Flugplatz Aachen-Merzbrück (ICAO EDKA)
Ausführliches Standortprofil des Verkehrslandeplatzes Aachen-Merzbrück, der heute als Forschungsflugplatz Würselen-Aachen weiterentwickelt wird. Die Seite bündelt technische Flugplatzdaten, Betriebsinformationen, Start- und Landebahndaten, lokale Verfahren, Luftsport und Flugausbildung, Luftrettung, Forschung, Standortentwicklung, Verkehrsanbindung und die mehr als hundertjährige Luftfahrtgeschichte von Merzbrück.

Aachen-Merzbrück im Überblick
Der Flugplatz Aachen-Merzbrück liegt vollständig auf dem Gebiet der Stadt Würselen in der Städteregion Aachen, im Bereich Merzbrück beziehungsweise Broichweiden. Er befindet sich nordöstlich von Aachen und zwischen Würselen und Eschweiler. Der Verkehrslandeplatz trägt die ICAO-Kennung EDKA; als IATA-Code wird AAH geführt.
Der Standort hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend weiterentwickelt. Neben der klassischen Allgemeinen Luftfahrt, Motorflug, Segelflug, Flugausbildung, Flugcharter und Luftrettung wird Merzbrück gezielt als Forschungsflugplatz Würselen-Aachen ausgebaut. Damit verbindet der Platz fliegerischen Alltagsbetrieb mit Forschung und Entwicklung zu elektrischen, emissionsarmen und langfristig klimaverträglicheren Luftfahrttechnologien.
Zu den prägenden Akteuren am Standort und im Forschungsumfeld gehören unter anderem die RWTH Aachen University, die FH Aachen und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Hinzu kommen Flugschule, Wartungs- und Luftfahrtbetriebe, mehrere Luftsportvereine sowie der ADAC-Luftrettungsstützpunkt.
Technische Daten und Standortinformationen
- BezeichnungFlugplatz Aachen-Merzbrück / Forschungsflugplatz Würselen-Aachen
- ICAOEDKA
- IATAAAH
- EinordnungVerkehrslandeplatz
- OrtWürselen-Merzbrück / Broichweiden
- StädteregionStädteregion Aachen
- BundeslandNordrhein-Westfalen
- RegionDeutschland · DE-NW · Euregio Maas-Rhein
- Lage zum Zentrum Aachenlaut Betreiber 4,8 NM nordöstlich von Aachen
- Koordinatenlaut Betreiber 50°49'38" N · 06°11'18" E
- Platzhöhe623 ft über NN / ca. 190 m
- BetreiberForschungsflugplatz Würselen-Aachen GmbH
- Start-/Landebahn07 / 25
- Bauliche Bahnlänge1.160 Meter
- Bahnbreite18 Meter
- BahnbelagAsphalt
- TORA / LDAlaut Betreiber jeweils 947 Meter
- PlatzfunkAachen-Radio
- Frequenz122.880 MHz
- Funkbereichlaut Betreiber 15 NM / 3.000 ft GND
- GAFORGebiet 34
- Langen Radar135.350 MHz
- Flächenluftfahrzeugekeine Jets; bis 5,7 t MTOM, von 3 bis 5,7 t PPR
- Hubschrauberbis 5,7 t MTOM
- TreibstoffeAVGAS 100 LL, JET-A1 und Super-Plus-Aviation laut Betreiberangebot
- AdresseMerzbrück 216 · 52146 Würselen
Start- und Landebahn 07/25 und örtliche Hinweise
Die heutige Asphaltbahn 07/25 besitzt eine bauliche Länge von 1.160 Metern und eine Breite von 18 Metern. Der Flugplatzbetreiber weist für den Flugbetrieb TORA und LDA von jeweils 947 Metern aus. Für Leistungsberechnungen ist daher nicht allein die sichtbare beziehungsweise bauliche Bahnlänge maßgeblich.
Die Platzhöhe beträgt 623 ft. Der Betreiber veröffentlicht eine Platzrundenhöhe von 1.500 ft über NN. Für Abflüge auf Piste 25 wird aus Lärmschutzgründen darum gebeten, bei ausreichender Flugleistung bereits querab der Autobahn A44 nach Süden abzudrehen. Bei Abflügen nach Norden soll die Platzrunde nach Betreiberhinweis im Gegenanflug verlassen und der Platz mittig überquert werden. Besonders an Wochenenden ist dabei auf möglichen Segelflugbetrieb zu achten.
Asphaltbahn 07/25
Bauliche Abmessungen 1.160 × 18 Meter. TORA/LDA werden vom Betreiber mit 947 Metern angegeben.
Platzrunde
Veröffentlichte Platzrundenhöhe: 1.500 ft über NN. Lokale Lärmschutzhinweise und aktuelle AIP beachten.
Segelflugbetrieb
Motor- und Segelflugbetrieb treffen am Standort aufeinander. Insbesondere an Wochenenden ist erhöhte Aufmerksamkeit erforderlich.
Flugbetrieb, Zulassung und veröffentlichte Öffnungszeiten
EDKA wird intensiv durch die Allgemeine Luftfahrt genutzt. Zum Nutzungsspektrum gehören Motorflug, Segelflug, Schul- und Charterbetrieb, Forschungs- und Erprobungsflüge sowie Hubschrauberbetrieb. Jets sind nach den veröffentlichten Betreiberinformationen nicht zugelassen.
| Reguläre Öffnungszeit | 09:00 Uhr bis SS+30 Minuten, maximal 20:30 Uhr. |
|---|---|
| Frühabfertigung | 07:00 bis 09:00 Uhr. Bedingungen, Anmeldung und gegebenenfalls Entgelte vorab beim Betreiber prüfen. |
| Spätabfertigung | 20:30 bis 22:00 Uhr. Bedingungen, Anmeldung und gegebenenfalls Entgelte vorab beim Betreiber prüfen. |
| Zulassung Flächenflugzeuge | Flächenluftfahrzeuge ohne Jets bis 5,7 t MTOM; im Bereich 3 bis 5,7 t MTOM PPR. |
| Hubschrauber | Bis 5,7 t MTOM. |
| Funk | Aachen-Radio 122.880 MHz; Betreiberangabe 15 NM / 3.000 ft GND. |
| Treibstoffe | AVGAS 100 LL, JET-A1 und Super-Plus-Aviation. Aktuelle Verfügbarkeit und Preise beim Betreiber prüfen. |
| Flugwetter | GAFOR-Gebiet 34; zusätzlich aktuelle amtliche Wetterinformationen verwenden. |
| Nicht-Schengen / Zoll | Der Betreiber verweist für entsprechende Ein- und Ausreise beziehungsweise Zollabfertigung auf Bundespolizei Aachen und Hauptzollamt Aachen. Vorherige Abstimmung erforderlich. |
Forschungsflugplatz, Elektroflug und Aviation-Cluster
Die strategische Weiterentwicklung von Merzbrück geht deutlich über einen klassischen Verkehrslandeplatz hinaus. Der Standort soll Forschung, Erprobung, Lehre, Unternehmensansiedlung und industrielle Entwicklung im Bereich einer leiseren, emissionsärmeren und nachhaltigen Luftfahrt räumlich zusammenführen.
Als Forschungseinrichtungen nennt der Betreiber die RWTH Aachen, die FH Aachen und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Ein Schwerpunkt liegt auf Technologien für Kleinflugzeuge, Leichtbau, neue Antriebskonzepte und elektrisches Fliegen.
Elektrische Flugausbildung
Im Projektumfeld der FH Aachen und Westflug wird der Einsatz vollelektrischer Flugzeuge und eines Simulators für die Pilotenausbildung erforscht. Die Forschung knüpft an praktische Erfahrungen mit Elektroflugzeugen am Standort an.
FH.AERO.SCIENCE
Die FH Aachen plant ein rund 2.000 m² großes Lehr- und Forschungszentrum mit Hangar-, Labor-, Lehr- und Büroflächen und direkter Anbindung an die Start- und Landebahn. Die Projektlaufzeit ist mit 2025 bis 2029 angegeben.
Flüsterprop.NRW
Ein aktuelles Forschungsprojekt untersucht neue CFK-Propellerlayouts. Ziel ist unter anderem eine Verringerung der Geräuschemission von Elektroflugzeugen; spätere Erprobung im Realbetrieb am Forschungsflugplatz ist vorgesehen.
Aviation Innovation Center und Aero-Park
Im Februar 2026 wurden rund 4,3 Millionen Euro Strukturwandelmittel für die Planungsphase des geplanten Aviation Innovation Center (AIC) bewilligt. Das zukünftige Technologie- und Innovationszentrum soll nach den Projektangaben mehr als 10.000 m² umfassen und Start-ups, Scale-ups, Forschungsakteure sowie forschungsnahe Unternehmen zusammenführen.
Parallel wächst der Aero-Park. Im Juli 2026 wurden weitere 20 Millionen Euro Strukturmittel für die nächsten Entwicklungsschritte bewilligt. Langfristig sehen die Planungen mehrere Bauabschnitte mit insgesamt rund 80 Hektar Forschungs-, Gewerbe- und Produktionsflächen vor. Merzbrück wird damit zu einem zentralen Baustein des Strukturwandels im Rheinischen Revier.
Luftsport, Flugausbildung, Charter und Luftrettung
Der Forschungsflugplatz besitzt weiterhin eine starke klassische Luftsport- und Ausbildungsfunktion. Mehrere Vereine betreiben am Platz Segel- und Motorflug, bilden Nachwuchs aus und verbinden teilweise studentische Forschung mit praktischem Flugbetrieb.
Segelflug & Vereine
Am Standort sind unter anderem die Flugwissenschaftliche Vereinigung Aachen, die Segelfluggruppe Nordstern, die Philips Fluggruppe, der Fliegerclub Merzbrück und der Luftsportverein Aachen aktiv.
Westflug Flight Training
Westflug Flight Training ist am Flugplatz als gewerbliche Flugschule und im Charterbereich vertreten. Der Standort besitzt damit neben Vereinsausbildung auch professionelle Schulungsangebote.
Elektrowinde
Seit der Erweiterung der Segelfluginfrastruktur kann in Merzbrück auch per Winde gestartet werden. Die am Platz eingesetzte Elektrowinde reduziert den Bedarf an Flugzeugschlepps.
ADAC-Luftrettung · Christoph Europa 1
Seit 1998 ist Merzbrück ein bedeutender Luftrettungsstandort. Der Rettungshubschrauber Christoph Europa 1 ist hier stationiert. Der Namenszusatz „Europa“ verweist auf die grenzüberschreitende Bedeutung der Luftrettung in der Euregio.
Wartung und technische Dienstleistungen
Als Werft nennt der Flugplatzbetreiber aktuell Helios Aviation. Durch Flugschule, Werft, Forschungseinrichtungen und Aviation-Unternehmen besteht am Standort eine ungewöhnlich breite Verbindung von Betrieb, Ausbildung, Technik und Forschung.
Mehr als 100 Jahre Luftfahrtgeschichte in Merzbrück
Die Geschichte des Flugplatzes reicht bis 1914 zurück. Der Standort entstand zunächst als Feldflugplatz. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Merzbrück ab 1919 durch belgische Besatzungskräfte genutzt und ausgebaut. Nach deren Abzug entwickelte sich der Platz ab 1929 wieder zivil.
Zu den markanten Ereignissen der frühen zivilen Phase gehören die Landung des Luftschiffs Graf Zeppelin im Jahr 1930, eine Linienverbindung zum damaligen Flughafen Köln-Butzweilerhof ab 1931 sowie die Landung einer Junkers G 38 im Jahr 1932. Während des Zweiten Weltkriegs wurde der Flugplatz erneut militärisch genutzt. 1945 diente das Gelände zeitweise als alliierter Advanced Landing Ground Y-46 Aachen.
Nach dem Krieg folgte erneut eine militärische Nutzung, später insbesondere durch belgische Streitkräfte. Ab 1956 wurde eine zivile Mitnutzung ermöglicht. In den 1960er-Jahren entstanden wichtige Strukturen des heutigen zivilen Flugbetriebs und der Flugausbildung. 1995 endete die belgische militärische Nutzung endgültig.
Neubau der heutigen Piste
Zwischen 2019 und 2020 wurde die frühere Piste 08/26 zurückgebaut und die neue, verschwenkte Asphaltbahn 07/25 mit 1.160 × 18 Metern errichtet. Die Einweihung erfolgte im September 2020. 2021 wurden neue Segelflugbetriebsflächen freigegeben, wodurch der Segelflug auch mit Windenstart deutlich weiterentwickelt werden konnte.
Vom Verkehrslandeplatz zum Forschungsflugplatz
Im Zuge des Strukturwandels im Rheinischen Revier wurde Merzbrück als Forschungs- und Innovationsstandort neu positioniert. Seit 2024 firmiert die Betreibergesellschaft als Forschungsflugplatz Würselen-Aachen GmbH. Die historische Entwicklung vom Feldflugplatz über Militär- und Verkehrslandeplatz bis hin zum Forschungsflugplatz ist damit ein wesentlicher Teil der heutigen Identität des Standorts.
Standort, Verkehrsanbindung und Euregio
Der Flugplatz liegt verkehrsgünstig zwischen Aachen, Würselen und Eschweiler und unmittelbar im Umfeld der Autobahn A44. Die Anschlussstelle Broichweiden ermöglicht eine schnelle Straßenanbindung in Richtung Aachen, Düsseldorf, Köln sowie in die benachbarten Niederlande und Belgien.
Die Lage in der Euregio Maas-Rhein ist für den Standort besonders relevant. Aachen liegt unmittelbar im Dreiländereck Deutschland, Belgien und Niederlande. Forschung, Wirtschaft und Luftrettung profitieren damit von einem grenzüberschreitend geprägten Umfeld.
Service am Platz: Der Betreiber nennt unter anderem das direkt am Flugplatz gelegene Restaurant Albatros, Mietwagenangebote und einen örtlichen Taxidienst. Für anfliegende Piloten, Besucher, Forschungspartner und Schulungsteilnehmer bestehen damit ergänzende Dienstleistungen unmittelbar am beziehungsweise nahe dem Standort.
Flugplatzbetreiber und Kontakt
Betreiber des Verkehrslandeplatzes ist die Forschungsflugplatz Würselen-Aachen GmbH. Für aktuelle Fragen zu Betriebsbereitschaft, PPR, Früh- oder Spätabfertigung, Platzbedingungen, Treibstoff, Entgelten und örtlichen Verfahren sollte unmittelbar der Betreiber kontaktiert werden.
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Quellen und redaktioneller Datenabgleich