EDCA-Chronik

TPM-Media Verlag · Presse & Luftfahrt

Flugplatz Anklam EDCA: Pressechronik und öffentliche Berichterstattung

Detaillierte Chronik des Verkehrslandeplatzes Anklam mit Airport Days, Veranstaltungsbetrieb, Otto-Lilienthal-Tradition, landwirtschaftlicher Luftfahrt, Interflug-Geschichte, Infrastruktur, Kriegszerstörung und Wiederaufbau. Historische militärische Phasen werden klar vom heutigen zivilen Betrieb getrennt.

Neueste Meldungen zuerst ICAO: EDCA Verkehrslandeplatz Standort: Anklam, Mecklenburg-Vorpommern Redaktionsstand: 22. August 2026

Der Verkehrslandeplatz Anklam liegt südlich der Stadt und trägt eine besonders vielschichtige Luftfahrtgeschichte. Der heutige Platz dient der Allgemeinen Luftfahrt und verschiedenen Luftsportarten; für schwerere Luftfahrzeuge sind nach Betreiberangaben Sondergenehmigungen möglich.

Die offizielle Chronik reicht von der Errichtung eines Militärflugplatzes in den 1930er-Jahren über Zerstörung und Demontage nach 1945 bis zur landwirtschaftlichen Luftfahrt der DDR, zur Interflug-Zeit und zur zivilen Neuordnung nach 1990.

Aktuell prägen unter anderem die Airport Days, öffentlich angekündigte Sonderveranstaltungen und der Bezug zu Otto Lilienthal die Wahrnehmung. Diese Chronik trennt die historische militärische Nutzung ausdrücklich vom heutigen Betreiber und dem zivilen Flugplatzbetrieb.

Quellenlage und redaktioneller Umfang

Die zentrale Quelle ist die ausführliche offizielle Flugplatzchronik. Ergänzend wurden aktuelle Betreibertermine und öffentliche Veranstaltungsinformationen ausgewertet. Historische Angaben werden überwiegend als Betreiberchronik gekennzeichnet; militärgeschichtliche Details werden ohne zusätzliche Archivprüfung nicht über die veröffentlichte Darstellung hinaus erweitert.

Kennung EDCA
Platzart Verkehrslandeplatz
Betreiber Anklamer Flugplatz GmbH
Lage rund 3 km südlich von Anklam
Pisten Asphalt und Gras in Richtung 09/27
Zulassung regulär bis 5,7 t; Ausnahmen nach Genehmigung
Schwerpunkte Allgemeine Luftfahrt, Luftsport, Veranstaltungen
Traditionsbezug Otto Lilienthal und landwirtschaftliche Luftfahrt
Wichtiger Nutzungshinweis: Diese Seite ist eine Presse- und Standortchronik. Technische Angaben können sich ändern und dürfen nicht zur Navigation, Flugplanung oder Einsatzdisposition verwendet werden.
9. bis 11. Oktober 2026 · angekündigt

Zweite Airport-Days-Ausgabe des Jahres ist für Oktober angekündigt

Der Betreiber führt für den 9. bis 11. Oktober 2026 eine weitere Ausgabe der Airport Days im Terminkalender. Für den Veranstaltungszeitraum wird der reguläre Flugplatzbetrieb als geschlossen beziehungsweise eingeschränkt ausgewiesen.

Da der Termin nach dem Redaktionsstand dieser Seite liegt, wird er ausschließlich als angekündigte Veranstaltung und nicht als bereits durchgeführt dargestellt.

5. bis 7. Juni 2026

Airport Days bringen Motorsport- und Eventpublikum auf das Flugplatzgelände

Anfang Juni 2026 fanden am Flugplatz erneut Airport Days statt. Das Format nutzt das weitläufige Gelände für ein öffentliches Veranstaltungsprogramm und führt währenddessen zu einer Sperrung des regulären Flugplatzbetriebs.

Die wiederkehrende Veranstaltung zeigt, dass EDCA neben der Luftfahrt auch als großer regionaler Eventstandort genutzt wird.

6. Mai 2026

Straßenbau erschwert vorübergehend die Zufahrt zum Flugplatz

Regionale Berichterstattung wies im Mai 2026 darauf hin, dass Bauarbeiten an der Zufahrt die Erreichbarkeit des Flugplatzes zeitweise beeinträchtigten.

Für einen Standort, der neben Flugbetrieb auch Großveranstaltungen ausrichtet, ist die Straßenanbindung ein wesentlicher Teil der praktischen Infrastruktur.

2026

Nikolausfliegen bleibt als öffentlicher Dezembertermin im Programm

Für den 6. Dezember 2026 wurde erneut ein Nikolausfliegen angekündigt. Das familienorientierte Format ergänzt die großformatigen Airport Days um eine kleinere, traditionell geprägte Veranstaltung.

Auch hier gilt: Der Termin wird entsprechend dem Redaktionsstand als Planung dokumentiert.

1995

Tower wird fertiggestellt und erstes großes Trabant-Treffen findet statt

Die offizielle Chronik nennt für 1995 die Fertigstellung des Towers. Im selben Jahr wurde auf dem Gelände ein erstes großes Trabant-Treffen veranstaltet.

Die Kombination steht exemplarisch für die Entwicklung der 1990er-Jahre: Einerseits wurde die flugbetriebliche Infrastruktur modernisiert, andererseits öffnete sich das Gelände für publikumswirksame Großveranstaltungen.

1994

Asphaltbahn, Flugschule und drittes Flugplatzfest markieren den Ausbau

1994 erhielt der Platz nach Betreiberchronik eine befestigte Start- und Landebahn. Zugleich wurde eine Flugschulniederlassung eingerichtet und das dritte Flugplatzfest ausgerichtet.

Die Asphaltierung war ein entscheidender Schritt von der überwiegend landwirtschaftlich und sportlich geprägten Nutzung zu einem vielseitigeren zivilen Verkehrslandeplatz.

1992

Sturm zerstört sieben Agrarflugzeuge vom Typ Z-37

Ein schwerer Sturm beschädigte beziehungsweise zerstörte nach der offiziellen Chronik sieben Flugzeuge des Typs Z-37. Das Ereignis traf einen Bestand, der eng mit der jahrzehntelangen landwirtschaftlichen Luftfahrt in Anklam verbunden war.

Der Schaden fiel in eine ohnehin schwierige Transformationsphase nach dem Ende der DDR und der Neuordnung des Flugplatzbetriebs.

1991

Flugplatzgesellschaft übernimmt die zivile Neuordnung

Nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der Standort zunächst treuhänderisch verwaltet. 1991 entstand die Flugplatzgesellschaft; im selben Zeitraum wurde das erste große Flugplatzfest der neuen Ära ausgerichtet.

Die Gründung schuf die organisatorische Grundlage für den Übergang von der staatlich geprägten Agrarflugstruktur zu einem zivilen Verkehrslandeplatz.

1990

Cessna 172 und Ballontreffen stehen für die Öffnung zur Allgemeinen Luftfahrt

Die Betreiberchronik nennt 1990 die erste Cessna 172 am Platz und ein Ballontreffen. Zugleich formierten sich neue Vereins- und Betreiberstrukturen.

Diese Ereignisse markieren den Übergang von einem stark spezialisierten Agrarflugstandort zu einem breiteren Luftsport- und Allgemeinluftfahrtprofil.

1989

Großübung zur Waldbrandbekämpfung demonstriert Einsatzmöglichkeiten aus der Luft

Kurz vor dem politischen Umbruch wurde in Anklam eine Waldbrandübung mit Luftfahrzeugen durchgeführt. Sie zeigte die Bedeutung der Agrar- und Spezialflugtechnik auch für Katastrophenschutzaufgaben.

Solche Einsätze gehörten neben der landwirtschaftlichen Nutzung zu den öffentlich relevanten Aufgaben des damaligen Flugbetriebs.

1984 und 1985

Umstellung auf M-18A erweitert den landwirtschaftlichen Flugzeugpark

In der Mitte der 1980er-Jahre wurde der Bestand auf das Muster PZL M-18A Dromader umgestellt beziehungsweise erweitert. Die Chronik nennt zeitweise 14 dieser leistungsfähigen Agrarflugzeuge am Standort.

Damit erreichte Anklam eine hohe Spezialisierung in der landwirtschaftlichen Luftfahrt und wurde zu einem bedeutenden Stützpunkt dieses Bereichs.

1981 und 1982

Otto-Lilienthal-Gedenken wird am Flugplatz sichtbar verankert

Die offizielle Chronik dokumentiert in dieser Zeit die Einrichtung beziehungsweise Pflege von Erinnerungszeichen an Otto Lilienthal. Der in Anklam geborene Luftfahrtpionier wurde damit stärker in das Selbstverständnis des Standorts eingebunden.

Der Traditionsbezug blieb auch nach der politischen Wende ein prägendes Element der Außendarstellung.

1979

Agrarflugstandort erhält den Ehrennamen Otto Lilienthal

1979 erhielt die landwirtschaftliche Flugeinheit nach Betreiberchronik den Ehrennamen Otto Lilienthal. Die Benennung verband die industrielle und operative Luftfahrt des Standorts mit der regionalen Pioniergeschichte.

Historisch ist zwischen der staatlichen DDR-Organisation und dem heutigen zivilen Betreiber zu unterscheiden.

1978

Landwirtschaftlicher Flugbetrieb wird organisatorisch verselbstständigt

1978 wurde der Agrarflugbereich in Anklam als eigenständige Einheit organisiert. Der Standort übernahm damit eine zentrale Rolle in der landwirtschaftlichen Luftfahrt der DDR.

Der Betrieb umfasste nicht nur regionale Einsätze, sondern auch Ausbildung, Wartung und internationale Aufgaben.

1976

Letzter dokumentierter deutscher Agrarflugeinsatz einer An-2 startet in Anklam

Die Betreiberchronik nennt 1976 den letzten landwirtschaftlichen Einsatz einer in Deutschland betriebenen Antonow An-2 vom Standort Anklam. Danach dominierten andere speziell für Agraraufgaben entwickelte Muster.

Der Vorgang markiert einen technischen Generationenwechsel innerhalb des Agrarflugs.

1969

Erste Z-37 wird übernommen und in der Landwirtschaft eingesetzt

1969 kam nach Betreiberangaben die erste Z-37 nach Anklam. Das tschechoslowakische Agrarflugzeug wurde zu einem prägenden Muster des Standorts und löste ältere Mehrzweckflugzeuge schrittweise ab.

1968

Anklam wird Ausbildungsort für das Agrarflugzeug Z-37

Bereits vor der ersten regulären Übernahme diente der Platz 1968 der Ausbildung auf dem Muster Z-37. Damit war Anklam früh in die Einführung der neuen Agrarflugtechnik eingebunden.

1965

Interflug ordnet den Standort in ihre Betriebsstruktur ein

Mit der organisatorischen Neuordnung der DDR-Luftfahrt wurde der Anklamer Agrarflugbereich 1965 in Strukturen der Interflug eingebunden. Der Platz entwickelte sich zu einem spezialisierten Arbeits- und Ausbildungsstandort.

Die heutige Flugplatzgesellschaft ist rechtlich und organisatorisch nicht mit der damaligen staatlichen Gesellschaft gleichzusetzen.

1963

Neue Flugzeughalle verbessert Wartung und Unterbringung

1963 wurde die zuvor errichtete Halle offiziell in Betrieb genommen. Sie war für den wachsenden Bestand landwirtschaftlicher Flugzeuge und die dazugehörige Wartung von zentraler Bedeutung.

1960 und 1961

Agrarflugstützpunkt wird aufgebaut und der Deutschen Lufthansa der DDR zugeordnet

Ab 1960 wurde der landwirtschaftliche Flugbetrieb mit An-2 und L-60 ausgebaut. Die Chronik beschreibt die Zuordnung zur damaligen Deutschen Lufthansa der DDR und den Aufbau einer eigenen Halle.

1961 nahm eine Agrarflugbrigade den regelmäßigen Betrieb auf. Damit begann die jahrzehntelange Spezialisierung Anklams auf landwirtschaftliche Luftarbeit.

1957

Antonow An-2 eröffnet die Nachkriegsnutzung für landwirtschaftliche Aufgaben

1957 begann nach Betreiberchronik wieder regelmäßige Luftfahrt am Standort, zunächst mit Antonow An-2 für landwirtschaftliche Einsätze. Der Betrieb knüpfte nicht an die frühere militärische Nutzung an, sondern erfüllte zivile Arbeitsaufgaben.

1947

Anlagen werden demontiert und große Teile des Flugplatzes zerstört

Nach Kriegsende wurden technische Einrichtungen demontiert und Gebäude abgebrochen. Der ehemalige Militärflugplatz verlor damit zunächst seine betriebliche Grundlage.

Die spätere zivile Nutzung musste auf einem weitgehend neu aufzubauenden Standort beginnen.

1943 bis 1945

Luftangriffe, militärische Forschung und Kriegsende

Während des Zweiten Weltkriegs wurden technische Einrichtungen aus dem Raum Peenemünde zeitweise nach Anklam verlagert. Der Platz und die Stadt waren wiederholt Ziel alliierter Luftangriffe.

1945 diente der Flugplatz noch kurzzeitig militärischen Bewegungen, bevor der Betrieb zusammenbrach. Diese Vorgänge gehören zur Geschichte des nationalsozialistischen Krieges und sind strikt vom heutigen zivilen Flugplatz zu trennen.

1937 bis 1942

Militärflugplatz, Sturzkampfverbände, Schulung und Segelflug

Nach dem Aufbau des Fliegerhorsts waren in Anklam militärische Verbände und Ausbildungseinrichtungen stationiert. Die Chronik nennt unter anderem Sturzkampfverbände, Pilotenschulung und ab 1942 Segelflugaktivitäten.

Die Darstellung beschreibt eine militärische Infrastruktur des NS-Staates. Eine Traditionslinie zum heutigen Betreiber besteht daraus nicht.

1935 bis 1937

Errichtung des Fliegerhorsts südlich von Anklam

Mitte der 1930er-Jahre wurde südlich der Stadt ein militärischer Flugplatz aufgebaut. Gebäude, Flugbetriebsflächen und technische Anlagen bildeten die Grundlage des späteren Standorts.

Der Bau erfolgte im Zusammenhang mit der Aufrüstung des nationalsozialistischen Deutschlands und ist entsprechend historisch einzuordnen.

Redaktionelle Einordnung

Anklam besitzt eine außergewöhnlich dichte Betreiberchronik. Sie dokumentiert nicht nur den heutigen Flugplatz, sondern fast ein Jahrhundert wechselnder Nutzungen zwischen Militär, landwirtschaftlicher Luftarbeit, Interflug, Luftsport und öffentlichem Veranstaltungsbetrieb.

Der prägendste zivile Abschnitt des 20. Jahrhunderts ist die landwirtschaftliche Luftfahrt. An-2, Z-37 und M-18A stehen für eine Spezialisierung, die weit über die Region hinausging und Ausbildung, Wartung sowie internationale Einsätze einschloss.

Nach 1990 musste der Standort organisatorisch und wirtschaftlich neu geordnet werden. Asphaltbahn, Tower, Flugschule und öffentliche Feste schufen ein breiteres Profil für Allgemeine Luftfahrt und Veranstaltungen.

Die militärische Geschichte darf weder romantisiert noch heutigen Akteuren zugerechnet werden. Sie gehört als belastbarer historischer Kontext in die Chronik, muss aber klar von der zivilen Gegenwart getrennt bleiben.

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