Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement

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Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement (m/w/d)

Kaufleute für Digitalisierungsmanagement verbinden Betriebswirtschaft, Prozessorganisation und Informationstechnik. Sie untersuchen Daten sowie Arbeits-, Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse, ermitteln Digitalisierungspotenziale und begleiten wirtschaftlich tragfähige IT-Lösungen von der Anforderungsanalyse über Beschaffung und Einführung bis zur Auswertung.

Anerkannter dualer AusbildungsberufDauer: 36 MonateZuständigkeit: Industrie und HandelAusbildungsbetrieb und BerufsschuleÜberprüft am: 4. August 2026
AusbildungsartDuale Ausbildung in Industrie und Handel
Dauer3 Jahre · regulär 36 Monate
LernorteAusbildungsbetrieb und Berufsschule
ZugangKein bestimmter Schulabschluss gesetzlich vorgeschrieben
Berufsschule12 Lernfelder · insgesamt 880 Unterrichtsstunden
PrüfungGestreckte IHK-Abschlussprüfung in zwei Teilen
Berufsbild

Aufgaben und Tätigkeiten

Im Mittelpunkt steht nicht allein die Technik, sondern ihr wirtschaftlich sinnvoller Einsatz. Kaufleute für Digitalisierungsmanagement übersetzen Anforderungen aus Fachabteilungen und von Kunden in umsetzbare IT- und Prozesslösungen. Sie bewerten Nutzen, Kosten, Risiken, Datenqualität und rechtliche Rahmenbedingungen und übernehmen damit eine Schnittstellenfunktion zwischen kaufmännischen Bereichen, Organisation, IT, Dienstleistern und Anwendern.

Planen

Ist-Prozesse aufnehmen, Anforderungen strukturieren, Zielprozesse modellieren und Digitalisierungsvorhaben terminlich sowie wirtschaftlich vorbereiten.

Daten analysieren

Datenquellen, Formate, Qualität und Verwendbarkeit untersuchen, Daten zusammenführen, filtern, visualisieren und für Entscheidungen bereitstellen.

IT-Lösungen umsetzen

Hard- und Software auswählen, Angebote vergleichen, Beschaffungen einleiten sowie Lösungen konfigurieren, testen, einführen und betreuen.

Kaufmännisch steuern

Kosten und Leistungen kalkulieren, Vertrags- und Lizenzmodelle beurteilen, Wirtschaftlichkeit kontrollieren und Abweichungen dokumentieren.

Schutz und Qualität sichern

Datenschutz, Datensicherheit, Schutzrechte und Qualitätsanforderungen in Konzepten, Prozessen und IT-Systemen berücksichtigen und prüfen.

Beraten und vermitteln

Interne und externe Kunden beraten, Anforderungen zwischen Fachbereich und IT übersetzen, Anwender einweisen und Veränderungen begleiten.

Einstieg

Voraussetzungen und persönliche Stärken

Formaler Zugang

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Über die Auswahl entscheiden die Ausbildungsbetriebe. Gute Grundlagen in Mathematik, Informatik, Wirtschaft, Deutsch und Englisch erleichtern den Einstieg.

Wichtige Stärken

  • Analytisches und prozessorientiertes Denken
  • Kaufmännisches Verständnis und Verhandlungsgeschick
  • Sorgfalt beim Umgang mit Daten und Berechtigungen
  • Kommunikations-, Beratungs- und Teamfähigkeit
  • Lernbereitschaft bei kurzen technischen Innovationszyklen
  • Interesse an IT-Systemen, Daten und betrieblichen Abläufen
Wichtig für die Berufswahl: Der Beruf ist kaufmännisch-technisch ausgerichtet. Er passt besonders zu Personen, die Prozesse und Zahlen verstehen, mit unterschiedlichen Fachabteilungen sprechen und digitale Veränderungen strukturiert begleiten möchten. Er ist keine reine Programmierausbildung.
Struktur und Lernorte

Wie ist die Qualifizierung aufgebaut?

Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre. Betrieb und Berufsschule vermitteln aufeinander abgestimmte kaufmännische, organisatorische und informationstechnische Kompetenzen. Die ersten fünf Lernfelder sind mit den anderen neu geordneten IT-Berufen identisch; Lernfeld 6 gehört ebenfalls zur gemeinsamen Basis. Die Lernfelder 1 bis 6 sollen wegen ihrer Prüfungsrelevanz vor Teil 1 der Abschlussprüfung unterrichtet werden.

Praxis

  • Arbeits-, Geschäfts- und Wertschöpfungsprozesse analysieren
  • Informationsbedarf ermitteln und Daten nutzbar bereitstellen
  • Digitale Geschäftsmodelle und Prozessverbesserungen entwickeln
  • IT-Produkte, Dienstleistungen, Verträge und Lizenzen beschaffen
  • IT-Lösungen erstellen, testen, integrieren und betreuen
  • Kosten, Leistungen, Termine, Qualität und Projektergebnisse kontrollieren

Theorie und Fachunterricht

  • IT-Arbeitsplätze, Netzwerke und netzwerkbasierte Lösungen
  • Datenverwaltung, Softwareanpassung und Softwareprojekte
  • Informationssicherheit, Datenschutz und Schutzbedarfsanalyse
  • Service-, Beschaffungs- und Wertschöpfungsprozesse
  • Kosten- und Leistungsrechnung sowie Preispolitik
  • Datenaufbereitung und digitale Unternehmensentwicklung
Unterrichtsumfang: Der KMK-Rahmenlehrplan umfasst insgesamt 880 Unterrichtsstunden: 320 Stunden im ersten, 280 Stunden im zweiten und 280 Stunden im dritten Ausbildungsjahr.
KMK-Rahmenlehrplan

Die 12 offiziellen Lernfelder

Die folgenden Bezeichnungen und Zeitrichtwerte entsprechen dem bundesweiten KMK-Rahmenlehrplan. Schulen können die Lernfelder in schuleigene Lernsituationen übertragen; die ausgewiesenen Kompetenzen und Gesamtstunden bilden dabei den verbindlichen fachlichen Rahmen.

1. Ausbildungsjahr320 Unterrichtsstunden
  1. 01Das Unternehmen und die eigene Rolle im Betrieb beschreiben · 40 Std.
    Unternehmensziele, Wertschöpfung, Organisationsstrukturen, Rechte und Pflichten sowie die eigene berufliche Rolle einordnen und präsentieren.
  2. 02Arbeitsplätze nach Kundenwunsch ausstatten · 80 Std.
    Kundenanforderungen ermitteln, Hard- und Software dimensionieren, Angebote kalkulieren, Beschaffung einleiten und einen IT-Arbeitsplatz übergeben.
  3. 03Clients in Netzwerke einbinden · 80 Std.
    Netzwerkinfrastrukturen analysieren, Clients integrieren, technische und wirtschaftliche Anforderungen beachten und die Einbindung dokumentieren.
  4. 04Schutzbedarfsanalyse im eigenen Arbeitsbereich durchführen · 40 Std.
    Schutzziele, Schadensszenarien und Bedrohungen bewerten, Schutzbedarf dokumentieren und geeignete Sicherheitsmaßnahmen empfehlen.
  5. 05Software zur Verwaltung von Daten anpassen · 80 Std.
    Daten hinsichtlich Herkunft, Format, Qualität und Schutzbedarf analysieren, Anwendungen anpassen, Testfälle entwickeln und Ergebnisse dokumentieren.
2. Ausbildungsjahr280 Unterrichtsstunden
  1. 06Serviceanfragen bearbeiten · 40 Std.
    Servicefälle und vertragliche Grundlagen einordnen, Fehler systematisch analysieren, Lösungen umsetzen und Kundenkommunikation professionell gestalten.
  2. 07Softwareprojekte durchführen · 80 Std.
    Softwarelösungen im Team entwerfen, programmieren, testen und dokumentieren sowie Standard- und Individuallösungen wirtschaftlich vergleichen.
  3. 08Beschaffungsprozesse durchführen · 80 Std.
    Bedarfe, Bezugsquellen, Angebote, Verträge und Wertströme analysieren, Beschaffungen abwickeln und den Prozess nachhaltig optimieren.
  4. 09Netzwerkbasierte IT-Lösungen umsetzen · 80 Std.
    Anforderungen ermitteln, Netzwerkdienste sowie Benutzer- und Zugriffskonzepte planen, Lösungen umsetzen, dokumentieren und Anwender schulen.
3. Ausbildungsjahr280 Unterrichtsstunden
  1. 10Wertschöpfungsprozesse erfolgsorientiert steuern und preispolitische Maßnahmen ableiten · 80 Std.
    Kosten- und Leistungsrechnung anwenden, Preise kalkulieren, Kennzahlen beurteilen und wirtschaftliche Verbesserungen ableiten.
  2. 11Informationen und Daten aufbereiten · 80 Std.
    Daten erfassen, zusammenführen, kategorisieren, filtern und visualisieren sowie Datenqualität, Datenschutz, Ethik und Verwertbarkeit beurteilen.
  3. 12Unternehmen digital weiterentwickeln · 120 Std.
    Geschäftsmodelle und Prozesse analysieren, marktgerechte digitale Weiterentwicklungen konzipieren und deren Nutzen, Risiken und Umsetzbarkeit bewerten.
Leistungsnachweise und Abschluss

Prüfungen und Abschluss

Die Abschlussprüfung ist gestreckt. Teil 1 findet im vierten Ausbildungshalbjahr statt; Teil 2 folgt am Ende der Ausbildung. Beide Teile fließen in die Abschlussnote ein.

Teil 1 · 20 Prozent90 Minuten · schriftlich

Einrichten eines IT-gestützten Arbeitsplatzes

Geprüft werden Kundenbedarf, Auswahl und Beschaffung von Hard- und Software, Konfiguration und Test eines Arbeitsplatzes, Datenschutz, IT-Sicherheit, Qualitätssicherung, Einweisung sowie Protokollierung.

Teil 2 · 50 ProzentBetriebliche Projektarbeit

Digitale Entwicklung von Prozessen

Für die genehmigte betriebliche Projektarbeit einschließlich Dokumentation stehen höchstens 40 Stunden zur Verfügung. Präsentation und Fachgespräch dauern zusammen höchstens 30 Minuten; die Präsentation soll höchstens 15 Minuten dauern. Projektarbeit/Dokumentation und Präsentation/Fachgespräch werden innerhalb dieses Prüfungsbereichs jeweils zur Hälfte gewichtet.

Teil 2 · jeweils 10 ProzentSchriftliche Bereiche

Weitere Prüfungsbereiche

  • Entwicklung eines digitalen Geschäftsmodells: 90 Minuten
  • Kaufmännische Unterstützungsprozesse: 90 Minuten
  • Wirtschafts- und Sozialkunde: 60 Minuten
Bestehensregel: Erforderlich sind mindestens „ausreichend“ im Gesamtergebnis von Teil 1 und Teil 2 sowie im Ergebnis von Teil 2. In mindestens drei Prüfungsbereichen von Teil 2 muss mindestens „ausreichend“ erreicht werden; kein Bereich von Teil 2 darf mit „ungenügend“ bewertet sein.
Finanzielle Rahmenbedingungen

Vergütung, Kosten und Förderung

Die Vergütung wird im Ausbildungsvertrag festgelegt und hängt insbesondere von Branche, Tarifbindung, Region und Ausbildungsjahr ab. BERUFENET nennt mit Stand April 2026 folgende beispielhafte monatliche Bruttovergütungen:

Beispielhafte Vergütung

  • 1. Ausbildungsjahr: 1.243 bis 1.373 Euro
  • 2. Ausbildungsjahr: 1.298 bis 1.408 Euro
  • 3. Ausbildungsjahr: 1.379 bis 1.489 Euro

Kosten und Unterstützung

Mögliche Eigenkosten entstehen etwa für Fahrten, private Lernmittel oder auswärtige Unterbringung. Bei erfüllten Voraussetzungen kann Berufsausbildungsbeihilfe in Betracht kommen; hinzu können tarifliche oder freiwillige betriebliche Leistungen treten.

Einordnung: Die genannten Beträge sind Beispiele und kein garantierter Anspruch. Maßgeblich sind der konkrete Ausbildungsvertrag und gegebenenfalls der einschlägige Tarifvertrag.
Beschäftigung

Typische Arbeitgeber und Arbeitsorte

Arbeitgeber

Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche, besonders IT, Industrie, Handel, Banken, Versicherungen, Logistik, Beratung und öffentliche Verwaltung.

Einsatzfelder

Prozess- und IT-Organisation, Digitalisierungsprojekte, Datenmanagement, IT-Beschaffung, Lizenzmanagement, Controlling, Support und Anwenderberatung.

Arbeitsorte

Büro- und Besprechungsräume, Kundenstandorte, Schulungsräume sowie abhängig vom Betrieb mobiles Arbeiten oder Homeoffice.

Nach dem Abschluss

Berufseinstieg und Weiterbildung

Fachliche Vertiefung

Mögliche Schwerpunkte sind IT-Projektkoordination, Prozessmanagement, Business- und Datenanalyse, IT-Organisation, Anwendungsberatung, Lizenzmanagement, IT-Sicherheit oder Datenschutz.

Weiterbildung

Je nach Tätigkeit eignen sich Weiterbildungen in Projekt- und Prozessmanagement, Datenanalyse, Controlling, IT-Service-Management, Informationssicherheit, Datenschutz oder betrieblicher Organisation.

Studium

Bei entsprechendem Hochschulzugang kommen beispielsweise Wirtschaftsinformatik, Digital Business Management, Betriebswirtschaft, IT-Management oder Data Science in Betracht.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

Was unterscheidet den Beruf vom Kaufmann für IT-System-Management?

Im Digitalisierungsmanagement liegt der Schwerpunkt auf der Analyse von Daten und Prozessen sowie der digitalen Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen. Beim IT-System-Management stehen Beratung, Vermarktung und Beschaffung von IT-Systemen und Dienstleistungen stärker im Vordergrund.

Ist dies eine duale Ausbildung?

Ja. Die Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt und dauert regulär drei Jahre.

Muss man programmieren können?

Vorkenntnisse sind nicht gesetzlich vorgeschrieben. Programmierlogik, Datenverwaltung und die Anpassung von Software gehören jedoch zur Ausbildung. Der Beruf verbindet diese technischen Grundlagen mit Prozessanalyse und kaufmännischer Steuerung.

Welcher Schulabschluss wird benötigt?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe legen ihre Auswahlkriterien selbst fest.

Wie ist die Abschlussprüfung gewichtet?

Teil 1 zählt 20 Prozent. In Teil 2 entfallen 50 Prozent auf die digitale Entwicklung von Prozessen sowie jeweils 10 Prozent auf digitales Geschäftsmodell, kaufmännische Unterstützungsprozesse und Wirtschafts- und Sozialkunde.

Wo bestehen Beschäftigungsmöglichkeiten?

In Unternehmen nahezu aller Wirtschaftsbereiche, unter anderem in IT, Industrie, Handel, Finanzwirtschaft, Logistik, Beratung und öffentlicher Verwaltung.

Welche Inhalte sind besonders wichtig?

Prozess- und Datenanalyse, IT-Systeme und Netzwerke, Software- und Datenverwaltung, IT-Beschaffung, Kostenrechnung, digitale Geschäftsmodelle, Datenschutz, Datensicherheit und Projektarbeit.

Welche Unterlagen sind verbindlich?

Verbindlich sind die geltende Ausbildungsverordnung, der Ausbildungsrahmenplan, der KMK-Rahmenlehrplan und die Prüfungsregelungen der zuständigen IHK.

Geprüfte Grundlagen

Quellen und Prüfvermerk

Redaktionell überprüft am 4. August 2026. Berufsstatus, Ausbildungsdauer, Berufsbildpositionen, die zwölf Lernfelder mit 880 Unterrichtsstunden, Prüfungsbereiche und Gewichtungen wurden mit der geltenden Ausbildungsverordnung, dem KMK-Rahmenlehrplan und den aktuellen Berufsinformationen der Bundesagentur für Arbeit abgeglichen. Für Fristen, Formulare und organisatorische Vorgaben zur Projektarbeit ist die jeweils zuständige IHK maßgeblich.

Praxispartner und Werbepartner

Ausbildungsbetriebe, Schulen und Praxispartner

Geeignete Betriebe, Schulen und Einrichtungen können hier ihr berufsspezifisches Angebot präsentieren.

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