Flugplatz Ailertchen EDGA: Chronik, Presseberichte und öffentliche Standortgeschichte
Redaktionell aufgearbeitete Entwicklungen zum Flugplatz Ailertchen im Westerwald: aktueller Vereins- und Ausbildungsbetrieb, Flugplatzfeste, Modellflug, Umweltmaßnahmen, Infrastruktur, dokumentierte Unfälle, zivile Nachkriegsgeschichte und die klar abgegrenzte militärische Vorgeschichte des ehemaligen Einsatzhafens.
Der Flugplatz Ailertchen mit der ICAO-Kennung EDGA liegt im Westerwald und wird heute durch den FSV „Glück Auf“ Ailertchen e. V. geprägt. Der Standort verbindet Motorflug, Segelflug, Modellflug, Flugausbildung, Mitflugangebote, Vereinsarbeit und wiederkehrende öffentliche Veranstaltungen.
Die Geschichte des Geländes reicht wesentlich weiter zurück als die 1962 beginnende Vereinsgeschichte. Ab 1937 entstand zwischen Ailertchen und Halbs ein militärischer Einsatzhafen. Nach Kriegsende wurden große Teile der militärischen Infrastruktur beseitigt. Der zivile Flugbetrieb kehrte ab den 1950er-Jahren schrittweise zurück; das heutige Fluggelände wurde 1964 in einem anderen Teil des früheren Gesamtareals angelegt.
Die nachfolgende Chronik fasst Betreiberangaben, Polizeimeldungen, Feuerwehrberichte, BFU-Unterlagen, regionale Presseberichte und historische Darstellungen in eigener redaktioneller Sprache zusammen. Ankündigungen werden nicht als sicher durchgeführte Veranstaltungen ausgegeben. Ungeklärte Unfallursachen werden nicht vorweggenommen. Bei widersprüchlichen historischen Quellen wird die Unsicherheit offengelegt.
Hinweis zur Einordnung: Unterschiedliche öffentlich zugängliche Darstellungen verwenden für den heutigen Standort teils unterschiedliche luftrechtliche Bezeichnungen. Diese Chronik nimmt keine neue rechtliche Klassifizierung vor und verwendet neutral die Bezeichnung „Flugplatz Ailertchen“. Maßgeblich sind allein die jeweils aktuellen amtlichen Genehmigungs- und Luftfahrtinformationen.
Aktuelles Standortprofil: EDGA als Grasflugplatz im Westerwald
Der Flugplatz Ailertchen wird durch den FSV „Glück Auf“ Ailertchen e. V. betrieben und trägt die ICAO-Kennung EDGA. Die aktuelle Piloteninformation des Vereins nennt eine Graspiste in Richtung 03/21 mit 550 × 50 Metern sowie eine Platzhöhe von 470 Metern beziehungsweise 1.542 Fuß MSL.
Als Platzfrequenz nennt die Betreiberseite 126,410 MHz. Der Betrieb ist dort als PPR beschrieben. Zu den örtlichen Besonderheiten gehören der auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegene Hangar und der An- beziehungsweise Abflug über die Piste 21, bei dem eine Landstraße gekreuzt wird. Der Verein fordert zudem ausdrücklich dazu auf, Überflüge der umliegenden Ortschaften zu vermeiden.
Diese Angaben dienen innerhalb der Chronik nur der redaktionellen Standortbeschreibung. Sie ersetzen keine Flugvorbereitung. Frequenzen, PPR-Regelungen, Betriebszeiten, Bahnzustand, Kraftstoffverfügbarkeit, Anflugverfahren und weitere betriebliche Informationen müssen vor jedem Flug anhand der jeweils aktuellen amtlichen Luftfahrtinformationen und der Angaben des Betreibers geprüft werden.
Photovoltaik, Landschaftspflege und Umweltarbeit werden Teil des Vereinsprofils
Der Verein stellt den Umgang mit Natur und Landschaft als festen Bestandteil seiner Standortarbeit dar. Auf dem Hallendach wird nach Vereinsangaben seit mehr als zehn Jahren eine Photovoltaikanlage betrieben. Nicht selbst verbrauchter Strom werde in das örtliche Netz eingespeist.
Daneben beteiligt sich der FSV an der regionalen „Aktion Saubere Landschaft“. Die Darstellung verbindet die Pflege des Flugplatzgeländes mit dem Anspruch, Abfälle aus der Umgebung zu entfernen und die offene Kulturlandschaft des Westerwaldes zu erhalten.
Die Aussagen zu ökologischen Wirkungen stammen aus der Selbstdarstellung des Vereins. Die Chronik übernimmt deshalb nicht jede allgemeine Umweltbewertung als unabhängig nachgewiesene Tatsache, dokumentiert aber die konkreten Maßnahmen Photovoltaik, Geländepflege und Beteiligung an Reinigungsaktionen.
Tag der offenen Tür rückt den Modellflug und die Nachwuchsarbeit in den Mittelpunkt
Zum ersten Augustwochenende 2026 öffnete der Flugsportverein den Platz für eine große Modellflugveranstaltung. Die vorausgegangene Einladung nannte den 1. und 2. August 2026. Ein anschließend veröffentlichter Bericht enthielt in seiner Einleitung abweichende Wochentagsangaben, bezeichnete im weiteren Text jedoch ebenfalls den 1. und 2. August als Veranstaltungstage. Die Chronik folgt deshalb dem eindeutig angekündigten Zeitraum.
Nach der regionalen Berichterstattung reisten Modellflugvereine und Gastpiloten unter anderem aus Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg an. Für jeden Veranstaltungstag wurden ungefähr 50 Modellpiloten erwartet. Zu sehen waren Segel-, Motor-, Doppeldecker- und Jetmodelle sowie zahlreiche vorbildgetreue Nachbauten.
Der Bericht ordnete den FSV mit rund 100 Mitgliedern und den drei Bereichen Motorflug, Segelflug und Modellflug ein. Mit Lehrer-Schüler-Fernsteuerung, Erläuterungen am Boden und öffentlichen Vorführungen wurde der Modellflug zugleich als niedrigschwelliger Einstieg in Technik, Steuerung und Vereinsarbeit präsentiert.
Dreitägiges Flugplatzfest verbindet Kunstflug, Mitflugangebote und Familienprogramm
Das Pfingstfest 2026 entwickelte sich nach dem veröffentlichten Nachbericht zu einer stark besuchten dreitägigen Veranstaltung. Der Verein und die regionale Presse berichteten von gutem Wetter, einem schon am Samstag deutlich spürbaren Besucherandrang und dem Sonntag als besonders besucherstarkem Veranstaltungstag.
Im Motorflugprogramm traten unter anderem Toni Eichhorn mit einer Extra 300 LT und Bernhard Diehl mit einer Extra 330 SC auf. Luca Bierbrauer zeigte Segelkunstflug mit einer Pilatus B4, Andreas Brück mit einer LO 100. Hinzu kamen das Acroteam Meschede mit Pitts-Doppeldeckern und ein Formationsprogramm mit SIAI-Marchetti-Flugzeugen.
Mitfluggelegenheiten in Motor- und Segelflugzeugen, Hubschrauberrundflüge, Modellflugvorführungen, Kinderangebote und Gastronomie machten aus der Veranstaltung nicht nur eine Flugschau, sondern einen öffentlichen Einblick in mehrere Sparten des Vereins. Der am ersten Veranstaltungstag eingetretene Landeunfall wird in der Chronik gesondert dokumentiert und nicht mit dem übrigen Festprogramm vermischt.
Kleinflugzeug überschlägt sich bei der Landung – Pilot leicht verletzt
Am Samstag des Pfingstwochenendes überschlug sich ein Kleinflugzeug während des Landevorgangs und kam auf seiner Oberseite zum Liegen. Der Pilot konnte das Cockpit vor dem Eintreffen der Einsatzkräfte selbstständig verlassen. Er wurde mit leichten Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.
Die alarmierten Feuerwehren stellten den Brandschutz sicher, fingen austretende Betriebsstoffe auf und kontrollierten die Temperaturentwicklung am Motor wiederholt mit einer Wärmebildkamera. Nach der Einsatzmeldung waren 45 Feuerwehrkräfte beteiligt. Die Feuerwehr blieb vor Ort, bis die Bergung durch den Flugplatzbetreiber abgeschlossen war.
Polizei und zuständige Behörden nahmen Ermittlungen zur Unfallursache auf. Die hier ausgewertete Erstmeldung enthält keine abschließende Ursachenfeststellung. Die Chronik nimmt daher weder eine technische Erklärung noch eine persönliche Schuldzuweisung vor.
Modellflugtag zieht zahlreiche Gäste und unterschiedliche Modellklassen an
Der FSV kündigte für das erste Augustwochenende 2025 einen Tag der offenen Tür mit Modellflug, Modellausstellung, Mitfluggelegenheiten, Kinderangeboten und einem Nachtflugprogramm an. Ein späterer Vereinsbericht bestätigte eine hohe Besucherresonanz.
Gezeigt wurden Segel- und Motorflugmodelle, Hubschrauber sowie Jetmodelle. Die Veranstaltung verband Vorführungen in der Luft mit einer Ausstellung am Boden und einem Familienprogramm. Der Verein kündigte bereits im Nachbericht an, das Format im folgenden Jahr erneut durchführen zu wollen.
Die wiederkehrenden Modellflugtage sind damit nicht nur Einzelveranstaltungen, sondern ein dauerhaftes öffentliches Format innerhalb der Vereinsarbeit.
Pfingstfest behauptet sich trotz wechselhaften Wetters
Am Pfingstwochenende 2025 lud der Verein erneut zum traditionellen Tag der offenen Tür ein. Samstag und Sonntag waren teilweise von Regenschauern geprägt. Der sonnige und warme Pfingstmontag brachte schließlich deutlich bessere Flugbedingungen und zusätzliche Besucher.
Zum Programm gehörten Ausstellungen, Rundflüge, Kunstflugvorführungen und Einblicke in die Vereinsarbeit. Besucher konnten den Westerwald in verschiedenen Luftfahrzeugen aus der Luft erleben. Der Verein wertete die Resonanz als Bestätigung für das öffentliche Interesse am Standort.
Der Bericht zeigt zugleich, wie wetterabhängig Veranstaltungen auf einem Grasflugplatz bleiben. Einzelne Programmpunkte können kurzfristig verschoben, reduziert oder abgesagt werden, ohne dass daraus auf eine dauerhafte Einschränkung des Platzbetriebs geschlossen werden kann.
Generalüberholte Robin DR 300 wird auf den Namen „Ailertchen“ getauft
Der Verein stellte seine generalüberholte Avions Robin DR 300/180 R in neuer weiß-roter Lackierung vor. Das 1972 gebaute Flugzeug steht seit 1992 im Dienst des Vereins und wird vor allem als Schleppflugzeug eingesetzt. 2024 war es für eine umfassende Überholung in eine Werft gegeben worden.
Bei der Wiedereinweihung erhielt die Maschine den Namen „Ailertchen“. Der Verein bezeichnete sie als ein zentrales Arbeitsflugzeug seines Flugbetriebs. Die Finanzierung der Überholung erfolgte nach Vereinsangaben aus Mitgliedsbeiträgen, Veranstaltungs- und Gastronomieerlösen, Landegebühren sowie einem Bankkredit.
Die Maßnahme dokumentiert, dass der Erhalt älterer Vereinsflugzeuge erhebliche technische, organisatorische und finanzielle Leistungen verlangt. Zugleich blieb damit ein für Segelflugzeugschlepp, Rundflüge und Vereinsbetrieb wichtiges Luftfahrzeug am Standort verfügbar.
Informationsveranstaltung soll Wege in Motor-, Segel- und Modellflug erklären
Der Verein kündigte für Ende März eine Informationsveranstaltung in der Fliegerklause an. Fluglehrer und Vereinsvertreter sollten über Motorflug, Segelflug und Modellflug sowie über Ablauf, Kosten und Voraussetzungen der Ausbildung informieren.
Neben technischen und ausbildungsbezogenen Fragen sollte auch das Vereinsleben vorgestellt werden. Der Termin steht damit beispielhaft für die Bemühungen, neue Mitglieder und Flugschüler nicht nur über Großveranstaltungen, sondern auch über gezielte Informationsangebote anzusprechen.
Die ausgewertete Veröffentlichung ist eine Einladung. Sie belegt die Planung des Termins, nicht aber Teilnehmerzahl, Verlauf oder ein bestimmtes Ergebnis.
Erste drei Alleinflüge markieren die A-Prüfung eines Segelflugschülers
Ein Segelflugschüler des Vereins absolvierte im September 2024 seine ersten drei Alleinflüge im Rahmen der A-Prüfung. Bis zu diesem Ausbildungsschritt hatte er nach Vereinsangaben 43 Starts und mehr als 14 Flugstunden mit Fluglehrern absolviert.
Der erste Alleinflug ist in der Segelflugausbildung ein prägender Meilenstein. Er darf jedoch nicht mit dem Abschluss der Ausbildung oder dem Erwerb einer Lizenz gleichgesetzt werden. Nach der A-Prüfung folgen weitere Ausbildungsabschnitte, Starts, Flugübungen und Prüfungen.
Die Meldung zeigt, dass der Standort neben Veranstaltungen und Rundflügen weiterhin eine praktische Ausbildungsfunktion besitzt.
Pfingstprogramm mit Rundflügen, Kunstflug und Familienangeboten angekündigt
Für Pfingsten 2024 kündigte der Verein ein dreitägiges Fest mit Kinderattraktionen, Papierfliegerwettbewerb, Rundflügen und einem Kunstflugprogramm an. Toni Eichhorn und Bernie Diehl sollten am Sonntag und Montag auftreten.
Zusätzlich waren Hubschrauberrundflüge und ein Auftritt der Stiftung Fly & Help am Montag vorgesehen. Die Veröffentlichung verdeutlicht die Verbindung von Luftsport, öffentlicher Veranstaltung und gemeinnützigem Spendenzweck.
Da die zugrunde liegende Quelle das geplante Programm beschreibt, werden die genannten Punkte nicht ohne weiteren Nachbericht als vollständig durchgeführt dargestellt.
Tag der offenen Tür macht den Modellflug zum Hauptthema
Für das erste Augustwochenende 2023 lud der FSV zu einem öffentlichen Modellflugtag ein. Gastpiloten und Vereinsmitglieder sollten unterschiedliche Modelle ausstellen, vorführen und im Flugbetrieb zeigen.
Gleichzeitig wurden die Vereinsflugzeuge für Rundflüge angekündigt. Das Format verband damit den Modellflug mit der manntragenden Luftfahrt und bot Besuchern mehrere Zugänge zum Thema Fliegen.
Auch hier handelt es sich bei der ausgewerteten Quelle um eine Veranstaltungsankündigung. Sie dokumentiert das Konzept und den geplanten Zeitraum, nicht automatisch jeden tatsächlich durchgeführten Programmpunkt.
Mitgliederversammlung verbindet Vorstandswahl mit umfangreicher Standortarbeit
Auf der ordentlichen Mitgliederversammlung berichtete der Verein über Mitgliederstruktur, finanzielle Lage, den Kauf eines Segelflugzeugs, eine neugestaltete Internetseite und die Sanierung der Flugplatzdrainage. Damit wurden sowohl fliegerische als auch infrastrukturelle Aufgaben sichtbar.
Mehrere Vorstandsämter wurden neu besetzt. Die Vereinsleitung erklärte die Gewinnung neuer Mitglieder zu einem wesentlichen Ziel. Dabei wurde Fliegen ausdrücklich als Teamsport beschrieben, bei dem Ausbildung, Flugdienst, Technik, Werkstatt, Jugendarbeit und Veranstaltungen ineinandergreifen.
Die Erwähnung der Drainagesanierung knüpft zugleich an die besondere Geschichte des Geländes an: Entwässerung und Bodenbeschaffenheit gehören seit dem Bau des militärischen Einsatzhafens zu den prägenden infrastrukturellen Themen des Standortes.
Grundschulklassen lernen Startbahn, Tower und Hangars kennen
Zwei zweite Klassen der Grundschule Höhn besuchten mit 44 Schülerinnen und Schülern sowie vier Lehrkräften den Flugplatz. Nach der Wanderung nach Ailertchen begann ein geführtes Besuchsprogramm.
Vereinsmitglieder erklärten die Start- und Landebahn, den Turm, die Hangars und die dort abgestellten Luftfahrzeuge. Zum Abschluss durfte jedes Kind in einem Flugzeug Platz nehmen.
Der Termin dokumentiert die Bildungs- und Nachwuchsarbeit außerhalb der eigentlichen Pilotenausbildung. Der Flugplatz wurde dabei als anschaulicher Lernort für Technik, Orientierung, Verkehr und Vereinsarbeit genutzt.
FSV „Glück Auf“ blickt auf 60 Jahre Vereinsgeschichte zurück
Der heutige Verein führt seine Entstehung auf das Jahr 1962 zurück. Gegründet wurde er zunächst als Werksfliegergruppe der Erzbergbau Siegerland, nur wenige Jahre nach der Wiederzulassung der privaten Motorfliegerei in Deutschland.
Zum 60-jährigen Bestehen präsentierte sich der FSV mit Motorflug, Segelflug und Modellflug, Rundflugangeboten, Pilotenausbildung und einer vereinsgetragenen Gastronomie. Das Jubiläum unterstrich die organisatorische Kontinuität des zivilen Luftsports am Standort.
Die Vereinsgründung ist klar von der militärischen Vorgeschichte des Geländes zu trennen. Der heutige Verein entstand erst lange nach Kriegsende und nach der Wiederaufnahme des zivilen Luftsports.
Wechsel in der Öffentlichkeitsarbeit nach einem Vierteljahrhundert
Ein regionaler Pressebericht würdigte Rainer Erbeldinger für rund 25 Jahre Öffentlichkeitsarbeit für den Flugsportverein. Der langjährige Ansprechpartner wurde als Ehrenmitglied ausgezeichnet.
Der Bericht markierte zugleich einen Übergang in der Außendarstellung des Vereins. Die neue Verantwortungsstruktur sollte Veranstaltungen, Nachwuchsgewinnung und die öffentliche Wahrnehmung des Flugplatzes stärker begleiten.
Die langjährige Pressearbeit ist für die heutige Chronik besonders relevant, weil zahlreiche Entwicklungen, Veranstaltungen und historische Rückblicke nur durch kontinuierliche lokale Berichterstattung öffentlich dokumentiert wurden.
Wichtige Abgrenzung: Bezug zu EDGA, Unfallstelle jedoch außerhalb des Flugplatzgeländes
Der Flug vom 30. Mai 2020 begann in Ailertchen und sollte dorthin zurückführen. Die Kollision mit einer Stromleitung und einem Wohnhaus ereignete sich jedoch in Langenhahn. Der Vorgang ist deshalb ein Unfall mit Bezug zum Flugplatz Ailertchen, aber kein Absturz auf der Start- und Landebahn oder dem eigentlichen EDGA-Flugplatzgelände.
Cessna 182 kollidiert in Langenhahn mit Stromleitung und Wohnhaus
Eine Cessna 182 C startete in Ailertchen zu einem Absetzflug für Fallschirmspringer. Nach dem Absetzen der Springer trat während des Rückfluges beziehungsweise Sinkfluges ein Triebwerksproblem auf. Das Flugzeug erreichte den Flugplatz nicht mehr.
Bei der Notlandesituation kollidierte die Maschine in Langenhahn mit einer Freileitung und anschließend mit einem Wohnhaus. Der Pilot wurde schwer verletzt, das Flugzeug zerstört und das Gebäude beschädigt. Die Unfallstelle lag nicht auf dem Flugplatz EDGA.
Die BFU veröffentlichte 2023 ihren Untersuchungsbericht. Als Ursache wurde eine zu geringe Kraftstoffmenge beschrieben, die unter den gegebenen Betriebsbedingungen nicht ausreichte, um eine kontinuierliche Kraftstoffversorgung des Triebwerks sicherzustellen. Maßgeblich bleibt der vollständige BFU-Bericht; die Chronik verkürzt dessen technische Analyse nicht zu einer persönlichen Schuldzuweisung.
Zivile Vereins-, Ausbildungs- und Veranstaltungsgeschichte
Die folgenden Stationen betreffen den zivilen Luftsport, die Ausbildung, Veranstaltungen und die Nachkriegsentwicklung. Unfallmeldungen werden sachlich dokumentiert. Historische Großveranstaltungen und Besucherzahlen sind nicht mit dem normalen täglichen Flugbetrieb gleichzusetzen.
Fallschirmspringer verunglückt auf dem Flugplatzgelände tödlich
Am späten Nachmittag ereignete sich auf dem Flugplatzgelände ein tödlicher Fallschirmsprungunfall. Der Hauptschirm hatte sich nach der Polizeimeldung geöffnet. Zeugen berichteten anschließend von einer Trudelbewegung, die nicht mehr beendet werden konnte.
Der 39-jährige Springer schlug unweit der Zielzone auf einer Freifläche auf und erlitt tödliche Verletzungen. Die Polizei bezeichnete die näheren Umstände in ihrer ersten Veröffentlichung ausdrücklich als noch unklar.
Die Chronik übernimmt die beobachtete Bewegung nicht als abschließend geklärte technische Unfallursache. Zeugenaussage, Unfallablauf und spätere fachliche Bewertung sind voneinander zu unterscheiden.
Modellflugtage zeigen ein seit 2006 etabliertes Veranstaltungsformat
Die Modellflugabteilung berichtete 2018, dass befreundete Vereine seit 2006 regelmäßig am ersten Augustwochenende nach Ailertchen eingeladen werden. Für die Veranstaltung wurde das Flugfeld eigens vorbereitet und der Modellbetrieb mit dem übrigen Flugbetrieb abgestimmt.
Während der Modellflugtage standen nur wenige manntragende Vereinsflugzeuge bereit. Der Kontakt zum Flugplatzbetrieb blieb dennoch bestehen, damit auf einen möglichen auswärtigen Not- oder Ausweichverkehr reagiert werden konnte.
Gezeigt wurden unter anderem schnelle Jetmodelle, große Motormodelle, Modellgleitschirme und Segelflugmodelle. Gleichzeitig konnten Besucher in einem Segelflugzeug probesitzen und sich über die manntragende Fliegerei informieren.
Mehr als 2.000 Besucher erleben Flugvorführungen und Mitflugangebote
Die regionale Berichterstattung beschrieb das Pfingstfest 2018 als eine der großen öffentlichen Veranstaltungen des Flugplatzes. Mehr als 2.000 Besucher wurden gezählt.
Zum Programm gehörten Rundflüge, Tandemsprünge, Hubschrauberflüge, Kunstflug und Modellflug. Historische und moderne Flugzeuge wurden am Boden und in der Luft präsentiert. Der Platz wurde damit für ein Wochenende zu einem regionalen Veranstaltungsort mit erheblichem Besucheraufkommen.
Die hohen Besucherzahlen verdeutlichen die öffentliche Bedeutung der Flugplatzfeste, sagen aber nichts über die durchschnittliche tägliche Nutzung des Flugplatzes außerhalb solcher Sonderveranstaltungen aus.
Zwei Menschen bei harter Tandemfallschirmlandung schwer verletzt
Eine 30-jährige Passagierin absolvierte gemeinsam mit einem 58-jährigen Tandemsprunglehrer einen Fallschirmsprung. Bei der Landung kam es aus zunächst ungeklärter Ursache zu einem harten Aufschlag.
Beide Personen wurden schwer verletzt. Die Passagierin wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Koblenzer Krankenhaus gebracht; der Tandemlehrer kam in ein nahegelegenes Krankenhaus.
Die Erstmeldung enthält keine abschließende technische oder menschliche Ursachenbewertung. Entsprechend wird der Vorgang ausschließlich als dokumentierter Unfallablauf wiedergegeben.
Pfingstfest macht zahlreiche Sparten der Luftfahrt öffentlich erlebbar
Über drei Tage bot der Flugsportverein Ausstellungen, Rundflüge und Kunstflugvorführungen an. Besucher konnten den Westerwald aus Motorflugzeugen und einem Hubschrauber betrachten; ein Teil der Hubschrauberflüge unterstützte die Stiftung Fly & Help.
Die Modellfluggruppe präsentierte rund 20 Nachbauten, darunter Flugzeuge und Hubschrauber. Große Kunstflugzeuge und historische Maschinen ergänzten das Programm. Ein Flugsimulator sollte besonders Kindern und Jugendlichen einen ersten Zugang zum Fliegen vermitteln.
Fallschirmsprünge waren witterungsbedingt zunächst nicht möglich und konnten erst am Montag stattfinden. Der Bericht zeigt damit anschaulich, dass selbst geplante Programmpunkte kurzfristig von Wind, Sicht, Wolken und Niederschlag abhängen.
Wechsel an der Spitze der vereinsgetragenen Pilotenausbildung
Nach 15 Jahren wechselte die Leitung der Flugausbildung. Der bisherige Ausbildungsleiter hatte seit 2002 als Fluglehrer gearbeitet, zunächst auch im Ultraleicht- und Motorflug, später im Motor- und Segelflug.
Zum Zeitpunkt des Berichts befanden sich sechs Flugschüler in Ausbildung. Die Meldung verdeutlicht, dass die Ausbildung am Standort nicht nur aus einzelnen Flugstunden besteht, sondern dauerhaft qualifizierte Lehrberechtigte, Organisation, Fluggerät und Prüfungsplanung benötigt.
Die personelle Übergabe wurde öffentlich angekündigt, um Kontinuität und Ansprechpartner der Ausbildung sichtbar zu machen.
Robin DR 400 wird bei einem Startabbruch schwer beschädigt
Eine Robin DR 400 überrollte nach einem misslungenen beziehungsweise abgebrochenen Start das Bahnende und kollidierte im weiteren Verlauf mit dem Bereich einer Straße. Das Flugzeug wurde schwer beschädigt.
Der Vorgang wurde von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung unter dem Aktenzeichen 3X107-0/09 dokumentiert. Für die Chronik ist entscheidend, zwischen der ersten Ereignisbeschreibung und der fachlichen Unfallanalyse zu unterscheiden.
Die Verlinkung führt deshalb auf das BFU-Bulletin. Eine verkürzte Zusammenfassung ersetzt nicht die vollständige Untersuchung und soll keine einzelne Person verantwortlich machen.
Große Abendveranstaltung erweitert das Flugplatzprogramm um Musik und Unterhaltung
Ein späterer Rückblick auf die Vereinsgeschichte erinnerte an eine große Veranstaltung unter dem Titel „Wir bei Euch“. Auf dem Flugplatz traten unter anderem Tom Astor, Bata Illic und die Big Band Georg Wolf auf.
Der Termin zeigt, dass das Gelände zeitweise auch als Veranstaltungsort außerhalb des engeren Flugbetriebs genutzt wurde. Solche Großereignisse verlangen gesonderte Organisation, Sicherheitskonzepte, Verkehrslenkung und eine deutliche Trennung vom regulären Luftsportbetrieb.
Die Angaben beruhen auf einem rückblickenden Pressebericht aus dem Jahr 2021 und nicht auf einem zeitgenössischen vollständigen Veranstaltungsarchiv.
Motorsegler ASK 16 bei harter Landung schwer beschädigt
Bei einer Landung wurde das Fahrwerk eines Motorseglers vom Typ ASK 16 nach hinten gebogen beziehungsweise beschädigt. Das Luftfahrzeug erlitt erhebliche Schäden.
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung führte das Ereignis unter dem Aktenzeichen 3X157-0/01. Die Chronik beschränkt sich auf die im Bulletin dokumentierten Kerndaten.
Aus der bloßen Schadensbeschreibung lässt sich keine belastbare persönliche Schuldzuweisung ableiten. Technische, betriebliche und fliegerische Faktoren sind nur im Zusammenhang des vollständigen Untersuchungsmaterials zu bewerten.
Ailertchen wird Etappenziel des Deutschlandfluges
Ein Vereinsrückblick nennt Ailertchen 1999 als Etappenziel des Deutschlandfluges. Der traditionsreiche Wettbewerb beziehungsweise Reiseflug bringt zahlreiche Besatzungen auf eine vorgegebene Strecke und verbindet fliegerische Aufgaben mit der Ansteuerung verschiedener Plätze.
Für einen vergleichsweise kleinen Grasflugplatz bedeutete eine solche Etappe zusätzliche Anforderungen an Verkehrsabwicklung, Abstellflächen, Flugleitung, Helfer und Versorgung.
Da die ausgewertete Quelle den Termin rückblickend erwähnt, werden ohne ergänzendes offizielles Wettbewerbsarchiv keine Teilnehmerzahlen oder Ergebnisse behauptet.
Internationales VW-Bus-Treffen bringt außergewöhnlich großes Besucheraufkommen
Der historische Presserückblick nennt für 1998 ein VW-Bus-Treffen mit 1.516 Fahrzeugen aus Deutschland, anderen Teilen Europas und Übersee.
Die Veranstaltung steht nicht für den normalen Flugplatzbetrieb, zeigt aber die zeitweise Nutzung des weitläufigen Geländes für überregionale Treffen. Logistik, Stellflächen, Versorgung und Verkehrsführung erhielten dadurch eine Bedeutung, die weit über den Flugbetrieb hinausging.
Die genannte Zahl stammt aus einem späteren Zeitungsrückblick. Sie wird als dokumentierte historische Angabe wiedergegeben, ohne eine eigenständige Teilnehmerlistenprüfung vorzutäuschen.
Die Fliegerklause wird über Jahrzehnte zu einem öffentlichen Anlaufpunkt
Über mehr als drei Jahrzehnte prägte die Bewirtschaftung der Fliegerklause die öffentliche Wahrnehmung des Platzes. Besucher, Piloten und Vereinsmitglieder erhielten damit einen festen Treffpunkt unmittelbar am Flugfeld.
Die Gastronomie erfüllte mehrere Funktionen: Sie versorgte Gäste, unterstützte Veranstaltungen, schuf Begegnungsmöglichkeiten und trug zur Finanzierung der Vereinsarbeit bei.
Die lange Bewirtschaftungsphase wird in einem späteren Pressebericht mit der Person Rainer Erbeldinger verbunden. Die Chronik würdigt die dokumentierte Dauer und Funktion, ohne daraus eine vollständige wirtschaftliche Betriebsgeschichte abzuleiten.
Teile des früheren Flugplatzareals dienen der Bundeswehr und werden später Naturerbe
Mit dem Bau der Wäller-Kaserne 1966 nutzte das Panzerbataillon 154 den westlich und südlich anschließenden Teil des ehemaligen Flugplatzareals als Standortübungsplatz. Für die Panzerverladung wurde ein Teil der früheren Anschlussbahn reaktiviert; eine angelegte Panzerstraße ist nach der Vereinschronik weiterhin im Gelände erkennbar.
Die militärische Nutzung endete mit der Auflösung der Einheit im Jahr 2006. Der zivile Flugplatzbetrieb auf dem heutigen EDGA-Gelände ist von diesem benachbarten Übungsplatz räumlich und organisatorisch zu unterscheiden.
Für 2022 nennt die Vereinschronik eine geschützte Fläche von 153 Hektar im Eigentum der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe. In angrenzenden Bereichen wurden zudem Photovoltaik-Freiflächenanlagen genehmigt und errichtet.
Neues ziviles Fluggelände entsteht im nordöstlichen Teil des früheren Areals
Die zuvor genutzte Start- und Landefläche auf der Halbser Seite wurde durch eine Fichtenpflanzung und die Anlage eines Sportplatzes unterbrochen. Ein geordneter Flugbetrieb war dort nicht mehr möglich.
1964 entstand deshalb im nordöstlichen Teil des ehemaligen Gesamtgeländes, in der Gemarkung Ailertchen und parallel zur früheren Anschlussbahn, ein neues Fluggelände.
Dieser Schritt bildet die räumliche Grundlage des heutigen zivilen Flugplatzes. Er zeigt zugleich, dass der aktuelle Platz nicht einfach unverändert auf der vollständigen militärischen Flugbetriebsfläche weiterbetrieben wurde.
Werksfliegergruppe der Erzbergbau Siegerland wird gegründet
Der heutige FSV „Glück Auf“ Ailertchen führt seine Gründung auf die Werksfliegergruppe der Erzbergbau Siegerland zurück. Der Verein entstand in einer Zeit, in der der zivile Luftsport in der Bundesrepublik nach den Nachkriegsbeschränkungen neu aufgebaut wurde.
Aus der Werksfliegergruppe entwickelte sich schrittweise ein Verein mit Motorflug, Segelflug, Modellflug, Ausbildung, Jugendarbeit und öffentlichen Veranstaltungen.
Die Gründung von 1962 markiert den Beginn der heutigen zivilen Vereinsgeschichte. Militärische Ereignisse aus den Jahren 1937 bis 1945 gehören nicht zur Geschichte dieses Vereins, sondern zur Vorgeschichte des Geländes.
Unternehmensflüge mit Piper PA-12 und Dornier Do 27
Der Schraubenhersteller Fastenrath nutzte das Gelände für Geschäftsflüge zwischen seinen Standorten in Plettenberg und Westerburg. Zunächst kam eine Piper PA-12, später eine Dornier Do 27 zum Einsatz.
Als Pilot wird in der Vereinschronik zeitweise der Versuchspilot Erich Klöckner genannt. Der für diese Flugzeuge genutzte Hangar bestand aus einer nach dem Krieg vergrößerten ehemaligen Luftwaffenhalle und ist nach der historischen Darstellung bis heute erhalten.
Die Geschäftsflüge bilden eine Zwischenphase zwischen der militärischen Vergangenheit des Geländes und der späteren vereinsgetragenen Nutzung.
Segel- und Motorflug kehren schrittweise auf das ehemalige Militärgelände zurück
Nach der Wiederzulassung des Segelflugs 1951 wurde der südöstliche Teil des früheren Flugplatzgeländes erneut fliegerisch genutzt. Vereine aus mehreren Städten, darunter Betzdorf, Mainz, Siegen und Wetzlar, betrieben dort zeitweise Windenstarts.
Nach der Wiederzulassung des Motorflugs 1955 ist für 1956 eine Bücker Bü 131 „Jungmann“ fotografisch dokumentiert.
Die frühe Nachkriegsnutzung war noch nicht mit der späteren Vereinsstruktur und dem heutigen Flugfeld identisch. Sie bereitete jedoch den Weg für die dauerhafte zivile Luftsporttradition in Ailertchen.
Französische Besatzungsmacht demontiert militärische Infrastruktur
Nachdem der Westerwald Teil der französischen Besatzungszone geworden war, wurden die früheren Gleis- und Tankanlagen demontiert. Die Munitionsbunker wurden gesprengt.
Damit verlor der Standort wesentliche Bestandteile seiner militärischen Logistik. Einzelne Gebäude, Geländestrukturen, Entwässerungen und Trassen blieben jedoch erhalten und prägten spätere Nutzungen.
Die Demontage bildet die historische Zäsur zwischen dem Einsatzhafen des Zweiten Weltkriegs und der schrittweisen zivilen Wiederaufnahme des Flugbetriebs.
Historische Zäsur: Militärischer Einsatzhafen 1937–1945
Der Einsatzhafen entstand im Zuge der Aufrüstung des nationalsozialistischen Deutschen Reiches und wurde während des Zweiten Weltkriegs militärisch genutzt. Diese Vorgänge gehören nicht zur Geschichte des 1962 gegründeten Flugsportvereins und dürfen dem heutigen zivilen Betreiber nicht zugerechnet werden. Die Darstellung dient ausschließlich der historischen Dokumentation des Geländes.
US-Truppen übernehmen den Platz und betreiben ihn kurzzeitig als Y-81
Amerikanische Bodentruppen erreichten Ailertchen am 26. März 1945 und besetzten den Platz nach den ausgewerteten Darstellungen ohne längere Kampfhandlungen. Eine Pioniereinheit begann mit der Instandsetzung der beschädigten Flugbetriebsfläche.
Vier Tage später wurde der Platz unter der alliierten Kennung Y-81 genutzt. Im Mittelpunkt standen Transport-, Sanitäts- und Aufklärungsflüge. Für Transport und Verwundetentransport kamen vor allem C-47 Dakota zum Einsatz; für Aufklärungsaufgaben werden Varianten der Lockheed P-38 genannt.
Die militärische US-Nutzung endete nach der Vereinschronik am 30. April 1945. Sie war damit kurz, aber historisch klar dokumentierbar und vom späteren zivilen EDGA-Betrieb vollständig zu trennen.
Quellen widersprechen sich zur erneuten deutschen Nutzung kurz vor der Besetzung
Die Vereinschronik bezeichnet es als wahrscheinlich, dass Reste der Nachtschlachtgruppe 2 sowie der Stab einer Nahaufklärungsgruppe Anfang März 1945 erneut nach Ailertchen verlegt wurden, um gegen die bis zum Rhein vorgedrungenen Alliierten eingesetzt zu werden.
Eine weitere historische Ausarbeitung beschreibt dagegen Planungen für Ailertchen, Lippe und Breitscheid, ordnet die tatsächlich nachweisbaren Teile der Nachtschlachtgruppe jedoch eher Lippe und Breitscheid zu. Für Ailertchen bleibt die Quellenlage damit nicht eindeutig.
Die Chronik übernimmt deshalb keine definitive Stationierungsbehauptung. Gesichert ist, dass der Platz den Alliierten bekannt war, Luftaufnahmen vorlagen, Bombentrichter sichtbar waren und die US-Truppen den Standort am 26. März 1945 besetzten.
Geplante Verlegung einer Jagdgruppe nach Ailertchen wird nicht umgesetzt
Eine historische Untersuchung nennt eine Planung, die IV. Gruppe des Jagdgeschwaders 27 mit Messerschmitt Bf 109 G-14 nach Ailertchen zu verlegen.
Die Stationierung wurde nach der ausgewerteten Darstellung nicht umgesetzt; die Einheit ging stattdessen nach Achmer. Der Vorgang ist wichtig, weil er zeigt, dass Planungsunterlagen nicht automatisch eine tatsächliche Belegung des Flugplatzes beweisen.
In der Chronik werden deshalb geplante, wahrscheinliche und nachweislich vollzogene Stationierungen sprachlich voneinander getrennt.
Kurze Belegung durch Nachtschlachtflieger – weitere Nachtjagdangaben bleiben unsicher
In der herangezogenen Literatur wird die Verlegung der 3. Staffel der Nachtschlachtgruppe 2 mit Junkers Ju 87 vom Feldflugplatz Peppenhoven nach Ailertchen für den Zeitraum ab 13. September genannt. Spätestens am 27. September lag die nächste Basis in Köln-Ostheim.
Daneben existiert die Angabe, die III. Gruppe des Nachtjagdgeschwaders 1 habe mit zahlreichen Bf 110 und Ju 88 von Ailertchen nach Fritzlar verlegt. Direkt belegt ist nach der Vereinschronik zumindest eine Landung des Gruppenkommandeurs Martin Drewes Anfang September.
Die Quellen reichen damit von einer konkreten kurzfristigen Nachtschlachtbelegung über einzelne Flugbuchnachweise bis zu weitergehenden, nicht vollständig abgesicherten Verbandsangaben. Die Chronik stellt diese Abstufung ausdrücklich dar.
Tieffliegerangriffe beschädigen Anlagen und fordern Todesopfer
Am 5. September wurden nach der historischen Darstellung Flugzeugattrappen und Einrichtungen des Platzes durch Bordwaffenbeschuss beschädigt.
Bei einem weiteren Angriff am 9. September gerieten Gebäude in Brand. Ein Angehöriger des Platzpersonals und der Pilot einer zerstörten Focke-Wulf Fw 190 kamen ums Leben; drei weitere Personen wurden schwer verletzt.
Die Ereignisse gehören zur Kriegsgeschichte des nationalsozialistischen Militärstandortes. Sie dürfen weder dem 1962 gegründeten Verein noch dem heutigen zivilen Betreiber zugerechnet werden.
Erste dokumentierte Luftangriffe treffen Ort, Flugzeuge und Unterstellhalle
Ein Tieffliegerangriff am 8. April 1944 forderte nach der historischen Darstellung zwei zivile Todesopfer und verursachte Gebäudeschäden in Ailertchen.
Am 16. Mai wurde eine abgestellte Messerschmitt Bf 109 beschädigt und eine Unterstellhalle brannte aus. Eine weitere Bf 109 stürzte ab; der Pilot konnte sich retten. Am 31. Mai zerstörten britische Jäger eine abgestellte Bf 110.
Die Angriffe zeigen, dass der Einsatzhafen spätestens 1944 als militärisches Ziel erkannt und bekämpft wurde, auch wenn die dauerhafte Belegung mit fliegenden Verbänden nur lückenhaft dokumentiert ist.
Einsatzhafen wird als einsatzfähig geführt
Das Luftwaffen-Bauamt Wiesbaden bezeichnete den Einsatzhafen Ailertchen im März 1940 als einsatzfähig. Der Platz wurde dem Leithorst Wiesbaden-Erbenheim unterstellt.
Zu diesem Zeitpunkt waren Anschluss- und Ringgleis, zwei Tankanlagen, Rollwege zu den dezentralen Abstellplätzen und die Abstellplätze weitgehend fertiggestellt. Die Munitionsbunker befanden sich noch in unterschiedlichen Bauzuständen.
Der Status „einsatzfähig“ bedeutete nicht automatisch eine ständige Belegung mit einem fliegenden Verband. Einsatzhäfen waren gerade darauf angelegt, in Friedens- oder Ruhezeiten unauffällig zu bleiben und bei Bedarf als Ausweich-, Not- oder Einsatzplatz genutzt zu werden.
Kommandantur und Luftnachrichtenstelle werden trotz unfertiger Anlagen aufgestellt
Am Tag der Mobilmachung wurden eine Fliegerhorst-Kommandantur und eine Luftnachrichtenstelle für Ailertchen eingerichtet. Feldpostnummern wurden zugeteilt, obwohl der Platz nach der historischen Darstellung noch nicht vollständig für den Flugbetrieb nutzbar war.
Das Anschlussgleis, Teile der Tanklogistik und Munitionsanlagen waren noch nicht vollständig fertiggestellt. Die Aufstellung der Führungseinrichtungen zeigt dennoch die militärische Bedeutung, die dem Standort unmittelbar vor Beginn des Zweiten Weltkriegs zugemessen wurde.
Die Chronik verwendet für diesen Zeitraum die damalige Bezeichnung Einsatzhafen. Der heutige zivile Flugplatz EDGA entstand erst nach dem Krieg in veränderter räumlicher und organisatorischer Form.
Bau eines getarnten Einsatzhafens auf der Hochfläche zwischen Ailertchen und Halbs
Ab etwa 1937 begann auf der teilweise morastigen Hochfläche südöstlich von Ailertchen der Bau eines militärischen Einsatzhafens erster Ordnung. Das Gelände lag in mehreren Gemarkungen, darunter Ailertchen, Halbs, Hergenroth, Westerburg und Langenhahn.
Nach der Rodung von Fichtenbeständen wurde der Boden tief gepflügt, drainiert und eingeebnet. Es entstand ein ungefähr 1.050 × 1.050 Meter großes Grasrollfeld, das je nach Richtung eine maximale nutzbare Länge von etwa 1.200 Metern ermöglichte. Gebäude aus Basalt und Bruchstein sollten sich landschaftlich einfügen und den militärischen Zweck weniger auffällig erscheinen lassen.
Zur Infrastruktur gehörten Funktions- und Garagengebäude, Unterkunfts-, Sanitär-, Küchen- und Verwaltungsbaracken, Tankanlagen, Abstellplätze, Munitionslager und ein Regelspuranschluss vom Bahnhof Langenhahn. Die Entwässerungsarbeiten beeinflussten nach der Orts- und Vereinsgeschichte Quellen der Gemeinde Halbs; deren Wasserversorgung musste langfristig über eine Druckleitung ergänzt werden.
Diese Bauphase bildet die militärische Vorgeschichte des Geländes. Sie ist weder Ursprung einer zivilen Vereinsgründung noch Ausdruck des heutigen Flugplatzbetriebs.
Redaktionelle Einordnung
Die Entwicklung von Ailertchen lässt sich nur verstehen, wenn drei deutlich voneinander getrennte Phasen betrachtet werden: der militärische Einsatzhafen der Jahre 1937 bis 1945, die Nachkriegszeit mit Demontage und schrittweiser Rückkehr des zivilen Fliegens sowie die seit 1962 aufgebaute Vereinsgeschichte des heutigen FSV.
Der moderne Standort ist vor allem ein vereinsgetragener Luftsport- und Ausbildungsplatz. Motorflug, Segelflug und Modellflug stehen nebeneinander. Öffentliche Flugplatzfeste, Modellflugtage, Schulbesuche und Informationsveranstaltungen schaffen Sichtbarkeit und dienen zugleich der Nachwuchs- und Mitgliedergewinnung. Die Generalüberholung der Robin DR 300 zeigt, wie stark ein solcher Platz von ehrenamtlicher Arbeit, technischer Betreuung und eigener Finanzierung abhängt.
Die Chronik dokumentiert auch schwere und tödliche Unfälle. Der Fallschirmsprungunfall von 2018 und der Landeunfall von 2026 ereigneten sich auf dem Gelände. Der Cessna-Unfall von 2020 hatte seinen Ausgangspunkt in EDGA, die eigentliche Unfallstelle lag jedoch in Langenhahn. Diese räumliche Trennung ist für eine sachgerechte Einordnung wesentlich.
Bei der militärischen Geschichte ist die Quellenlage nicht in jedem Punkt gleich stark. Bau, Angriffe, US-Besetzung und die Nutzung als Y-81 sind vergleichsweise klar dokumentiert. Bei einzelnen deutschen Verbandsverlegungen im September 1944 und März 1945 bestehen dagegen Unterschiede zwischen Vereinschronik, Fachliteratur und indirekten Flugbuchhinweisen. Solche Angaben werden daher nicht als zweifelsfrei gesichert formuliert.
Die heute sichtbaren Spuren – Gebäude, Entwässerung, ehemalige Gleistrassen, Geländeformen und angrenzende Schutzflächen – verbinden mehrere historische Schichten. Sie sollten weder romantisiert noch pauschal dem heutigen Flugsport zugerechnet werden. Der aktuelle Verein steht organisatorisch und zeitlich für die zivile Nachkriegsgeschichte des Platzes.
Grundlagen der redaktionellen Veröffentlichung, Quellenbenennung und fliegerischen Abgrenzung
Diese Chronik ist eine eigenständige redaktionelle Zusammenfassung öffentlich dokumentierter Vorgänge. Presseberichte, Betreiberinformationen, Polizei- und Feuerwehrmeldungen, BFU-Unterlagen sowie historische Darstellungen werden nicht vollständig übernommen, sondern ausgewertet, zeitlich geordnet und in eigener Sprache zusammengefasst.
Öffentliche Zugänglichkeit bedeutet nicht, dass fremde Texte oder Bilder beliebig übernommen werden dürfen. Die Quellenangabe dient der Transparenz und ermöglicht die Prüfung der Informationsgrundlage. Bei historischen Angaben wird kenntlich gemacht, wenn eine Quelle rückblickend berichtet, nur eine Planung dokumentiert oder selbst Unsicherheiten enthält.
- Ankündigungen werden als Planungen bezeichnet und nicht ohne Nachbericht als vollständig durchgeführt dargestellt.
- Polizei- und Feuerwehrerstmeldungen werden nicht mit späteren technischen Untersuchungsberichten gleichgesetzt.
- Ungeklärte Unfallursachen werden nicht als erwiesene Ursachen ausgegeben.
- Eine eigenständige persönliche Schuldzuweisung findet nicht statt.
- Unfälle außerhalb des Flugplatzgeländes werden räumlich klar von Ereignissen auf EDGA getrennt.
- Militärische Vorgänge von 1937 bis 1945 werden nicht dem heutigen Verein oder Betreiber zugerechnet.
- Widersprüchliche historische Angaben werden als solche gekennzeichnet.
- Aktuelle Betriebsdaten ersetzen weder AIP noch NOTAM, Flugvorbereitung, PPR-Abstimmung oder verbindliche Betreiberinformationen.
- Frequenzen, Pistenmaße, Betriebszeiten, Kraftstoffangebote und örtliche Verfahren können sich ändern und sind vor einem Flug neu zu prüfen.
- Spätere BFU-Berichte, behördliche Korrekturen und neue Presseveröffentlichungen können in die Chronik aufgenommen werden.
Redaktioneller und rechtlicher Informationsstand: 14. August 2026. Die Darstellung ist eine publizistische Chronik und keine amtliche Flugplatzinformation, kein Flughandbuch, keine Rechtsberatung und keine abschließende historische Fachmonografie.
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