EDCQ-Chronik

TPM-Media Verlag · Presse & Luftfahrt

Flugplatz Aschersleben EDCQ: Pressechronik und öffentliche Berichterstattung

Öffentlich dokumentierte Entwicklung der Luftfahrt in Aschersleben: Oldtimer-Segelflug, Harz-Leewelle, Jugendausbildung, Kunstflugmeisterschaften, Vereinsneugründung und historische Brüche seit dem Fliegertag von 1912.

Neueste Meldungen zuerst ICAO: EDCQ Sonderlandeplatz Betreiber: Luftsportverein Ostharz e.V. Redaktionsstand: 22. August 2026

Der Flugplatz Aschersleben am nordöstlichen Stadtrand wird vom Luftsportverein Ostharz betrieben. Segelflug, Motorsegler, Motorflug, Jugendarbeit und das Fliegen in der Harz-Leewelle prägen den Standort.

Besondere öffentliche Aufmerksamkeit erhält das regelmäßig veranstaltete Treffen historischer Segelflugzeuge. Es bringt flugfähige Oldtimer, Piloten und Restauratoren aus mehreren Ländern zusammen.

Die lokale Luftfahrtgeschichte reicht bis zu einem Fliegertag auf den Seewiesen im Jahr 1912 zurück. Der heutige Standort entstand nach mehreren Brüchen, darunter die militärisch-industrielle Nutzung der 1930er- und 1940er-Jahre sowie die spätere Neuordnung nach 1990.

Quellenlage und redaktioneller Umfang

Die Hauptquellen sind die offizielle Platzgeschichte, aktuelle Vereinsmeldungen und öffentlich-rechtliche Berichterstattung über das Oldtimertreffen. Für einzelne Basisdaten und die Kunstflugmeisterschaft 2010 wird eine Sekundärquelle herangezogen. Die historischen Texte sind teilweise vereinschronikalisch formuliert und werden redaktionell eingeordnet.

Kennung EDCQ
Platzart Sonderlandeplatz
Betreiber Luftsportverein Ostharz e.V.
Piste 11/29 · Gras · rund 1.050 × 50 m
Schwerpunkte Segelflug, Motorsegler, Motorflug, Jugendarbeit
Besonderheit Harz-Leewelle und Oldtimer-Segelflug
Vereinsneugründung 3. Februar 1990
Frühe Luftfahrt Fliegertag am 9. Juni 1912
Wichtiger Nutzungshinweis: Diese Seite ist eine Presse- und Standortchronik. Technische Angaben können sich ändern und dürfen nicht zur Navigation, Flugplanung oder Einsatzdisposition verwendet werden.
27. bis 31. August 2025

28. Oldtimertreffen vereint 80 Teilnehmer aus Deutschland und Tschechien

Historische Segelflugzeuge kamen für mehrere Tage nach Aschersleben. Nach einem wetterbedingt ruhigen ersten Tag ermöglichte besseres Wetter einen umfangreichen Flugbetrieb.

Der Veranstalter dokumentierte 88 Windenstarts und 49 Flugzeugschlepps. Die 80 Teilnehmer kamen aus Deutschland und Tschechien und präsentierten flugfähiges luftfahrthistorisches Kulturgut.

2021 und 2022

Harz-Wellen-Pokal erhält neuen organisatorischen Rahmen

Zum Beginn der Leewellensaison 2021/2022 berichtete der Verein über erste Wellenflüge und eine Ehrung früherer Sieger des Harz-Wellen-Pokals.

Die Leewelle entsteht bei geeigneter Windrichtung im Lee des Harzes und ermöglicht große Höhen und lange Gleitflüge. Der Betrieb erfordert besondere Luftraumvereinbarungen, Wetterbeobachtung und fliegerische Erfahrung.

18. bis 25. Juli 2010

Deutsche Meisterschaften im Motorkunstflug finden in Aschersleben statt

Der Flugplatz war Austragungsort Deutscher Meisterschaften im Motorkunstflug. Die Veranstaltung brachte leistungsstarke Kunstflugmaschinen, Wettbewerbspiloten und umfangreiche Sicherheitsorganisation an den Platz.

Der Meisterschaftstermin ist in öffentlich zugänglichen Platzübersichten dokumentiert; ein vollständiges digitales Veranstaltungsarchiv war für diese Recherche nicht verfügbar.

Quelle: Flugplatz Aschersleben · Überblick (Sekundärquelle)
3. Februar 1990

Luftsportverein Ostharz wird gegründet

Noch vor der deutschen Wiedervereinigung gründeten Luftsportler den Luftsportverein Ostharz e.V. Aschersleben. Der Verein übernahm die Organisation des zivilen Flugbetriebs in einer Zeit tiefgreifender politischer und wirtschaftlicher Veränderungen.

Nach Betreiberangaben entwickelte sich daraus ein Verein mit Segelflugzeugen, Motorseglern und Motorflugzeug sowie eigener technischer und jugendpädagogischer Arbeit.

1960 bis 1989

Neuer Platz an der Güstener Chaussee wird Zentrum der Segelflugausbildung

Wiederkehrende Überschwemmungen auf dem Seegelände führten 1960 zur Verlagerung an den heutigen beziehungsweise heutigen Standortbereich nahe der Güstener Chaussee.

Nach Vereinschronik wurden dort jährlich etwa 20 bis 25 Jugendliche im Segelflug ausgebildet. Der Platz war damit ein bedeutender regionaler Ausbildungsstandort innerhalb der DDR-Luftsportstrukturen.

26. September 1965

Großflugtag zeigt den in Eigenleistung aufgebauten Platz

Die Segelflieger hatten Flughalle, Stromanschluss und Wasserversorgung weitgehend selbst geschaffen. Ein Großflugtag mit zehn Motor- und sechs Segelflugzeugen wurde zum öffentlich sichtbaren Höhepunkt dieser Aufbauphase.

Die Zahlen stammen aus der Vereinschronik und dokumentieren die damalige Größenordnung der Veranstaltung.

1952 bis 1954

Segelflug wird wieder zugelassen und die Ascherslebener Gruppe organisiert sich neu

Nach der Wiederzulassung des Segelflugs wurde ein erster Fluglehrer ausgebildet. 1953 schulte eine eigene Ascherslebener Gruppe in Ballenstedt, 1954 fand auf dem Seegelände der erste Flugtag nach dem Krieg statt.

In den folgenden Jahren entstanden Werkstatt und Platzinfrastruktur erneut in erheblicher Eigenleistung.

April 1945

Luftangriff zerstört die vorhandene Flugtechnik

Die Vereinschronik berichtet, dass die gesamte vorhandene Technik im April 1945 einem Brandbombenangriff zum Opfer fiel. Damit endete die bis dahin aufgebaute Segelfluginfrastruktur abrupt.

Der Vorgang gehört in den Kontext des Zweiten Weltkriegs und der militärisch-industriellen Bedeutung Ascherslebens. Er ist von der späteren zivilen Vereinsgeschichte zu trennen.

1935 bis 1941

Junkers-Werkflugplatz und Segelfluggruppe wachsen parallel

Mit dem Aufbau der Junkerswerke entstand 1935 ein Werkflugplatz nahe den Seewiesen. Die Segelflieger durften ihn mitnutzen und erweiterten ihren Flugzeugpark um mehrere Schul- und Leistungssegler.

Die industrielle Entwicklung war Teil der deutschen Aufrüstung. Die Chronik trennt deshalb die technische Luftfahrtgeschichte von einer unkritischen Traditionsbildung.

24. November 1931 bis 1932

Jugendliche gründen Segelfluggruppe und bauen den Gleiter „Hexe“

Eine Gruppe interessierter Jugendlicher gründete 1931 die Segelfluggruppe Aschersleben. Bereits 1932 entstand in Eigenarbeit das erste Gleitflugzeug mit dem Namen „Hexe“.

Weitere Schulgleiter und Segelflugzeuge folgten. Der Selbstbau war typisch für die frühe Segelflugbewegung, in der Vereine ihre Fluggeräte häufig selbst konstruierten oder nach Plänen fertigten.

9. Juni 1912

Fliegertag auf den Seewiesen markiert den frühen Beginn der Ascherslebener Luftfahrt

Auf den Seewiesen vor der Stadt fand ein öffentlicher Fliegertag statt. Das Gelände war unter Piloten bereits als Notflugplatz bekannt.

Der Termin gilt in der örtlichen Chronik als frühester klar dokumentierter Ausgangspunkt der Luftfahrt in Aschersleben, auch wenn er nicht mit der Eröffnung des heutigen Platzes gleichgesetzt werden darf.

Redaktionelle Einordnung

Aschersleben besitzt eine für einen kleinen Sonderlandeplatz bemerkenswert lange und gut dokumentierte Luftfahrtgeschichte. Der früheste Fliegertag liegt mehr als ein Jahrhundert zurück.

Die Gegenwart wird vor allem durch Segelflug, Jugendausbildung, Leewellenflug und historische Flugzeuge geprägt. Das Oldtimertreffen 2025 machte den Platz auch überregional sichtbar.

Die Chronik der 1930er- und 1940er-Jahre muss kritisch gelesen werden. Werkflugplatz, Junkersindustrie und Luftfahrtaufbau standen im Zusammenhang mit nationalsozialistischer Aufrüstung und Krieg.

Die Neugründung 1990 markiert den institutionellen Übergang zum heutigen zivilen Verein. Sie bildet keinen rechtlichen Fortbestand der früheren staatlichen oder militärischen Strukturen.

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