Immobilienkaufmann

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Immobilienkaufmann/-frau (m/w/d)

Immobilienkaufleute steuern kaufmännische, rechtliche, technische und kundenbezogene Prozesse über den gesamten Lebenszyklus einer Immobilie. Sie vermieten und bewirtschaften Wohn- und Gewerbeobjekte, betreuen Miet- und Eigentumsverhältnisse, begleiten Erwerb, Verkauf, Finanzierung, Neubau, Sanierung und Modernisierung und werten Markt-, Objekt- und Unternehmensdaten aus. Dabei verbinden sie Immobilienwirtschaft, Rechnungswesen, Recht, Gebäudetechnik, Nachhaltigkeit, Digitalisierung und adressatengerechte Beratung.

Anerkannter Ausbildungsberuf Duale Ausbildung · 3 Jahre Überprüft am 5. August 2026
Ausbildungsart Duale Ausbildung in der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft
Regeldauer 3 Jahre
Lernorte Ausbildungsbetrieb und Berufsschule
Zugang Rechtlich kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben
Berufsschule 13 Lernfelder · insgesamt 880 Stunden
Abschluss IHK-Abschlussprüfung · schriftlich und mündlich
Aktueller Prüfstand

Was gilt für den Ausbildungsberuf im Jahr 2026?

Bei der Aktualitätsprüfung am 5. August 2026 wird der Beruf beim Bundesinstitut für Berufsbildung weiterhin als anerkannter Ausbildungsberuf im Zuständigkeitsbereich Industrie und Handel mit einer Ausbildungsdauer von 36 Monaten geführt. Grundlage bleibt die bundesweite Ausbildungsverordnung vom 14. Februar 2006. Der zugehörige KMK-Rahmenlehrplan umfasst unverändert 13 Lernfelder und 880 Unterrichtsstunden.

Rechtsgrundlage

Ausbildungsverordnung vom 14. Februar 2006, in Kraft seit 1. August 2006.

Dauer und Zuständigkeit

36 Monate; Ausbildungsbereich Industrie und Handel, Prüfung bei der zuständigen IHK.

Berufsschule

13 Lernfelder mit 880 Zeitrichtwertstunden, verteilt auf 320, 280 und 280 Stunden.

Spezialisierung

Zwei von fünf Wahlqualifikationseinheiten werden vertraglich festgelegt und vertieft.

Wichtig zur Einordnung: Die Ausbildungsordnung wurde 2026 nicht durch eine neue Immobilienkaufleute-Verordnung ersetzt. Moderne Themen wie digitalisierte Arbeitsprozesse, Informationssicherheit, Nachhaltigkeit und Datenschutz sollten in der betrieblichen Ausbildung dennoch systematisch einbezogen werden. Für vor 2021 erlassene Ausbildungsordnungen besitzen die modernisierten Standardberufsbildpositionen des BIBB Empfehlungscharakter.
Berufsbild

Was machen Immobilienkaufleute?

Immobilienkaufleute bearbeiten kaufmännische, rechtliche und organisatorische Aufgaben rund um Grundstücke, Wohnhäuser und gewerbliche Objekte. Je nach Ausbildungsbetrieb liegt der Schwerpunkt etwa auf Vermietung, Verwaltung, Maklergeschäften, Projektentwicklung, Wohnungseigentum oder Gebäudemanagement.

Vermieten, bewirtschaften und verwalten

  • Mietpreise kalkulieren und Mietverträge unterschriftsreif vorbereiten
  • Besichtigungen, Übergaben, Kündigungen und Abrechnungen bearbeiten
  • Mieter, Eigentümer und Kunden beraten sowie Instandsetzungen veranlassen

Erwerben, verkaufen und vermitteln

  • Immobilienmärkte, Zielgruppen und Objektmerkmale analysieren
  • Exposés und Marketingmaßnahmen erstellen sowie Besichtigungen organisieren
  • Kauf-, Makler- und Grundstücksunterlagen vorbereiten und Vorgänge begleiten

Finanzieren, planen und steuern

  • Finanzierungs-, Wirtschafts- und Investitionsberechnungen durchführen
  • Neubau-, Modernisierungs- und Sanierungsvorhaben kaufmännisch begleiten
  • Betriebs- und Baukosten, Budgets, Kennzahlen und Berichte bearbeiten
Mehr als Maklergeschäft: Der Beruf umfasst die gesamte Immobilienwirtschaft. Dazu gehören unter anderem Vermietung, Bestandsverwaltung, Wohnungseigentum, Grundstücksgeschäfte, Finanzierung, Bauprojekte, Rechnungswesen, Marketing und technisches Gebäudemanagement.
Praxisnah vertieft

Wie läuft ein typischer Immobilienprozess ab?

Immobilienkaufleute bearbeiten selten nur einen isolierten Vorgang. Sie koordinieren Informationen, Fristen, Verträge, Kosten, technische Rückmeldungen und Kommunikation über mehrere Beteiligte hinweg. Ein Vermietungs-, Verwaltungs- oder Verkaufsprozess kann beispielsweise in folgenden Schritten ablaufen.

Auftrag und Objekt klären

Unterlagen, Eigentumsverhältnisse, Flächen, Ausstattung, Zustand, Zielgruppe, Budget und Fristen prüfen.

Daten bewerten

Markt-, Miet-, Kosten-, Finanzierungs- und Objektdaten vergleichen und Risiken oder fehlende Nachweise erkennen.

Vorgang vorbereiten

Exposé, Angebot, Vertrag, Abrechnung, Beschlussvorlage oder Maßnahmenplan fachgerecht erstellen.

Kommunizieren und abschließen

Kunden und Beteiligte beraten, Termine koordinieren, Ergebnisse dokumentieren und Folgeaufgaben überwachen.

  • Vermietung: Interessentenmanagement, Bonitäts- und Unterlagenprüfung, Mietvertrag, Kaution, Übergabe, Mängel und Betriebskosten.
  • Bestandsverwaltung: Zahlungsüberwachung, Instandhaltung, Dienstleistersteuerung, Verkehrssicherung, Beschwerde- und Schadensmanagement.
  • Wohnungseigentum: Wirtschaftsplan, Jahresabrechnung, Beschlussumsetzung, Eigentümerversammlung und Dokumentation.
  • Vermittlung und Verkauf: Marktanalyse, Objektunterlagen, Exposé, Besichtigung, Verhandlung und Vorbereitung des Vertragsabschlusses.
  • Bau und Modernisierung: Bedarf, Wirtschaftlichkeit, Finanzierung, Ausschreibung, Termin- und Kostenkontrolle sowie Abnahme begleiten.
  • Unternehmenssteuerung: Buchungen, Kennzahlen, Budgets, Berichte, Versicherungen, Steuern und Investitionsrechnungen bearbeiten.
Einstieg

Welche Voraussetzungen sind wichtig?

Schulischer Zugang

Rechtlich ist für diesen anerkannten Ausbildungsberuf kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe legen ihre Auswahlkriterien selbst fest. In der Praxis verfügen viele Auszubildende über einen mittleren Bildungsabschluss oder eine Hochschulreife. Entscheidend sind außerdem Motivation, Zuverlässigkeit und Interesse an wirtschaftlichen, rechtlichen und immobilienbezogenen Themen.

  • Mathematik für Finanzierungspläne, Kalkulationen und Abrechnungen
  • Wirtschaft für Rechnungswesen, Märkte und Unternehmenssteuerung
  • Deutsch für Verträge, Anzeigen, Protokolle und Kundenkommunikation

Persönliche Stärken

  • Kaufmännisches Denken und Verhandlungsgeschick
  • Kommunikationsfähigkeit, Kunden- und Serviceorientierung
  • Sorgfalt bei Verträgen, Abrechnungen, Fristen und personenbezogenen Daten
  • Organisationsfähigkeit und Beobachtungsgabe bei Objekten und Projekten
  • Durchsetzungsvermögen und konstruktiver Umgang mit Konflikten
  • Interesse an Recht, Finanzierung, Technik und Immobilienmärkten
Vor der Bewerbung: Ein Praktikum in einem Wohnungsunternehmen, einer Hausverwaltung, einem Maklerbüro oder bei einem Projektentwickler vermittelt einen realistischen Eindruck von Büroarbeit, Kundenkontakt, Besichtigungen, Objektverwaltung, Fristen und Außendienstterminen.
Betrieb und Berufsschule

Wie ist die Ausbildung aufgebaut?

Die Ausbildung dauert regulär drei Jahre und findet im dualen System statt. Die betriebliche Ausbildung richtet sich nach der bundesweiten Ausbildungsverordnung und dem Ausbildungsrahmenplan. Der Unterricht an der Berufsschule folgt dem KMK-Rahmenlehrplan mit 13 Lernfeldern und insgesamt 880 Zeitrichtwertstunden. Im Ausbildungsvertrag werden zwei von fünf Wahlqualifikationseinheiten festgelegt.

Ausbildung im Betrieb

  • Vermietung, Immobilienbewirtschaftung und Kundenbetreuung
  • Erwerb, Veräußerung und Vermittlung von Immobilien
  • Rechnungswesen, Controlling, Steuern und Versicherungen
  • Marktanalyse, Marketing und kundenorientierte Kommunikation
  • Begleitung von Baumaßnahmen und Finanzierung

Unterricht in der Berufsschule

  • Vermietung und Verwaltung von Wohn- und Gewerbeimmobilien
  • Grundstückserwerb, Entwicklung, Bauprojekte und Finanzierung
  • Wohnungseigentum, Maklergeschäft und Immobilienhandel
  • Werteströme, Jahresabschluss und Unternehmenssteuerung
  • Gesamtwirtschaft, Recht, Digitalisierung und Nachhaltigkeit

Die fünf Wahlqualifikationseinheiten

Steuerung und Kontrolle

Kennzahlen, Budget, Controlling, Berichtswesen und wirtschaftliche Unternehmensentscheidungen.

Gebäudemanagement

Technische und infrastrukturelle Leistungen, Betreiberpflichten, Kosten, Verträge und Qualität.

Maklergeschäfte

Akquise, Markt- und Objektanalyse, Vermarktung, Beratung, Verhandlung und Vermittlungsprozess.

Bauprojektmanagement

Projektplanung, Ausschreibung, Vergabe, Kosten- und Terminsteuerung, Abnahme und Dokumentation.

Wohnungseigentumsverwaltung

Wirtschaftsplan, Jahresabrechnung, Versammlung, Beschlüsse, Gemeinschaftseigentum und Verwaltung.

Vertragliche Festlegung: Zwei Wahlqualifikationseinheiten werden im Ausbildungsvertrag vereinbart und im dritten Ausbildungsjahr vertieft. Der mündliche Prüfungsbereich bezieht sich auf eine der gewählten Einheiten.
Ausbildungspraxis 2026

Digitale, nachhaltige und rechtssichere Kompetenzen

Die formale Ausbildungsordnung stammt aus dem Jahr 2006. Der heutige Berufsalltag verlangt darüber hinaus einen sicheren Umgang mit digitalen Objekt- und Kundendaten, automatisierten Workflows, Energie- und Verbrauchsdaten, digitaler Kommunikation sowie steigenden Anforderungen an Nachhaltigkeit und Dokumentationsqualität.

Digitalisierte Immobilienarbeit

  • ERP-, CRM-, Dokumentenmanagement- und Hausverwaltungssoftware bedienen
  • Digitale Akten, Workflows, Freigaben und revisionsfähige Nachweise pflegen
  • Datenqualität, Zugriffsrechte, Datenschutz und Informationssicherheit beachten
  • Digitale Besichtigungen, Portale, Ticketsysteme und Kundenkommunikation nutzen
  • Kennzahlen und Bestandsdaten auswerten und plausibilisieren

Nachhaltigkeit und Gebäudebestand

  • Energieverbräuche, Betriebskosten und technische Maßnahmen wirtschaftlich einordnen
  • Modernisierungs-, Sanierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen koordinieren
  • Ökonomische, ökologische und soziale Folgen von Entscheidungen abwägen
  • Barrierearmut, Wohnqualität, Quartiersentwicklung und Nutzerinteressen berücksichtigen
  • Nachweise und Objektinformationen für Beratung und Verwaltung aktuell halten
Rechtliche Arbeitsgrundlagen: Je nach Einsatzgebiet sind insbesondere mietrechtliche Vorschriften des BGB, Wohnungseigentumsrecht, Datenschutz, Gebäudeenergie- und Baurecht, Makler- und Gewerberecht sowie betriebliche Vorgaben zur Geldwäscheprävention relevant. Die konkrete Rechtsanwendung gehört in die Hand qualifizierter Verantwortlicher; Auszubildende lernen, Vorgänge korrekt vorzubereiten, zu dokumentieren und bei Unsicherheiten rechtzeitig Rücksprache zu halten.
KMK-Rahmenlehrplan

Die 13 Lernfelder im Überblick

Der berufsbezogene Unterricht umfasst 13 Lernfelder mit insgesamt 880 Zeitrichtwertstunden. Nach dem KMK-Rahmenlehrplan entfallen 320 Stunden auf das erste sowie jeweils 280 Stunden auf das zweite und dritte Ausbildungsjahr. Allgemeinbildende Unterrichtsbereiche richten sich nach den Vorgaben des jeweiligen Bundeslandes.

1. Ausbildungsjahr Lernfelder 1 bis 5 · 320 Std.
  1. LF 1 Die Berufsausbildung selbstständig mitgestalten 60 Std.
  2. LF 2 Das Immobilienunternehmen repräsentieren 60 Std.
  3. LF 3 Werteströme und Werte erfassen und dokumentieren 40 Std.
  4. LF 4 Wohnräume vermieten 60 Std.
  5. LF 5 Wohnräume verwalten und Bestände pflegen 100 Std.
2. Ausbildungsjahr Lernfelder 6 bis 9 · 280 Std.
  1. LF 6 Gewerbliche Objekte bewirtschaften 40 Std.
  2. LF 7 Grundstücke erwerben und entwickeln 60 Std.
  3. LF 8 Bauprojekte entwickeln und begleiten 100 Std.
  4. LF 9 Wohnungseigentum begründen und verwalten 80 Std.
3. Ausbildungsjahr Lernfelder 10 bis 13 · 280 Std.
  1. LF 10 Immobilien vermitteln und mit Immobilien handeln 80 Std.
  2. LF 11 Immobilien finanzieren 60 Std.
  3. LF 12 Gesamtwirtschaftliche Einflüsse bei immobilienwirtschaftlichen Entscheidungen berücksichtigen 60 Std.
  4. LF 13 Jahresabschlussarbeiten vornehmen und Informationen zur Unternehmenssteuerung bereitstellen 80 Std.
Unterrichtsbezug: Die Lernfelder orientieren sich an typischen Geschäftsprozessen der Immobilienwirtschaft. Informationstechnik wird integrativ vermittelt; 40 Stunden fremdsprachiger Qualifikationen sind in die Lernfelder eingebunden.
Zwischen- und Abschlussprüfung

So ist die IHK-Prüfung aufgebaut

Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes findet in der Mitte des zweiten Ausbildungsjahres eine schriftliche Zwischenprüfung statt. Am Ende der Ausbildung folgt die IHK-Abschlussprüfung mit drei schriftlichen Bereichen und dem mündlichen Bereich Kundengespräch, Teambesprechung.

Mitte des 2. Ausbildungsjahres Schriftlich · höchstens 120 Min.

Zwischenprüfung

Anhand praxisbezogener Aufgaben oder Fälle werden die Gebiete Ausbildungsbetrieb und Immobilienmarkt, Mietobjekte und Immobilienvermittlung sowie Wirtschafts- und Sozialkunde geprüft. Das Ergebnis dient der Standortbestimmung und fließt nicht in die Abschlussnote ein.

Abschlussprüfung · schriftlich 180 Min. · 90 Min. · 90 Min.

Drei schriftliche Prüfungsbereiche

Für Immobilienwirtschaft stehen nach der Ausbildungsordnung höchstens 180 Minuten zur Verfügung. Kaufmännische Steuerung, Dokumentation und Wirtschafts- und Sozialkunde werden schriftlich geprüft; die Ausbildungsordnung nennt hierfür jeweils höchstens 90 Minuten. Der konkrete organisatorische Ablauf kann durch die zuständige IHK ausgestaltet werden. Immobilienwirtschaft erhält bei der Ermittlung des Gesamtergebnisses das doppelte Gewicht jedes anderen Bereichs.

Abschlussprüfung · mündlich Bis 20 Min. Vorbereitung · bis 30 Min. Prüfung

Kundengespräch oder Teambesprechung

Der Prüfling wählt eine von zwei praxisbezogenen Aufgaben aus derselben Wahlqualifikationseinheit. Im Gespräch sind Lösungswege zu entwickeln und zu begründen. Bewertet werden außerdem wirtschaftliche, rechtliche, technische und ökologische Zusammenhänge sowie eine service- und situationsgerechte Kommunikation.

40 %Immobilienwirtschaft
20 %Kaufmännische Steuerung, Dokumentation
20 %Wirtschafts- und Sozialkunde
20 %Kundengespräch, Teambesprechung
Bestehen: Mindestens ausreichende Leistungen sind im Gesamtergebnis, in mindestens zwei der drei schriftlichen Bereiche und im Kundengespräch beziehungsweise in der Teambesprechung erforderlich. Ein ungenügend bewerteter Prüfungsbereich führt zum Nichtbestehen. Unter den Voraussetzungen der Ausbildungsordnung kann eine schriftliche Leistung durch eine etwa 15-minütige mündliche Ergänzungsprüfung ergänzt werden.
Ausbildungsvergütung

Was verdient man während der Ausbildung?

Auszubildende erhalten eine monatliche Vergütung vom Ausbildungsbetrieb. Die Bundesagentur für Arbeit nennt in dem bei der Prüfung am 5. August 2026 erreichbaren Berufssteckbrief die folgenden beispielhaften Beträge. Die tatsächliche Höhe richtet sich nach Ausbildungsvertrag, Tarifbindung und Ausbildungsbetrieb.

Ausbildungsjahr Beispielhafte monatliche Vergütung Einordnung
1. Ausbildungsjahr 1.230 € Beispielangabe der Bundesagentur für Arbeit; geprüft am 5. August 2026.
2. Ausbildungsjahr 1.340 € Die Ausbildungsvergütung steigt mit dem Ausbildungsjahr.
3. Ausbildungsjahr 1.450 € Maßgeblich bleiben Vertrag und gegebenenfalls Tarifbindung.
Vor Vertragsabschluss: Neben der Vergütung sollten Arbeitszeit, Urlaub, Berufsschulort, Fahrtwege zu Objekten, mögliche Abendtermine sowie die vorgesehenen Abteilungen und Wahlqualifikationen geklärt werden.
Arbeitswelt

Wo arbeiten Immobilienkaufleute?

Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen in nahezu allen Bereichen der Immobilienwirtschaft. Gearbeitet wird überwiegend im Büro und im Außendienst, zum Beispiel bei Objektbesichtigungen, Wohnungsübergaben, Eigentümerversammlungen und Bauprojekten.

Wohnungswirtschaft und Verwaltung

Wohnungsunternehmen, Wohnungsgesellschaften und Genossenschaften, Grundstücks-, Vermögens- und Wohnungseigentumsverwaltungen.

Vermittlung und Entwicklung

Immobilienmakler, Bauträger, Immobilien- und Projektentwickler sowie Unternehmen des Bau- und Facility-Managements.

Weitere Arbeitgeber

Immobilienabteilungen von Banken, Bausparkassen, Versicherungen, Industrieunternehmen sowie Stadt- und Kommunalverwaltungen.

Nach dem Abschluss

Berufseinstieg, Spezialisierung und Weiterbildung

Nach der IHK-Abschlussprüfung ist ein Einstieg in Vermietung, Verwaltung, Maklergeschäft, Wohnungseigentum, Projektentwicklung oder kaufmännische Steuerung möglich. Mit Berufserfahrung und Weiterbildung können spezialisierte Fachaufgaben sowie Objekt-, Projekt-, Team- und Führungsverantwortung übernommen werden.

Fachliche Spezialisierung

  • Vermietung und Bestandsmanagement
  • Wohnungseigentumsverwaltung
  • Maklergeschäft und Immobilienvertrieb
  • Bauprojekte, Finanzierung oder Gebäudemanagement

Aufstiegsweiterbildung

  • Geprüfte/-r Immobilienfachwirt/-in
  • Fachwirt/-in für Finanzberatung
  • Staatlich geprüfte/-r Betriebswirt/-in
  • Weiterbildungen in Bewertung, Finanzierung oder Projektmanagement

Studium

  • Immobilienwirtschaft oder Immobilienmanagement
  • Betriebswirtschaftslehre
  • Facility Management
  • Bau- und Immobilienmanagement
Zukunft des Berufs: Digitale Vermietungs- und Verwaltungsprozesse, Datenanalyse, energetische Modernisierung, nachhaltige Quartiersentwicklung und neue regulatorische Anforderungen verändern die Arbeitsabläufe. Fundiertes Wissen über Recht, Wirtschaft, Technik und Kundenkommunikation bleibt dabei entscheidend.
Kurz beantwortet

Häufige Fragen zur Ausbildung

Ist Immobilienkaufmann/-frau eine duale Ausbildung?

Ja. Die dreijährige Ausbildung findet im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Sie ist durch eine bundesweite Ausbildungsverordnung geregelt. Zuständige Stelle für die Abschlussprüfung ist in der Regel die Industrie- und Handelskammer.

Welcher Schulabschluss wird benötigt?

Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. Ausbildungsbetriebe entscheiden selbst über ihre Anforderungen. Gute Grundlagen in Mathematik, Wirtschaft und Deutsch sind hilfreich.

Erhält man während der Ausbildung eine Vergütung?

Ja. Auszubildende erhalten eine monatliche Vergütung. Deren Höhe richtet sich nach Ausbildungsbetrieb und gegebenenfalls einem Tarifvertrag. Die Bundesagentur für Arbeit nennt derzeit 1.230, 1.340 und 1.450 Euro für die drei Ausbildungsjahre.

Wie ist der Berufsschulunterricht gegliedert?

Der KMK-Rahmenlehrplan umfasst 13 Lernfelder mit insgesamt 880 Zeitrichtwertstunden. Davon entfallen 320 Stunden auf das erste und jeweils 280 Stunden auf das zweite und dritte Ausbildungsjahr.

Welche Wahlqualifikationen gibt es?

Zur Auswahl stehen Steuerung und Kontrolle im Unternehmen, Gebäudemanagement, Maklergeschäfte, Bauprojektmanagement und Wohnungseigentumsverwaltung. Zwei Wahlqualifikationseinheiten werden im Ausbildungsvertrag festgelegt und im dritten Ausbildungsjahr vertieft.

Wie ist die Abschlussprüfung aufgebaut?

Nach einer schriftlichen Zwischenprüfung im zweiten Ausbildungsjahr folgt am Ausbildungsende die IHK-Abschlussprüfung. Sie umfasst Immobilienwirtschaft, Kaufmännische Steuerung, Dokumentation, Wirtschafts- und Sozialkunde sowie ein Kundengespräch oder eine Teambesprechung.

Gab es 2026 eine neue Ausbildungsordnung für Immobilienkaufleute?

Bei der Prüfung am 5. August 2026 wurde weiterhin die Ausbildungsordnung vom 14. Februar 2006 als geltende Rechtsgrundlage geführt. Ausbildungsdauer, Wahlqualifikationen und Prüfungsstruktur bleiben danach unverändert. Moderne Digitalisierungs- und Nachhaltigkeitsthemen werden in der Ausbildungspraxis ergänzend und integrativ vermittelt.

Welche digitalen Systeme begegnen Auszubildenden typischerweise?

Je nach Betrieb arbeiten Auszubildende mit Hausverwaltungs- oder ERP-Systemen, CRM, Dokumentenmanagement, Immobilienportalen, digitalen Akten, Ticketsystemen, Tabellenkalkulation und Werkzeugen für Kommunikation, Abrechnung und Reporting. Entscheidend sind Datenqualität, Datenschutz, Zugriffsrechte und nachvollziehbare Dokumentation.

Arbeitet man in diesem Beruf nur als Makler oder Maklerin?

Nein. Maklergeschäfte sind nur ein mögliches Tätigkeitsfeld. Immobilienkaufleute arbeiten auch in Vermietung, Bestands- und WEG-Verwaltung, Finanzierung, Projektentwicklung, Gebäudemanagement oder Unternehmenssteuerung.

Geprüfte Grundlagen

Offizielle Quellen zum Nachlesen

Redaktionell und auf Aktualität geprüft am 5. August 2026. Auswahlverfahren, Vergütung, Unterrichtsorganisation, Berufsschulstandort, Wahlqualifikationen und betriebliche Einsatzplanung können je nach Bundesland, Schule, Tarifgebiet und Ausbildungsbetrieb abweichen.

Ausbildungsbetriebe und Werbepartner

Immobilienunternehmen und Ausbildungsbetriebe

Wohnungsunternehmen, Immobilienverwaltungen, Maklerbüros, Bauträger und Projektentwickler können sich hier mit Standort, Kurzprofil, Logo und einem Link zu ihren Ausbildungs- oder Karriereangeboten vorstellen. Jede Veröffentlichung wird klar als Anzeige gekennzeichnet. Eine Anfrage ist unverbindlich; Preis, Laufzeit, Umfang, redaktionelle Prüfung und Freigabe werden vor der Buchung transparent abgestimmt.

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