Gebäudereiniger

Zur Berufsübersicht Berufe stellen sich vor

Gebäudereiniger/-in (m/w/d)

Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger reinigen, pflegen, konservieren und desinfizieren unterschiedlichste Oberflächen. Sie arbeiten in Gebäuden, Verkehrsmitteln, Industrieanlagen und im Freien. Dabei verbinden sie Kenntnisse über Werkstoffe und Chemie mit moderner Reinigungstechnik, Hygiene, Arbeitssicherheit und kundenorientierter Auftragsabwicklung.

Anerkannter Ausbildungsberuf Duale Ausbildung · 3 Jahre Informationsstand: Juli 2026
Ausbildungsart Duale Ausbildung im Handwerk
Regeldauer 3 Jahre
Lernorte Ausbildungsbetrieb, Berufsschule und überbetriebliche Ausbildungsstätte
Zugang Rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben
Berufsschule 12 Lernfelder · insgesamt 840 Stunden
Abschluss Gestreckte Gesellenprüfung · Teil 1 und Teil 2
Berufsbild

Was machen Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger?

Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger planen und organisieren Reinigungsaufträge, beurteilen Oberflächen und Verschmutzungen, wählen geeignete Verfahren und Mittel aus und kontrollieren das Arbeitsergebnis. Ihre Arbeit dient der Sauberkeit, Hygiene, Sicherheit sowie dem Wert- und Funktionserhalt von Gebäuden und Einrichtungen.

Innenräume und Oberflächen behandeln

  • Glas, textile und elastische Beläge sowie Holz- und Steinflächen reinigen
  • Oberflächen pflegen, konservieren und fachgerecht wiederaufbereiten
  • Reinigungsmittel auswählen, berechnen, dosieren und sicher anwenden

Hygiene und Dekontamination sichern

  • Sanitär-, Gesundheits-, Pflege- und Lebensmittelbereiche hygienisch reinigen
  • Desinfektions- und Dekontaminationsmaßnahmen durchführen
  • Schädlingsbefall erfassen und bei Monitoring- und Nachsorgemaßnahmen mitwirken

Außen-, Industrie- und Sonderreinigung

  • Fassaden, Glasdächer, Außenanlagen und Verkehrsflächen behandeln
  • Produktionshallen, Anlagen, Baustellen und Verkehrsmittel reinigen
  • Reinigungsmaschinen und Höhenzugangstechnik einsetzen und warten
Mehr als Unterhaltsreinigung: Zum Berufsbild gehören auch Grund- und Bauschlussreinigung, Glas- und Fassadenreinigung, Hygiene, Industriereinigung, Schädlingsmonitoring, Dekontamination, Außenanlagenpflege und qualitätsgesicherte Kundenübergaben.
Einstieg

Welche Voraussetzungen sind wichtig?

Schulischer Zugang

Rechtlich ist für diesen anerkannten Ausbildungsberuf kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe legen ihre Auswahlkriterien selbst fest. Neben Motivation und Zuverlässigkeit zählen die Eignung für körperliche Arbeit, ein sorgfältiger Umgang mit Kundeneigentum und die Bereitschaft zu wechselnden Einsatzorten.

  • Mathematik für Flächen, Materialbedarf, Dosierungen und Kosten
  • Chemie und Physik für Reinigungswirkung, Werkstoffe und Desinfektion
  • Technik für Geräte, Maschinen und Höhenzugangssysteme

Persönliche Stärken

  • Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein, besonders in Hygienebereichen
  • Umsicht beim Umgang mit Gefahrstoffen, Maschinen und Höhenzugangstechnik
  • Körperbeherrschung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit
  • Handwerkliches Geschick und technisches Verständnis
  • Teamfähigkeit, Kundenorientierung und zuverlässige Dokumentation
  • Bereitschaft zu wechselnden Arbeitszeiten und Einsatzorten
Vor der Bewerbung: Ein Praktikum in einem Gebäudereinigungsunternehmen vermittelt einen realistischen Eindruck von Feuchtarbeit, persönlicher Schutzausrüstung, Kundenobjekten, Zeitvorgaben und möglichen Einsätzen am frühen Morgen, am Abend oder im Freien.
Betrieb und Berufsschule

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre und findet im dualen System statt. Die betriebliche Ausbildung richtet sich nach der bundesweiten Ausbildungsverordnung und dem Ausbildungsrahmenplan. Der Unterricht an der Berufsschule folgt dem KMK-Rahmenlehrplan mit 12 Lernfeldern und insgesamt 840 Zeitrichtwertstunden. Zusätzlich ist die Ausbildung grundsätzlich für insgesamt sechs Wochen in geeigneten überbetrieblichen Ausbildungsstätten zu ergänzen und zu vertiefen.

Ausbildung im Betrieb

  • Kundenorientierte Arbeitsprozesse und Auftragsorganisation
  • Arbeitsplätze einrichten, sichern und räumen
  • Reinigungsgeräte, Maschinen und Oberflächenbehandlungsmittel einsetzen
  • Reinigen, pflegen, konservieren, aufbereiten und dekontaminieren
  • Qualitätssicherung, Arbeitsschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit

Unterricht in der Berufsschule

  • Werkstoffe, Verschmutzungen und Oberflächenbehandlungsmittel
  • Glas, textile, elastische, hölzerne und steinerne Flächen
  • Hygiene, Desinfektion, Dekontamination und Schädlingsbefall
  • Fassaden, Außenanlagen und Industrieanlagen
  • Auftragsplanung, Kalkulation, Qualitätskontrolle und Kundenübergabe
Verzahnung der Lernorte: Betriebliche Praxis, überbetriebliche Ausbildung und schulische Lernfelder ergänzen sich. Die konkrete Reihenfolge kann je nach Bundesland, Ausbildungsbetrieb, Kundenaufträgen und Berufsschule unterschiedlich organisiert sein.
KMK-Rahmenlehrplan

Die 12 Lernfelder im Überblick

Der berufsbezogene Unterricht umfasst 12 Lernfelder mit insgesamt 840 Zeitrichtwertstunden. Der KMK-Rahmenlehrplan sieht in jedem der drei Ausbildungsjahre 280 Stunden Lernfeldunterricht vor. Wirtschafts- und Sozialkunde sowie weitere allgemeinbildende Bereiche richten sich nach den Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes.

1. Ausbildungsjahr Lernfelder 1 bis 4 · 280 Std.
  1. LF 1 Beruf und Betrieb präsentieren 40 Std.
  2. LF 2 Glasflächen reinigen 80 Std.
  3. LF 3 Textile Flächen behandeln 60 Std.
  4. LF 4 Elastische Beläge behandeln 100 Std.
2. Ausbildungsjahr Lernfelder 5 bis 8 · 280 Std.
  1. LF 5 Holz- und Steinflächen reinigen, pflegen und aufbereiten 60 Std.
  2. LF 6 Sanitäre Einrichtungen reinigen 80 Std.
  3. LF 7 Oberflächen desinfizieren 100 Std.
  4. LF 8 Schädlingsbefall behandeln 40 Std.
3. Ausbildungsjahr Lernfelder 9 bis 12 · 280 Std.
  1. LF 9 Fassaden reinigen und konservieren 80 Std.
  2. LF 10 Außenanlagen reinigen und pflegen 40 Std.
  3. LF 11 Industrieanlagen reinigen 60 Std.
  4. LF 12 Behandlungsverfahren organisieren und durchführen 100 Std.
Prüfungsbezug: Die Kompetenzen der Lernfelder 1 bis 6 sind mit den Qualifikationen für Teil 1 der Gesellenprüfung abgestimmt. Die Lernfelder bauen aufeinander auf und werden von den Schulen in konkrete Lernsituationen übertragen.
Gestreckte Gesellenprüfung

So sind Teil 1 und Teil 2 aufgebaut

Nach der seit August 2019 geltenden Ausbildungsordnung besteht die Gesellenprüfung aus zwei Teilen. Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt und fließt mit 30 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Teil 2 wird am Ende der Ausbildung vor dem zuständigen Prüfungsausschuss des Handwerks abgenommen.

Teil 1 · 4. Ausbildungshalbjahr Praktisch 6 Std. · schriftlich 90 Min.

Durchführen von Gebäudereinigungsarbeiten

Geprüft werden eine Unterhaltsreinigung an einer Glasoberfläche sowie je eine Zwischenreinigung an einer textilen und einer nichttextilen Oberfläche. Zu jeder der drei Arbeitsaufgaben gehören eine Dokumentation und ein situatives Fachgespräch. Zusätzlich sind schriftliche Aufgaben zu bearbeiten.

Teil 2 · praktische Bereiche 5 Std. 30 Min. und 150 Min.

Grund-, Außenreinigung und Hygienemaßnahmen

Im Prüfungsbereich Grund- und Außenreinigungsverfahren werden eine Grundreinigung und eine Außenreinigung als Arbeitsaufgaben mit Dokumentation und situativen Fachgesprächen durchgeführt. Im Bereich Hygienemaßnahmen ist eine Arbeitsaufgabe aus Gesundheit, Pflege, Lebensmittel oder Sanitär einschließlich Dokumentation zu bearbeiten.

Teil 2 · schriftliche Bereiche 180 Min. und 60 Min.

Oberflächenbehandlung und Wirtschafts- und Sozialkunde

Für „Reinigen, Pflegen und Konservieren von Oberflächen“ stehen 180 Minuten zur Verfügung. Wirtschafts- und Sozialkunde wird 60 Minuten schriftlich geprüft. In einem dieser beiden Bereiche ist unter den Voraussetzungen der Ausbildungsordnung eine etwa 15-minütige mündliche Ergänzungsprüfung möglich.

Gewichtung und Bestehen: Teil 1 zählt 30 Prozent. In Teil 2 entfallen 25 Prozent auf Grund- und Außenreinigungsverfahren, 15 Prozent auf Hygienemaßnahmen, 20 Prozent auf das Reinigen, Pflegen und Konservieren von Oberflächen sowie 10 Prozent auf Wirtschafts- und Sozialkunde. Das Gesamtergebnis und Teil 2 müssen mindestens ausreichend sein. Mindestens drei Bereiche von Teil 2 müssen ausreichend sein; kein Bereich von Teil 2 darf ungenügend sein.
Ausbildungsvergütung

Was verdient man während der Ausbildung?

Auszubildende erhalten eine monatliche Vergütung vom Ausbildungsbetrieb. Die Bundesagentur für Arbeit nennt im Berufssteckbrief vom März 2026 die folgenden beispielhaften Beträge. Die tatsächliche Höhe richtet sich nach Ausbildungsvertrag, Tarifbindung und Ausbildungsbetrieb.

Ausbildungsjahr Beispielhafte monatliche Vergütung Einordnung
1. Ausbildungsjahr 1.000 € Angabe der Bundesagentur für Arbeit, Stand März 2026.
2. Ausbildungsjahr 1.150 € Die Ausbildungsvergütung steigt mit dem Ausbildungsjahr.
3. Ausbildungsjahr 1.300 € Maßgeblich bleiben Vertrag und gegebenenfalls Tarifbindung.
Vor Vertragsabschluss: Neben der Vergütung sollten Arbeitszeit, mögliche Früh-, Abend- oder Wochenendeinsätze, Urlaub, Fahrtwege, Berufsschulort, überbetriebliche Lehrgänge und die Bereitstellung persönlicher Schutzausrüstung geklärt werden.
Arbeitswelt

Wo arbeiten Gebäudereinigerinnen und Gebäudereiniger?

Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen vor allem in Gebäudereinigungsunternehmen, bei öffentlichen und gewerblichen Einrichtungen, in der Immobilienwirtschaft sowie bei spezialisierten Dienstleistern. Die Einsatzorte wechseln je nach Auftrag und Leistungsspektrum.

Gebäude und Immobilien

Büros, Schulen, Wohnanlagen, Hotels, Einkaufszentren, Sportstätten, Krankenhäuser und andere öffentliche oder gewerbliche Einrichtungen.

Industrie und Verkehr

Produktionshallen, Industrieanlagen, Baustellen sowie Busse, Bahnen, Flugzeuge und andere Verkehrsmittel.

Spezialbereiche

Glas- und Fassadenreinigung, Desinfektion, Dekontamination, Schädlingsmonitoring, Reinraum-, Hygiene- und Bauschlussreinigung.

Nach dem Abschluss

Berufseinstieg, Spezialisierung und Weiterbildung

Nach der Gesellenprüfung ist ein Einstieg in der Unterhalts-, Glas-, Fassaden-, Industrie-, Hygiene- oder Sonderreinigung möglich. Mit Berufserfahrung und Weiterbildung können spezialisierte Aufgaben sowie Objekt-, Team- und Führungsverantwortung übernommen werden.

Fachliche Spezialisierung

  • Glas-, Fassaden- und Höhenarbeiten
  • Hygiene, Desinfektion und Reinraumreinigung
  • Industrie- und Maschinenreinigung
  • Schädlingsmonitoring und Dekontamination

Aufstiegsweiterbildung

  • Gebäudereinigermeister/-in, Bachelor Professional im Gebäudereiniger-Handwerk
  • Fachwirt/-in für Reinigungs- und Hygienemanagement
  • Betriebswirt/-in nach der Handwerksordnung
  • Weiterbildungen in Hygiene, Arbeitssicherheit oder Objektleitung

Studium

  • Facility Management
  • Umwelttechnik
  • Hygienemanagement
  • Wirtschaftsingenieurwesen oder Betriebswirtschaft
Zukunft des Berufs: Automatisierte Reinigungsmaschinen, Sensorik, digitale Dokumentation, steigende Hygieneanforderungen und nachhaltigere Reinigungsverfahren verändern die Arbeitsabläufe. Fachwissen über Oberflächen, Chemie, Technik und Qualität bleibt dabei entscheidend.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen zur Ausbildung

Ist Gebäudereiniger/-in eine duale Ausbildung?

Ja. Die dreijährige Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Sie ist durch eine bundesweite Ausbildungsverordnung geregelt. Hinzu kommen grundsätzlich insgesamt sechs Wochen ergänzende überbetriebliche Ausbildung.

Welcher Schulabschluss wird benötigt?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe entscheiden selbst über ihre Anforderungen. Gute Grundlagen in Mathematik, Chemie, Physik und Technik sind hilfreich.

Erhält man während der Ausbildung eine Vergütung?

Ja. Als dual Auszubildende erhalten sie eine monatliche Vergütung. Deren Höhe richtet sich nach Ausbildungsbetrieb und gegebenenfalls einem Tarifvertrag. Die Bundesagentur für Arbeit nennt derzeit 1.000, 1.150 und 1.300 Euro für die drei Ausbildungsjahre.

Wie ist der Berufsschulunterricht gegliedert?

Der KMK-Rahmenlehrplan umfasst 12 Lernfelder mit insgesamt 840 Zeitrichtwertstunden. Auf jedes Ausbildungsjahr entfallen 280 Stunden berufsbezogener Lernfeldunterricht.

Wie ist die Gesellenprüfung aufgebaut?

Die Gesellenprüfung ist gestreckt. Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt und zählt 30 Prozent. Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung und umfasst praktische sowie schriftliche Prüfungsbereiche.

Reinigt man hauptsächlich Büros und Treppenhäuser?

Nein. Neben der Unterhaltsreinigung gehören Glas- und Fassadenreinigung, Grund- und Bauschlussreinigung, Hygiene und Desinfektion, Industrieanlagen, Verkehrsmittel, Außenanlagen und unterschiedliche Sonderreinigungen zum Beruf.

Geprüfte Grundlagen

Offizielle Quellen zum Nachlesen

Redaktionell geprüft im Juli 2026. Auswahlverfahren, Vergütung, Unterrichtsorganisation, Berufsschulstandort und betriebliche Einsatzplanung können je nach Bundesland, Schule, Tarifgebiet und Ausbildungsbetrieb abweichen.

Ausbildungsbetriebe und Werbepartner

Gebäudereinigungsunternehmen und Ausbildungsbetriebe

Gebäudereinigungsunternehmen und spezialisierte Gebäudedienstleister können sich hier künftig mit Standort, Kurzprofil, Logo und einem Link zu ihren Ausbildungsangeboten vorstellen. Jede Veröffentlichung wird klar als Anzeige gekennzeichnet und gegen einen einmaligen Buchungsbetrag vergeben.

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