Flugplatz Aachen-Merzbrück EDKA: Pressechronik und öffentliche Berichterstattung
Öffentlich dokumentierte Entwicklungen, Presseberichte, Forschungsprojekte, Infrastrukturmaßnahmen, Luftsportereignisse, Konfliktthemen, Flugunfälle und historische Meilensteine zum heutigen Forschungsflugplatz Würselen-Aachen. Die Chronik wird redaktionell geführt und nach Aktualität geordnet.
Der Verkehrslandeplatz Aachen-Merzbrück mit der ICAO-Kennung EDKA trägt heute den Namen Forschungsflugplatz Würselen-Aachen. Der Standort vereint Allgemeinen Luftverkehr, Segelflug, Pilotenausbildung, Luftrettung, Forschung und die Entwicklung eines großflächigen Aviation- und Gewerbeclusters.
Die öffentliche Berichterstattung ist entsprechend breit. Sie reicht von Förderbescheiden in zweistelliger Millionenhöhe, neuen Forschungszentren und elektrischer Luftfahrt über den Bahnanschluss, internationale Segelflugveranstaltungen und soziale Jugendprojekte bis zu Fluglärmkonflikten und schweren Unfällen. Historisch reicht die dokumentierte Entwicklung bis zum frühen militärischen Feldflugplatz, zur zivilen Eröffnung 1930 und zur Lufthansa-Verbindung nach Köln.
Die nachfolgende Chronik fasst die öffentlich zugänglichen Quellen in eigener Sprache zusammen. Bei Unfällen werden ungeklärte Ursachen nicht vorweggenommen. Ereignisse, bei denen ein Flug lediglich in Merzbrück begann, die Unfallstelle aber weit entfernt lag, werden in einem eigenen Abgrenzungsbereich geführt.
Blaue Friedensherde wird Teil des öffentlichen Flugplatzprogramms
Die Forschungsflugplatzgesellschaft kündigte Ende Juli 2026 die Aktion „Die Blaue Friedensherde“ an. Die international bekannte Installation mit blauen Schafen zieht durch verschiedene Orte Europas und soll öffentlich Denkanstöße zu Frieden, Zusammenleben und gesellschaftlicher Verständigung geben.
Für Merzbrück zeigt die Meldung, dass der Standort zunehmend auch als öffentlich zugänglicher Veranstaltungs- und Begegnungsort verstanden wird und nicht ausschließlich als Infrastruktur für Flugbetrieb, Forschung und Gewerbe.
21. Integratives Segelflugcamp verbindet Luftsport und Teilhabe
Unter dem Motto „Über den Wolken – grenzenloses Abenteuer“ fand 2026 erneut das Integrative Segelflugcamp auf dem Forschungsflugplatz statt. Die Betreiberseite bezeichnete die Veranstaltung als inzwischen 21. Ausgabe des Camps.
Das Format richtet sich seit vielen Jahren an Jugendliche mit und ohne Behinderung und verbindet Flugerlebnis, gemeinschaftliche Freizeit und praktische Begegnung. Damit gehört es zu den dauerhaft wiederkehrenden sozialen Veranstaltungen am Standort.
Weitere 20 Millionen Euro beschleunigen die Entwicklung des Aero-Parks
Das Land Nordrhein-Westfalen bewilligte weitere 20 Millionen Euro Strukturmittel für den Aero-Park am Forschungsflugplatz Würselen-Aachen.
Mit dem Geld sollen die nächsten Entwicklungsschritte für den mehr als 60 Hektar großen Bereich südlich der Start- und Landebahn umgesetzt werden. Die Förderung ergänzt frühere Zusagen und soll Flächen für innovative Unternehmen, Forschung und neue Arbeitsplätze erschließen.
Die Meldung gehört zu den bedeutendsten aktuellen Standortnachrichten, weil sie zeigt, dass der Ausbau vom Flugplatz zum zusammenhängenden Forschungs-, Gewerbe- und Produktionsstandort weiter finanziell abgesichert wird.
Neue Kinderspielfläche vor dem Tower wird angekündigt
Die Flugplatzgesellschaft lud für den 8. August 2026 zur Einweihung einer neuen Kinderspielfläche vor dem Tower ein. Die Eröffnung sollte gemeinsam mit Würselens Bürgermeister Roger Nießen stattfinden.
Die Maßnahme erweitert den Besucherbereich und stärkt die familienorientierte Seite des Standortes. Da die hier ausgewertete Veröffentlichung eine Einladung war, wird redaktionell nicht ohne zusätzliche Bestätigung behauptet, dass die Veranstaltung exakt wie angekündigt stattgefunden hat.
Flugplatz weist auf den Schutz der Wehebachtalsperre hin
Die Betreiberseite veröffentlichte einen ausdrücklichen Hinweis zur Schutzbedürftigkeit des Trinkwassereinzugsbereichs an der Wehebachtalsperre.
Piloten wurden aufgefordert, unnötige Flugmanöver über dem Schutzgebiet zu vermeiden. Der Hinweis ist als vorsorgliche Umwelt- und Rücksichtnahmemaßnahme einzuordnen und nicht als Feststellung eines konkreten Rechtsverstoßes einzelner Piloten.
Mobilkran führt werktags zu zeitlich begrenzter Betriebseinschränkung
Wegen Bauarbeiten mit einem Mobilkran in der Nähe der Start- und Landepiste wurde die Flugplatzgesellschaft zeitweise von der Verpflichtung befreit, den Verkehrslandeplatz uneingeschränkt bereitzustellen.
Die Einschränkung galt nach der veröffentlichten Information montags bis freitags, ausgenommen Feiertage, jeweils zwischen 9 und 11 Uhr Ortszeit. Die Meldung dokumentiert, wie eng laufender Flugbetrieb und die zunehmende Bautätigkeit am Forschungsstandort koordiniert werden müssen.
EuregioCup bringt Segelflieger aus Deutschland und Benelux zusammen
Der traditionsreiche EuregioCup wurde 2026 erneut in Merzbrück ausgetragen. Erwartet wurden Piloten aus der Euregio, aus weiteren Teilen Deutschlands und aus den Benelux-Ländern.
Der Wettbewerb richtet sich ausdrücklich auch an Piloten, die erstmals Wettbewerbserfahrung sammeln möchten. Geflogen wurde in den Klassen „Igel“ und „Hasen“.
Damit bleibt der Platz neben Forschungs- und Motorflugbetrieb zugleich ein wichtiger Standort des leistungsorientierten und grenzüberschreitenden Segelflugs.
Führungsstruktur wird für die wachsende Standortentwicklung neu geordnet
Stadt Würselen und StädteRegion Aachen ordneten die Führungsstruktur des Gesamtprojekts Merzbrück neu. Marvin Kouchen übernahm eine zentrale Rolle für die strategische und operative Standortentwicklung.
Die Neuausrichtung wurde mit der wachsenden Größe und Komplexität des Forschungsflugplatzes und des Aero-Parks begründet. Nach Angaben der Stadt hält Kouchen bereits seit dem 1. August 2025 wesentliche Fäden der Standortentwicklung zusammen.
4,3 Millionen Euro für die Planung des Aviation Innovation Center
Bund und Land bewilligten rund 4,3 Millionen Euro für die Planungsphase des Aviation Innovation Center, kurz AIC.
Das geplante Technologie- und Innovationszentrum soll mehr als 10.000 Quadratmeter umfassen und Start-ups, wachsenden Unternehmen sowie forschungsnahen Betrieben die Weiterentwicklung neuer Luftfahrttechnologien bis zur Marktreife ermöglichen.
Zum Zeitpunkt der Mitteilung war ein erster Spatenstich noch für 2026 vorgesehen. Dies wird hier als Planung und nicht als bereits vollzogener Baubeginn wiedergegeben.
Mehr als 2.500 Segelflugstarts mit gefördertem Grünstrom
Die STAWAG unterstützte weiterhin den Betrieb der elektrisch angetriebenen Segelflugwinde. Nach Angaben der Flugplatzgesellschaft wurden bereits mehr als 2.500 Starts mit gesponsertem Grünstrom durchgeführt.
Für Strecken- und Wettbewerbsflüge blieb teilweise Flugzeugschlepp erforderlich. Als nächstes Ziel wurde ein elektrisch angetriebenes Schleppflugzeug genannt.
Die Meldung zeigt einen konkreten, bereits praktizierten Baustein der angestrebten klimaverträglicheren Luftfahrt am Standort.
Förderantrag soll Ersatz für marode Vereinshangars ermöglichen
Der Rat der Stadt Würselen beschloss, für einen Ersatzbau vereinsgenutzter Gebäude am Forschungsflugplatz eine Interessenbekundung im Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ einzureichen.
Die Fluggemeinschaft Aachen möchte damit die als marode beschriebenen Hangargebäude auf der Ostseite erneuern. Über eine tatsächliche Förderung war zu diesem Zeitpunkt noch nicht entschieden.
Rund 18 Millionen Euro für Aero-Park II und III
Bund und Land stellten rund 18 Millionen Euro für die weitere Entwicklung des Aero-Parks bereit.
Die Mittel beziehen sich auf die Planung und Erschließung der südlich der Piste gelegenen Bereiche Aero-Park II und III. Zusammen soll sich der Forschungs- und Gewerbestandort auf rund 80 Hektar entwickeln.
Die Förderung markierte den Übergang von der ersten erschlossenen Fläche zu einer deutlich größeren Standortentwicklung.
DLR plant neue Forschungsinfrastruktur für elektrisches Fliegen
Für die künftige Ansiedlung der DLR-Einrichtung „Technologien für Kleinflugzeuge“ wurde ein erster Planungsmeilenstein erreicht.
Vorgesehen ist ein nachhaltig konzipierter Hangar mit Forschungsinfrastruktur und direktem Zugang zum Rollfeld. Die Einrichtung soll die Forschung an elektrischen und klimaverträglicheren Kleinflugzeugen am Standort intensivieren.
Neue Entgeltordnung präzisiert Rabatte für Flugschulen und Vereine
Zum 1. September 2025 trat eine neue Entgeltordnung für den Verkehrslandeplatz in Kraft.
Nach Abstimmung mit der Luftfahrtbehörde wurde eine Formulierung zu möglichen Rabatten für Flugschulen und Vereine überarbeitet. Der Rabatt sollte nach der Erläuterung unabhängig vom Anlass der Landungen gewährt werden können.
Bürgerinitiative und Umweltverbände fordern stärkere Einschränkungen
Die Bürgerinitiative Merzbrück meldete sich gemeinsam mit Umwelt- und Klimaschutzgruppen mit Forderungen nach stärkeren Einschränkungen und Kontrollen des Flugbetriebs zurück.
Im Mittelpunkt standen nach der Berichterstattung insbesondere Lärm, alte beziehungsweise besonders laute Flugzeuge und die weitere Standortentwicklung.
Der Beitrag dokumentiert eine kritische gesellschaftliche Perspektive. Ob alle vorgeschlagenen Maßnahmen rechtlich und technisch umsetzbar sind, war selbst Gegenstand der journalistischen Prüfung.
Projekt EVA untersucht die Zukunft regionaler Verkehrslandeplätze
Das Land Nordrhein-Westfalen förderte das Projekt „Entwicklungsstrategie für den Verkehrslandeplatz Aachen-Merzbrück“, kurz EVA.
DLR, Flugplatzgesellschaft und aiXbrain sollen am Beispiel Merzbrück Empfehlungen erarbeiten, wie kleinere regionale Flugplätze durch neue Technologien, Digitalisierung und klimaverträglichere Luftfahrt zukunftsfähig werden können.
Das Projekt betrachtet den Standort damit nicht nur als Forschungsobjekt für Flugzeuge, sondern auch für den Betrieb und die Organisation eines künftigen Regionalflugplatzes.
Elektrosegler „Diabolus“ erhält städtische Patenschaft
Die Segelfluggruppe Nordstern nahm ein emissionsfreies Segelflugzeug vom Typ LS8e „Neo“ in Betrieb. Die Stadt Würselen übernahm die Patenschaft, die STAWAG unterstützte das Projekt als Sponsor.
Das Flugzeug soll im Freizeit- und Wettbewerbsflug eingesetzt werden und insbesondere die Jugend bei Meisterschaften unterstützen.
Die Taufe verband moderne Elektrotechnik mit der langen Segelflugtradition von Merzbrück.
FH.AERO.SCIENCE erhält ersten Förderbescheid
Die FH Aachen erhielt einen ersten Förderbescheid über rund 1,65 Millionen Euro für Planung, Grundstück und Vorbereitung des Lehr- und Forschungszentrums FH.AERO.SCIENCE.
Auf etwa 2.000 Quadratmetern sollen Labore, Büros, Werkstätten, ein Hangar und eine Observationsplattform entstehen. Forschungsflugzeuge können dadurch unmittelbar am Flugplatz ausgerüstet und erprobt werden.
Das Projekt strebt nach damaliger Planung eine deutlich höhere Gesamtförderung an und soll Forschung, Lehre, Technologietransfer und Weiterbildung zusammenführen.
Erster Forschungs- und Produktionshangar im Aero-Park 1 beginnt
Mit einem symbolischen ersten Spatenstich begann der Bau des ersten großen Gebäudes im Aero-Park 1.
Geplant wurde ein rund 150 Meter langer Hangar mit vier Bereichen sowie Flächen für Büros, Labore und Forschungsflugzeuge. Der Standort soll bis 2035 nach damaliger Planung rund 4.000 Arbeitsplätze aufnehmen.
Die Stadt bezeichnete den Baubeginn als sichtbaren Übergang von der erschlossenen Fläche zur tatsächlichen Forschungs- und Unternehmensansiedlung.
Mantelpropeller und GyroJet-Antrieb werden in Merzbrück getestet
Die Jetpel GmbH entwickelte einen Mantelpropeller, der insbesondere die Geräuschbelastung reduzieren soll.
Wesentliche Tests für den Antrieb eines als „GyroJet“ bezeichneten Tragschraubers wurden am Forschungsflugplatz vorgesehen beziehungsweise durchgeführt.
Die Meldung steht exemplarisch für die wachsende Rolle des Platzes als reale Erprobungsumgebung für neue Kleinflugzeugantriebe.
Neuer Euregiobahn-Haltepunkt bindet den Forschungsflugplatz an die Schiene an
Der neue Bedarfshalt „Forschungsflugplatz Würselen-Merzbrück“ wurde offiziell vorgestellt. Die RB 20 bediente die Station bereits seit dem 25. Oktober 2024.
Die Baukosten lagen nach Angaben des AVV bei rund 2,5 Millionen Euro; etwa zwei Millionen Euro wurden gefördert.
Der Haltepunkt soll die geplanten Arbeitsplätze am Aero-Park an den regionalen Schienenverkehr anbinden und ist Teil eines weitergehenden Mobilitätskonzepts.
Konflikt um den freiwilligen Lärmschutzbeirat verschärft sich
Die Bürgerinitiative Merzbrück zog sich aus dem freiwilligen Lärmschutzbeirat zurück und erhob schwere Vorwürfe gegen Zusammensetzung und Wirksamkeit des Gremiums.
Die Flugplatzseite reagierte öffentlich und betonte, dass Lärmschutz und Dialog auch ohne aktive Mitarbeit der Bürgerinitiative weitergeführt würden. Zugleich wurden einzelne Aussagen der Initiative zurückgewiesen.
Die beiden Veröffentlichungen zeigen einen offenen Konflikt. Eine ausgewogene Chronik muss deshalb sowohl die Kritik der Bürgerinitiative als auch die Stellungnahme der Flugplatzverantwortlichen dokumentieren.
Gesellschaft firmiert als Forschungsflugplatz Würselen-Aachen
Zum Jahresbeginn 2024 erhielt die Flugplatzgesellschaft den Namen Forschungsflugplatz Würselen-Aachen GmbH.
Mit der Umfirmierung sollte die Belegenheitskommune Würselen ausdrücklich sichtbar werden, während der regionale Bezug zu Aachen erhalten blieb.
Der neue Name steht zugleich für die strategische Verschiebung vom klassischen Verkehrslandeplatz zu einem Forschungs-, Entwicklungs- und Wirtschaftsstandort.
ADAC-Rettungshubschrauber testet Bio-Kerosin im Langzeitprojekt
Die ADAC Luftrettung startete in Merzbrück ein auf drei Jahre angelegtes Forschungsprojekt zum Einsatz von nachhaltigem Flugkraftstoff.
„Christoph Europa 1“ wurde zunächst mit einer Mischung aus konventionellem Jet A1 und 35 Prozent Bio-Kerosin betrieben. Pratt & Whitney Canada war als Triebwerkspartner beteiligt; die FH Aachen sollte die Ergebnisse wissenschaftlich begleiten.
Das Projekt verband den täglichen Luftrettungsbetrieb unmittelbar mit Forschung zur Verringerung von CO₂-Emissionen.
Projekt SafeSky macht den Tower zur Forschungsplattform
Das Projekt SafeSky sollte Informationen verschiedener Luftverkehrsteilnehmer bündeln, ein gemeinsames Luftlagebild erzeugen und die digitale Sichtbarkeit von Luftfahrzeugen verbessern.
Die Meldung zeigt, dass sich die Forschung in Merzbrück nicht nur auf Antriebe und Flugzeuge richtet, sondern auch auf Digitalisierung, Verkehrsbeobachtung und die sichere Integration unterschiedlicher Luftfahrzeuge.
Elektrische Pipistrel-Flugzeuge eröffnen renovierte Piste in Maastricht
Zwei elektrische Pipistrel-Flugzeuge der FH Aachen, die in Merzbrück stationiert sind, eröffneten die renovierte Start- und Landebahn des Maastricht Aachen Airport.
Der grenzüberschreitende Flug verdeutlichte die Verbindung des Forschungsstandortes mit dem benachbarten niederländischen Luftfahrtnetz und demonstrierte praktisch einsetzbare Elektroflugzeuge.
25 Jahre ADAC-Luftrettung mit „Christoph Europa 1“ in Merzbrück
Seit dem 1. März 1998 betreibt die ADAC Luftrettung ihren Stützpunkt am Flugplatz. Aus dem früheren SAR 72 wurde „Christoph Europa 1“.
Der Namenszusatz „Europa“ verweist auf die grenzüberschreitende Versorgung in der Euregio. Die Station entwickelte sich zu einem dauerhaften Bestandteil des Flugplatzprofils und der regionalen Notfallversorgung.
Erster Erschließungsabschnitt des Aero-Parks wird eröffnet
Nach dem Beginn der Erschließungsarbeiten im Juli 2022 wurde der erste Teilabschnitt des Aero-Parks fertiggestellt und eröffnet.
Der Schritt war infrastrukturell wichtig, weil die geplanten Forschungsgebäude und Unternehmensansiedlungen erst auf erschlossenen Gewerbeflächen realisiert werden können.
Tödlicher Absturz eines Schulflugzeugs im Landeanflug
Auf dem Gelände des Flugplatzes stürzte eine Cessna 172 R einer Flugschule während eines Ausbildungsfluges ab.
Nach der ersten Polizeimeldung befanden sich das Flugzeug und ein Hubschrauber zeitgleich im Landeanflug. Der 62-jährige Fluglehrer starb an der Unfallstelle; der schwer verletzte Flugschüler erlag später seinen Verletzungen.
Ein BFU-Zwischenbericht beschrieb eine Annäherung an den vorausfliegenden Hubschrauber und eine unkontrollierte Fluglage beim Durchstarten. Eine Kollision der beiden Luftfahrzeuge fand nach dem Zwischenbericht nicht statt. Der Zwischenstand ist von einem abschließenden Untersuchungsbericht zu unterscheiden.
Land fördert elektrische Flugausbildung in Merzbrück
Das Verkehrsministerium Nordrhein-Westfalen unterstützte ein Projekt der FH Aachen und der am Platz ansässigen Westflug Flight Training zur Flugausbildung mit vollelektrischen „Silent Air Trainer“-Flugzeugen.
Die damalige Verkehrsministerin Ina Brandes besuchte den Flugplatz, um sich über leiseres und saubereres Training zu informieren.
Damit wurde die klassische Pilotenausbildung selbst zum Anwendungsfeld der elektrischen Luftfahrtforschung.
Masterplan und neue Elektrowinde prägen den nächsten Entwicklungsschritt
Der „Masterplan Luftfahrt im Rheinischen Revier – Standort Merzbrück“ schuf 2021 einen strategischen Handlungsrahmen für die weitere Standortentwicklung.
Im selben Zeitraum kehrte der Segelflug mit einer modernen Elektrowinde zu einem historisch vertrauten Startverfahren zurück. Die neue, längere Startfläche machte den Windenbetrieb wieder möglich.
Damit liefen Forschungsstrategie und konkrete emissionsärmere Luftsportpraxis erstmals sichtbar parallel.
Neue 1.160-Meter-Bahn eröffnet den Weg zum Forschungsflugplatz
Nach rund einem Jahr Bauzeit wurde die neue Start- und Landebahn 07/25 offiziell eröffnet. Sie ist 1.160 Meter lang und ersetzte die frühere, deutlich kürzere Bahn 08/26.
Die Investition lag nach damaligen Medienangaben bei rund sieben Millionen Euro; das Land Nordrhein-Westfalen beteiligte sich mit vier Millionen Euro.
Mit der verschwenkten und verlängerten Piste sollten Sicherheit, Lärmschutz und Forschungsbedingungen verbessert werden. Die Eröffnung gilt als entscheidender baulicher Wendepunkt auf dem Weg zum heutigen Forschungsflugplatz.
Nach jahrzehntelanger Debatte beginnen die Bauarbeiten für die neue Piste
2019 begannen die Arbeiten zur Verlegung, Verschwenkung und Verlängerung der Start- und Landebahn.
Der Luftsportverein Aachen erinnert daran, dass der Aachener Stadtrat bereits 1968 einen wesentlich größeren Ausbau mit 1.850 Meter langer Bahn beschlossen hatte. Es folgten Jahrzehnte politischer Debatten, Finanzierungsfragen, Anwohnerbedenken und veränderter Planungen.
Während der Bauphase mussten ansässige Vereine ihren Flugbetrieb zeitweise nach Bergstein und teilweise nach Leverkusen verlagern.
Yak-9 wird bei Sicherheitslandung schwer beschädigt – Pilot unverletzt
Ein Amateurbauflugzeug vom Typ Yak-9 U-M kehrte wegen eines Problems am Fahrwerk nach Merzbrück zurück.
Nach der Landung auf der damals 520 Meter langen Bahn überrollte das Flugzeug das Bahnende; das rechte Hauptfahrwerk brach später zusammen. Der Pilot blieb unverletzt, das Luftfahrzeug wurde schwer beschädigt.
Der summarische BFU-Bericht beschränkte sich auf die Darstellung der Fakten und traf keine weitergehende Schuldzuweisung.
ADAC übernimmt den Luftrettungsstützpunkt
Die ADAC Luftrettung übernahm 1998 den früheren Bundeswehrstandort am Flugplatz.
Aus SAR 72 wurde „Christoph Europa 1“, der erste Rettungshubschrauber mit dem Namenszusatz Europa. Die Bezeichnung sollte die grenzüberschreitende Hilfe in Deutschland, Belgien und den Niederlanden sichtbar machen.
Der Stützpunkt ist seitdem ein dauerhaftes Element des Flugplatzes und seiner öffentlichen Bedeutung.
Von Merzbrück aus gelingt ein 1.000-Kilometer-Segelflug
Beim 25. Aachener Vergleichsfliegen absolvierte LVA-Pilot Manfred Dick gemeinsam mit Herbert Zimmerman in einer ASH 25 ein Dreieck von mehr als 1.000 Kilometern.
Der Flug führte von Merzbrück in Richtung Sens südlich von Paris, anschließend nach Solingen und zurück.
Die Leistung gilt als herausragender Meilenstein des Strecken- und Wettbewerbssegelflugs am Standort.
Schülerfluggemeinschaft und neue Vereinshalle stärken den zivilen Luftsport
1963 gründete ein Aachener Schuldirektor gemeinsam mit dem Luftsportverein eine Schülerfluggemeinschaft am Couven-Gymnasium. In den ersten Jahren erlernten bis zu 30 Schüler das Segelfliegen in Merzbrück.
1968 errichteten Vereinsmitglieder eine eigene Flugzeughalle aus einer zuvor im Braunkohlerevier genutzten Holzkonstruktion. Ein erster Aufbau wurde durch eine Windböe umgeworfen; der zweite Versuch auf Betonfundamenten hatte Bestand.
Die beiden Entwicklungen zeigen, wie Ausbildung und Eigenleistung den Wiederaufbau des zivilen Flugplatzlebens prägten.
Merzbrück wird wieder für den Segelflug zugelassen
Das nordrhein-westfälische Wirtschafts- und Verkehrsministerium ließ Merzbrück 1952 wieder für Segelflug zu.
Mitglieder der Flugwissenschaftlichen Vereinigung, des Luftsportvereins und weiterer Gruppen räumten Trümmer der zerstörten Anlagen und bauten den Flugbetrieb unter provisorischen Bedingungen neu auf.
1953 entstand in Eigenleistung eine kleine Seilwinde, weil Motorflug und Flugzeugschlepp noch nicht wieder erlaubt waren.
Militärische Nutzung, Luftangriffe und kurze US-Belegung
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde Merzbrück vom Deutschen Reich beschlagnahmt und als militärischer Einsatzhafen genutzt.
Ab Mai 1940 starteten von dort unter anderem Ju-87- und Do-17-Verbände zu Angriffen im Westen. In den folgenden Jahren wurde der Platz selbst Ziel alliierter Luftangriffe.
Nach der Einnahme der Region bauten US-Pioniere das Gelände Anfang 1945 erneut aus. Im Frühjahr waren dort amerikanische Jagdbomber stationiert; nach Kriegsende wurde das Flugfeld wieder für landwirtschaftliche Nutzung freigegeben.
Diese militärische Vergangenheit ist zeitlich und organisatorisch klar vom heutigen zivilen Forschungsflugplatz zu trennen.
Junkers G 38 zieht mehr als 20.000 Besucher an
Das damals größte zivile Landflugzeug der Welt, die Junkers G 38, besuchte Merzbrück.
Mehr als 20.000 Menschen kamen nach historischen Presseberichten zum Flugplatz. Der Besuch des viermotorigen Großflugzeugs wurde zu einem der spektakulärsten Ereignisse der frühen Aachener Luftfahrtgeschichte.
In derselben Epoche entstand auch eine erste organisierte Flugschule des Luftfahrt-Vereins Aachen.
Lufthansa eröffnet die Verkehrsfluglinie Aachen–Köln
Mit der Verkehrsfluglinie Nr. 81 erhielt Aachen einen täglichen Zubringerdienst zum Kölner Zentralflughafen.
Der Flug dauerte nach der historischen Darstellung etwa 25 Minuten. Ziel war der Anschluss Aachens an das deutsche und internationale Luftverkehrsnetz.
Die großen wirtschaftlichen Hoffnungen erfüllten sich langfristig nicht; der regelmäßige Linienverkehr wurde wenige Jahre später wieder eingestellt.
Merzbrück wird mit rund 20.000 Besuchern als Aachener Flughafen eröffnet
Nach dem Abzug der belgischen Besatzungstruppen wurde der zivile Flughafen öffentlich eröffnet.
Rund 20.000 Besucher erlebten einen Festakt mit Flugzeugtaufen, Fallschirmsprüngen, Luftwettrennen, Kunstflug und Formationsflügen.
Die Veranstaltung machte Merzbrück zu einem öffentlich wahrgenommenen Symbol moderner Verkehrstechnik und regionaler Aufbruchsstimmung.
Frühe militärische Nutzung – genaue Verortung nicht in allen Quellen einheitlich
Die heutige Flugplatzgesellschaft und historische Vereinsdarstellungen führen die Anfänge Merzbrücks auf einen im Ersten Weltkrieg genutzten Feldflugplatz zurück.
Die LVA-Chronik weist jedoch selbst darauf hin, dass einzelne Quellen den frühen Feldflugplatz auch im Raum Aachen-Forst verorten. Sicher ist, dass Merzbrück nach dem Krieg von der belgischen Besatzungsmacht als militärischer Flugplatz genutzt und ausgebaut wurde.
Die redaktionelle Chronik übernimmt deshalb nicht jede Detailangabe zur exakten Lage von 1914 als zweifelsfrei geklärt.
Wichtige Abgrenzung: Start in Merzbrück bedeutet nicht Unfall auf EDKA
Mehrere schwere Flugunfälle der vergangenen Jahre betrafen Luftfahrzeuge, die in Aachen-Merzbrück gestartet waren. Die späteren Unfallstellen lagen jedoch in Hürtgenwald, Limburgerhof, Frohngau oder Frankreich. Diese Ereignisse dürfen nicht mit dem Unfallgeschehen auf dem Flugplatzgelände gleichgesetzt werden und werden deshalb nachfolgend gesondert dokumentiert.
T-28 Trojan stürzt in Limburgerhof ab – Start in Merzbrück, aber kein EDKA-Unfall
Eine historische North American T-28 Trojan stürzte in einem Wohngebiet von Limburgerhof in Rheinland-Pfalz ab. Beide Insassen kamen ums Leben; Trümmer beschädigten mehrere Gebäude.
Die Maschine war zuvor in Aachen-Merzbrück gestartet und nach regionaler Berichterstattung dort überholt worden. Der Unfall ereignete sich jedoch weit entfernt vom Flugplatz und darf nicht als Unfall auf EDKA geführt werden.
Staatsanwaltschaft, Kriminalpolizei und BFU untersuchten den Vorgang. Eine abschließende Ursache wird hier nicht vorweggenommen.
Kleinflugzeug stürzt an der Wehebachtalsperre ab – Flug begann in Merzbrück
Im Hürtgenwald nahe der Wehebachtalsperre stürzte ein Kleinflugzeug ab. Beide Insassen kamen ums Leben.
Das Luftfahrzeug war nach Angaben aus der öffentlichen Berichterstattung in Aachen-Merzbrück gestartet. Die Unfallstelle lag jedoch im Kreis Düren und nicht auf oder unmittelbar am Verkehrslandeplatz EDKA.
Die Polizei bezeichnete die Ursache zunächst als ungeklärt; die BFU nahm die Untersuchung auf.
Historischer Doppeldecker kollidiert bei Frohngau mit Windkraftanlage
Eine Boeing Stearman Model 75 war von Aachen-Merzbrück nach Speyer unterwegs und kollidierte bei Frohngau mit einer Windkraftanlage.
Die Passagierin kam ums Leben, der Pilot wurde schwer verletzt. Ein BFU-Zwischenbericht wurde später fachjournalistisch ausgewertet.
Der Unfall steht durch den Abflug in einem Bezug zu Merzbrück, ereignete sich aber nicht am Flugplatz. Die endgültige Unfallursache darf nicht aus einem Zwischenbericht vorweggenommen werden.
Maschine schlägt vor dem Flugplatz auf der B 264 auf
Bei einem missglückten Landeanflug schlug eine einmotorige Maschine rund 200 Meter vor dem Flugplatz auf der Bundesstraße 264 auf, rutschte über die Fahrbahn und kam auf einem Acker zum Stillstand.
Die beiden Insassen blieben nach der damaligen Berichterstattung nahezu unverletzt.
Weil sich der Unfall außerhalb des eigentlichen Flugplatzgeländes ereignete, wird er in dieser Chronik gesondert geführt.
Auf dem Weg nach Valencia stürzt eine in Merzbrück gestartete Maschine in Frankreich ab
Ein Privatflugzeug startete in Aachen-Merzbrück mit dem Ziel Valencia und wurde später im französischen Département Lozère abgestürzt aufgefunden.
Die drei Insassen kamen ums Leben. Die damalige Polizeimeldung machte zunächst keine abschließende Aussage zur Ursache.
Auch dieses Ereignis ist ein Unfall eines in EDKA gestarteten Fluges, aber kein Unfall auf dem Flugplatz Aachen-Merzbrück.
Redaktionelle Einordnung
Die öffentliche Entwicklung von Aachen-Merzbrück zeigt einen außergewöhnlich starken Wandel. Aus einem regionalen Verkehrslandeplatz mit langer Luftsportgeschichte entsteht schrittweise ein Forschungs-, Entwicklungs- und Gewerbestandort für klimaverträglichere Luftfahrt.
Seit der Eröffnung der neuen Bahn im Jahr 2020 beschleunigte sich diese Entwicklung deutlich. Aero-Park, FH.AERO.SCIENCE, DLR-Infrastruktur, Aviation Innovation Center, neue Antriebserprobungen, Elektrowinde, Elektrosegelflug und nachhaltiger Flugkraftstoff bilden inzwischen ein zusammenhängendes Innovationsprofil.
Gleichzeitig bleibt EDKA ein aktiver Flugplatz mit Vereinen, Flugschule, Motorflug, Segelflug und Luftrettung. Dadurch entstehen unterschiedliche Interessen. Die Auseinandersetzungen um Fluglärm, Oldtimer-Flugzeuge, Ausbau und Flächennutzung sind keine Randnotiz, sondern Teil der öffentlichen Standortgeschichte. Die Positionen der Bürgerinitiative und der Flugplatzverantwortlichen werden deshalb nebeneinander dokumentiert.
Auf der kritischen Seite steht vor allem der tödliche Unfall vom 16. Juli 2022 auf dem Flugplatzgelände. Weitere schwere Unfälle von 2024 und 2026 hatten einen Bezug zu in Merzbrück gestarteten Luftfahrzeugen, ereigneten sich aber nicht auf EDKA und werden entsprechend getrennt behandelt.
Historisch besitzt Merzbrück mehrere klar voneinander zu trennende Phasen: militärische Nutzung im Ersten Weltkrieg und während des Nationalsozialismus, zivile Aufbruchsjahre ab 1930, Wiederaufbau des Luftsports nach 1952, jahrzehntelange Ausbaukonflikte sowie die heutige Transformation zum Forschungsflugplatz. Die militärische Vergangenheit darf nicht dem heutigen Betreiber oder den heutigen Vereinen zugerechnet werden.
Rechtliche Grundlage der redaktionellen Veröffentlichung und Quellenbenennung
Diese Pressechronik ist als eigenständige redaktionelle Berichterstattung über öffentlich dokumentierte Vorgänge angelegt. Die ausgewerteten Presseartikel, Behördeninformationen, Vereinschroniken und Projektmitteilungen werden nicht vollständig übernommen, sondern recherchiert, eingeordnet und in eigener redaktioneller Sprache zusammengefasst.
Die Presse-, Meinungs- und Informationsfreiheit ist in Deutschland durch Artikel 5 Absatz 1 des Grundgesetzes geschützt. Gleichzeitig sind Urheberrecht, journalistische Sorgfalt und Persönlichkeitsrechte zu beachten. Die öffentliche Zugänglichkeit eines Artikels bedeutet nicht, dass dessen Text vollständig oder in umfangreichen Passagen übernommen werden darf.
Die Nennung der jeweiligen Quelle dient der Transparenz und ermöglicht Leserinnen und Lesern, die Grundlage einer veröffentlichten Information nachzuvollziehen. Historische Angaben werden besonders vorsichtig behandelt, wenn die zugängliche Quelle selbst auf älteren Zeitungs- oder Archivmaterialien beruht.
- Presseberichte, Betreiberangaben und historische Quellen werden in eigener redaktioneller Sprache zusammengefasst.
- Tatsachen, Planungen, politische Bewertungen und journalistische Einordnungen werden soweit möglich voneinander getrennt.
- Ungeklärte Unfallursachen werden nicht als erwiesene Ursachen dargestellt.
- Eine eigenständige persönliche Schuldzuweisung findet nicht statt.
- Nicht erforderliche personenbezogene Angaben werden zurückhaltend behandelt.
- Die jeweilige öffentliche Quelle wird unmittelbar beim Bericht genannt.
- Spätere Korrekturen, BFU-Ergebnisse und neue Presseberichte können ergänzt werden.
- Unfälle außerhalb des Flugplatzgeländes werden nicht ohne klare Kennzeichnung EDKA zugerechnet.
- Militärische Vorgänge früherer Epochen werden nicht dem heutigen zivilen Betreiber oder den heutigen Vereinen zugerechnet.
Rechtlicher und redaktioneller Informationsstand: 9. August 2026. Dieser Abschnitt beschreibt allgemeine Grundsätze der redaktionellen Arbeitsweise und stellt keine rechtliche Einzelfallprüfung eines konkreten Pressebeitrags dar.
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