Berufsschule
- Werkstoffe, Verschmutzungen und Oberflächenbehandlungsmittel
- Glas, textile, elastische, hölzerne und steinerne Flächen
- Hygiene, Desinfektion, Dekontamination und Schädlingsbefall
- Fassaden, Außenanlagen und Industrieanlagen
- Auftragsplanung, Kalkulation, Qualitätskontrolle und Kundenübergabe
Die 12 Lernfelder im Überblick
Der berufsbezogene Unterricht umfasst 12 Lernfelder mit insgesamt 840 Zeitrichtwertstunden. Der KMK-Rahmenlehrplan sieht in jedem der drei Ausbildungsjahre 280 Stunden Lernfeldunterricht vor. Wirtschafts- und Sozialkunde sowie weitere allgemeinbildende Bereiche richten sich nach den Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes.
- LF 1 Beruf und Betrieb präsentieren 40 Std.
- LF 2 Glasflächen reinigen 80 Std.
- LF 3 Textile Flächen behandeln 60 Std.
- LF 4 Elastische Beläge behandeln 100 Std.
- LF 5 Holz- und Steinflächen reinigen, pflegen und aufbereiten 60 Std.
- LF 6 Sanitäre Einrichtungen reinigen 80 Std.
- LF 7 Oberflächen desinfizieren 100 Std.
- LF 8 Schädlingsbefall behandeln 40 Std.
- LF 9 Fassaden reinigen und konservieren 80 Std.
- LF 10 Außenanlagen reinigen und pflegen 40 Std.
- LF 11 Industrieanlagen reinigen 60 Std.
- LF 12 Behandlungsverfahren organisieren und durchführen 100 Std.
So sind Teil 1 und Teil 2 aufgebaut
Nach der seit August 2019 geltenden Ausbildungsordnung besteht die Gesellenprüfung aus zwei Teilen. Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt und fließt mit 30 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Teil 2 wird am Ende der Ausbildung vor dem zuständigen Prüfungsausschuss des Handwerks abgenommen.
Durchführen von Gebäudereinigungsarbeiten
Geprüft werden eine Unterhaltsreinigung an einer Glasoberfläche sowie je eine Zwischenreinigung an einer textilen und einer nichttextilen Oberfläche. Zu jeder der drei Arbeitsaufgaben gehören eine Dokumentation und ein situatives Fachgespräch. Zusätzlich sind schriftliche Aufgaben zu bearbeiten.
Grund-, Außenreinigung und Hygienemaßnahmen
Im Prüfungsbereich Grund- und Außenreinigungsverfahren werden eine Grundreinigung und eine Außenreinigung als Arbeitsaufgaben mit Dokumentation und situativen Fachgesprächen durchgeführt. Im Bereich Hygienemaßnahmen ist eine Arbeitsaufgabe aus Gesundheit, Pflege, Lebensmittel oder Sanitär einschließlich Dokumentation zu bearbeiten.
Oberflächenbehandlung und Wirtschafts- und Sozialkunde
Für „Reinigen, Pflegen und Konservieren von Oberflächen“ stehen 180 Minuten zur Verfügung. Wirtschafts- und Sozialkunde wird 60 Minuten schriftlich geprüft. In einem dieser beiden Bereiche ist unter den Voraussetzungen der Ausbildungsordnung eine etwa 15-minütige mündliche Ergänzungsprüfung möglich.
Was verdient man während der Ausbildung?
Auszubildende erhalten eine monatliche Vergütung vom Ausbildungsbetrieb. Die Bundesagentur für Arbeit nennt im Berufssteckbrief vom März 2026 die folgenden beispielhaften Beträge. Die tatsächliche Höhe richtet sich nach Ausbildungsvertrag, Tarifbindung und Ausbildungsbetrieb.
| Ausbildungsjahr | Beispielhafte monatliche Vergütung | Einordnung |
|---|---|---|
| 1. Ausbildungsjahr | 1.000 € | Angabe der Bundesagentur für Arbeit, Stand März 2026. |
| 2. Ausbildungsjahr | 1.150 € | Die Ausbildungsvergütung steigt mit dem Ausbildungsjahr. |
| 3. Ausbildungsjahr | 1.300 € | Maßgeblich bleiben Vertrag und gegebenenfalls Tarifbindung. |
Wo arbeiten Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger?
Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen vor allem in Gebäudereinigungsunternehmen, bei öffentlichen und gewerblichen Einrichtungen, in der Immobilienwirtschaft sowie bei spezialisierten Dienstleistern. Die Einsatzorte wechseln je nach Auftrag und Leistungsspektrum.
Gebäude und Immobilien
Büros, Schulen, Wohnanlagen, Hotels, Einkaufszentren, Sportstätten, Krankenhäuser und andere öffentliche oder gewerbliche Einrichtungen.
Industrie und Verkehr
Produktionshallen, Industrieanlagen, Baustellen sowie Busse, Bahnen, Flugzeuge und andere Verkehrsmittel.
Spezialbereiche
Glas- und Fassadenreinigung, Desinfektion, Dekontamination, Schädlingsmonitoring, Reinraum-, Hygiene- und Bauschlussreinigung.
Berufseinstieg, Spezialisierung und Weiterbildung
Nach der Gesellenprüfung ist ein Einstieg in der Unterhalts-, Glas-, Fassaden-, Industrie-, Hygiene- oder Sonderreinigung möglich. Mit Berufserfahrung und Weiterbildung können spezialisierte Aufgaben sowie Objekt-, Team- und Führungsverantwortung übernommen werden.
Fachliche Spezialisierung
- Glas-, Fassaden- und Höhenarbeiten
- Hygiene, Desinfektion und Reinraumreinigung
- Industrie- und Maschinenreinigung
- Schädlingsmonitoring und Dekontamination
Aufstiegsweiterbildung
- Gebäudereinigermeister/-in, Bachelor Professional im Gebäudereiniger-Handwerk
- Fachwirt/-in für Reinigungs- und Hygienemanagement
- Betriebswirt/-in nach der Handwerksordnung
- Weiterbildungen in Hygiene, Arbeitssicherheit oder Objektleitung
Studium
- Facility Management
- Umwelttechnik
- Hygienemanagement
- Wirtschaftsingenieurwesen oder Betriebswirtschaft
Häufige Fragen zur Ausbildung
Ist Gebäudereiniger/-in eine duale Ausbildung?
Ja. Die dreijährige Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Sie ist durch eine bundesweite Ausbildungsverordnung geregelt. Hinzu kommen grundsätzlich insgesamt sechs Wochen ergänzende überbetriebliche Ausbildung.
Welcher Schulabschluss wird benötigt?
Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe entscheiden selbst über ihre Anforderungen. Gute Grundlagen in Mathematik, Chemie, Physik und Technik sind hilfreich.
Erhält man während der Ausbildung eine Vergütung?
Ja. Als dual Auszubildende erhalten sie eine monatliche Vergütung. Deren Höhe richtet sich nach Ausbildungsbetrieb und gegebenenfalls einem Tarifvertrag. Die Bundesagentur für Arbeit nennt derzeit 1.000, 1.150 und 1.300 Euro für die drei Ausbildungsjahre.
Wie ist der Berufsschulunterricht gegliedert?
Der KMK-Rahmenlehrplan umfasst 12 Lernfelder mit insgesamt 840 Zeitrichtwertstunden. Auf jedes Ausbildungsjahr entfallen 280 Stunden berufsbezogener Lernfeldunterricht.
Wie ist die Gesellenprüfung aufgebaut?
Die Gesellenprüfung ist gestreckt. Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt und zählt 30 Prozent. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung und umfasst praktische sowie schriftliche Prüfungsbereiche.
Reinigt man hauptsächlich Büros und Treppenhäuser?
Nein. Neben der Unterhaltsreinigung gehören Glas- und Fassadenreinigung, Grund- und Bauschlussreinigung, Hygiene und Desinfektion, Industrieanlagen, Verkehrsmittel, Außenanlagen und unterschiedliche Sonderreinigungen zum Beruf.
Offizielle Quellen zum Nachlesen
- Bundesinstitut für Berufsbildung: Gebäudereiniger/-in
- Gebäudereinigerausbildungsverordnung vom 28. Juni 2019
- KMK-Rahmenlehrplan mit 12 Lernfeldern und Zeitrichtwerten
- Bundesagentur für Arbeit: Berufssteckbrief Gebäudereiniger/-in
- Handwerk.de: Berufsprofil Gebäudereiniger/-in
Redaktionell geprüft im Juli 2026. Auswahlverfahren, Vergütung, Unterrichtsorganisation, Berufsschulstandort und betriebliche Einsatzplanung können je nach Bundesland, Schule, Tarifgebiet und Ausbildungsbetrieb abweichen.
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Fragenkatalog Wirtschaft und Soziales für Gebäudereiniger
Der Fragenkatalog unterstützt angehende Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger bei der Vorbereitung auf den Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde der Gesellenprüfung.
Produktumfang, Preis, Lieferbarkeit und Nutzungsbedingungen richten sich nach den jeweils aktuellen Angaben auf der verlinkten Angebotsseite.